Gestern, als wir noch im Dunkeln vom Parkplatz Blato Richtung Krstenica starteten, standen neben unserem nur 3-4 Autos. Wir gingen den Jagdweg und mussten mehrmals anhalten und überlegen, wohin weiter. Der Weg ist von der Holzernte zerwühlt und stellenweise sehr schwer nachzuverfolgen, auch wegen des gefallenen Laubs, das die Nachverfolgbarkeit und Orientierung weiter erschwert. Erst nach ca. einer halben Stunde leichter zu folgen. Wir halfen uns mit der Wegbeschreibung, die wir dabei hatten, und gelegentlichen Steinmännern, die sehr nützlich waren. Zuerst begleitete uns das Getöse der Motorsägen der Förster, später nur Ruhe, und als wir Krstenica erreichen, mit einem Wort: Poesie. Einzelne goldgelb gefärbte Lärchen glänzten im Morgenlicht der Sonne. Auf der Alm blieben wir eine Weile und bewunderten die Ruhe und Stille des Morgens, die einen herrlichen Tag ankündigten. Bald machen wir uns auf zu unserem Ziel. Hinter den letzten Hütten auf der Alm erwischen wir von links einen gut sichtbaren breiten Weg, der zuerst etwas in das Tal absteigt, dann nicht allzu anstrengend unter der Wand des Jezerski Stog rechts ansteigt und mit Blick auf die Ograde links. Am Trog auf der Alm Na Jezerih verfehlen wir zunächst und beginnen den Aufstieg auf den Weg zum Jezerski Stog, aber rechtzeitig merken wir, dass wir die kleine Mulde weiter links unter der Wand des Adam erwischen müssen. Dort gehen wir eine Weile rauf und runter, dann gelangen wir ins Talende, wo der Weg rechts abbiegt und weiter etwas schwerer zu folgen ist, aber kein großes Problem darstellt. Hier treffen wir Jäger, die uns etwas überraschen, da wir niemanden erwartet haben. Einer rät uns, den schlecht sichtbaren Weg unter dem Prevalski Stog zu nehmen und ihn von rechts zu besteigen. Als wir Adam und Eva erwähnen, sagt er, die gäbe es gar nicht, das sei irgendeine neumodische Erfindung von Besserwissern. Adam und Eva seien nach seiner Meinung zwei Felsen oder Blöcke, ca. drei Meter groß, nebeneinander, irgendwo auf dem Weg zum Jezerski Stog.
Wir verabschieden uns und ca. fünf Minuten unter dem Prevalski Stog biegen wir wirklich rechts ab, wo wir in einer zerklüfteten Welt zuerst den modernen steilen Adam und dann die zottelige Eva erobern. Von dort gehen wir weiter am Grätchen und nach einigen Minuten besteigen wir auch den Prevalski Stog. Hier nehmen wir mehr Zeit für Pause und überlegen, wie zurück. Da uns der Jäger zuvor geraten hat, nach dem Abstieg vom Prevalski Stog auf markiertem Weg zum Lazovski Pass weiterzugehen, tun wir das. Das Wetter war schön, die Temperatur für die Jahreszeit fast unglaublich hoch, und nach unter einer Stunde Marsch erreichen wir den Lazovski Pass. Es folgte ein etwas lästiger Abstieg zur Alm V Lazu. Auch hier nehmen wir eine gute halbe Stunde, um die noch ganz grüne, von goldenen Lärchen umgebene Märchenmulde zu bewundern. Wasser gibt es hier noch reichlich. Wir füllen die Flasche auf und es fiel uns schwer, diesen idyllischen Ort zu verlassen. Wir treffen drei Leute, aber da sie auf einer Hütte das Dach reparierten, ließ das vermuten, dass noch mehr in der Nähe sind. Wir wählen den direkten Weg zum Ausgangspunkt. Stellenweise war der Weg trotz Markierungen schwer nachzuverfolgen. Förster, Straßenbauer und andere bauen eine „Straße“ oder Ähnliches, weiß nicht genau wohin. Wenn ich mich recht erinnere, sagte der Förster zur Alm am See. Hier war pure Agonie, Markierungen rar und obwohl ich hier schon war, wirkte alles anders, da viele Bäume gerodet waren, wahrscheinlich auch Markierungen. Musste logisch orientieren und endlich finden wir Markierungen, die signalisierten, dass wir richtig sind. Durchkämpfen war wörtlich schlammig, da eine Lichtung überquert werden musste mit so viel Schlamm, dass mein Stiefel fast ganz versank. Wie wir beim Auto ankamen, muss ich nicht beschreiben. Kurz, von da bis Auto, letzte ca. 20 Min. purer Dreck. Beim Parkplatz war es schon bis zum letzten Platz voll mit Blech. Für die ganze Runde genau acht Stunden. Hier kommen wir sicher wieder hin und bald.