Ja, echt schade @lijaneja dass du nicht mit uns konntest, denn sicher wärst du hochgekommen. Diese Woche waren wir in Chamonix und auf dem Dach der Alpen, Mont Blanc. Für den Aufstieg haben wir die klassische Variante gewählt, Zahnradbahn bis Nid d'Aigle, dann über Tete Rousse nach Gouter und Gipfel. Erster Tag bei schönem sonnigem Wetter bis zur Tete Rousse Hütte hoch, dort übernachtet und gut akklimatisiert. Nächsten Morgen mit 10 cm Neuschnee, starkem Wind und in Wolken aufgewacht. Nach ein paar Stunden aufgeklart und weiter nach Gouter. Grand Couloir schön verschneit und problemlos passierbar, nur bisschen Vorsicht da hin und wieder nerviges Zeug runterfliegt, ganze Wand nach Gouter verschneit, steilerer Wandteil gut gesichert und ohne Probleme zu klettern, paar Stunden Ziehen an Fixseilen und oben bist du. Aus Gouter gestartet wie alle, um 3 Uhr. Nacht war schön und klar, aber starker Wind, ca. 70-80 km/h, Böen etwas mehr und frischen Schnee geweht, einzige Orientierung die Seilschaft vor dir wenn man sie sah. Wind chill schätz ich so -15 bis -20 auf Gipfel, sodass bei manchen Wasser im Rucksack gefroren ist, mir hat die Kamera oben wegen Kälte gestreikt. Der Aufstieg ab Gouter selbst technisch nicht anspruchsvoll, ein kurzes exponiertes Gratstück, bei starkem Wind etwas übel, aber nix Besonderes. Nur die Höhe raubt den Atem, und du gehst so langsam dass du dir selbst auf die Nerven gehst. Für Aufstieg brauchten wir paar Minuten über 5 Stunden (ich hatte 6 geplant), erste Teams in ca. 4 Stunden hoch, plus Abstieg nach Gouter 2,5, insgesamt 8 Stunden hoch und runter, was mir ganz in Ordnung scheint. Einige Teams wegen Wind und Erschöpfung umgekehrt, denn die Guides treiben sie hoch wie Ziegen, unglaublich, gesehen einige ohne Eispickel, wie Ziegen angebunden, Steigeisen an und los. Wenn's nicht geht, umdrehen und runter. Also Gipfel hat an dem Tag ca. 20 Leute gesehen, außer uns war eine eigenständige Gruppe aus Litauen in Gouter, Rest Kunden mit Guides. Haben keinen Schlafplatz bekommen weder in Gouter noch Tete Rousse, mussten selben Tag komplett runter zur Nid d'Aigle Hütte wo wir übernachteten, nächsten Morgen runter ins Tal mit Bahn und Gondel, bisschen Shopping in Cham, obligatorische Fotos am Balmat und Paccard Denkmal, dann heim. Alles in allem tolle Tour, sehr fordernd körperlich und mental, aber für gut vorbereiteten Bergsteiger machbar ohne besondere Probleme, klar wenn man sich gut akklimatisiert und alle Höhenregeln beachtet, vor allem Hydration. Und ein paar Bilder folgen...