Der Ehrenkodex slowenischer Bergsteiger sagt:
1. Alpenhütten (Heime, Hütten, Schutzhütten und Biwaks) dienen dem Schutz, der Ruhe, der Verpflegung und der Bergsteigerschulung. Die Wünsche und Bedürfnisse der Bergsteiger sind recht vielfältig und Hütten—auch die modernsten—sind nicht ausgestattet und bestückt, um all ihren Anforderungen gerecht zu werden. Bei der Nutzung der Hüttenleistungen verbrauchen wir möglichst wenig Energie und Wasser und verursachen möglichst wenig Lärm. In der Hütte sind wir rücksichtsvoll gegenüber Personal und Gästen und halten die Hausordnung ein. Wir erwarten zu Recht Gemütlichkeit, BESCHEIDENEN SCHUTZ UND SERVICE, Informationen zu Wegzuständen und Wettervorhersagen sowie Weiterleitung von Nachrichten im Unglücksfall. Wir verpflegen uns in der Bergsteigerhütte und beschränken mitgebrachtes Essen auf das kleinste mögliche Maß. Das reduziert das Rucksackgewicht, die Einnahmen ermöglichen die Hüttenpflege.
3. In der Bergsteigerhütte herrscht eine Atmosphäre echter bergsteigerischer Gemütlichkeit und Wärme.
Und was davon hält wirklich stand? (meiner bescheidenen Meinung nach)
Fast nichts. Alpenhütten (Heime, Schutzhütten, Biwaks) werden zu Gaststätten in höheren und hohen Lagen und zu „Top-Erlebnis“-Objekten, meist vermietet, einige finden Betreuer, mit denen es dann voll von Problemen und Unzufriedenheit ist, es gibt Ausnahmen, sicher, aber zunehmend finden PDs weder Mieter noch Betreuer und sind gezwungen, die Hüttenversorgung auf ehrenamtlicher Basis der Vereinsmitglieder zu lösen (sicher 90 % Rentner). In Hütten in Richtung Gastronomie können weder Betreuer noch umso weniger Besucher (2/3 keine Bergsteiger) nach Punkt 2 des Ehrenkodex handeln. Und Hüttenbesucher, die nicht nur erwarten, sondern à la carte verlangen, sind nicht selten. Zur einheitlichen Behandlung der Hütten spielt weder die Dachorganisation slowenischer Bergsteiger—PZS noch ihre Wirtschaftskommission ihre Rolle, geschweige denn Ausschreibungen des Ministeriums für
Wirtschaft oder Vergabe verschiedener Zertifikate für dies und das „Top-Hütten“.
Auch die Hausordnung würden Besucher am liebsten diktieren (und manchesorts gelingt es ihnen schon). Ich gehe nicht auf bizarre Details ein. Und zu mitgebrachtem Essen könnte man etwas sagen, besonders im Winter, wo meiner Meinung nach an den Tischen Vorrang haben sollten, die in der Hütte bestellen.
Nun zur Hütte am Porezen
Hütten, die mit dem Opfer von Freiwilligen laufen und das sogenannte bescheidene Schutz und Service bieten, landen schnell auf diversen „Berg-Foren“. So auch diese genannte Hütte. Wie informiert und wie Lamps und Miri schon erwähnt haben, kümmern sich Freiwillige des PD Cerkno darum, da sie seit Jahren vergeblich nach einem festen Betreuer suchen, und ich stimme ihren Beiträgen voll zu. Wöchentlich wechselnde Teams bieten während der Zeit ständiger Offenheit der Hütte in der Sommersaison ein abwechslungsreicheres Angebot als außerhalb der Saison. Alle Teams bemühen sich nach besten Kräften, Bergsteigern und anderen Besuchern volle Versorgung zu bieten, obwohl unter ihnen kein Gastronomieprofi ist. Unterschiede zwischen den Teams gibt es sicher. Für den Verein sind alle wertvoll wie trockenes Gold, denn ohne auch nur eine wäre der Betrieb der Hütte in solchem Umfang fraglich. Wenn das eintritt, bleiben die Türen der Porezen-Hütte, in die der Verein den gesamten Rest mühsam verdienten Geldes steckt, geschlossen. Dann ist im Winter vergeblich zu suchen nach der begehrten beheizten Öfen, warmem Tee oder Kaffee, „einfachem Eintopf“ und allem unter BESCHEIDENEM SCHUTZ UND SERVICE.
Bleibt nur die Erinnerung......
Bleiben viele schöne Erinnerungen, Geschichten....
Überzeugt, dass Kritik wie Lob am besten vor Ort geäußert werden, nicht in sozialen Netzwerken und Foren, schließe ich diesen Beitrag mit der Hoffnung, dass die Türen der Porezen-Hütte lange offen bleiben, auch wenn nur für bescheidenen Schutz und Service.
UND VOR ALLEM FÜR DIE GROßE MEHRHEIT DER BERGSTEIGER UND BESUCHER, DIE DEN EINSATZ DER FREIWILLIGEN WISSEN ZU SCHÄTZEN UND IHN MIT LOB BELOHNEN ODER SICH WENIGSTENS DER BEKOMMT VON KLAGEN ENTZIEHEN, WENN ETWAS NICHT PASST, UND ES RESPEKTVOLL SAGEN, WAS ZUR VERBESSERUNG BEITRÄGT.