Auf dem Grat: von der Kukova Špica über die Škrnatarica zum Dovški križ
Schon Tine Mihelič (Julijske Alpe/Nördliche Anstiege) hat geschrieben, dass das Klettern auf dem Grat Dovški križ – Škrnatarica eine prestigeträchtige Tour ist und in der Liste keines echten Bergsteigers fehlen darf. Nun, wir haben sie aus einer anderen, mir persönlich lieberen Richtung gemacht, als Mihelič sie beschreibt.
Der Ausgangspunkt ist bekannt, nach den neuen TNP-Vorschriften darf man sogar am Ende der Mulde unter Veliki Črloveč parken (3-4 Autos), dann folgt man einem gut nachverfolgbaren wegfreien Pfad bergauf und in drei Stunden sind wir schon im Sattel Čez Dulce (2257 m). Sprung zum Aufwärmen rechts zur freundlichen Kukova Špica (2427 m) und Rückkehr, alles zusammen in unter einer Stunde. Dann folgt vom Sattel ein ernsterer Aufstieg (nicht lang, aber technisch anspruchsvoll, im Durchschnitt zwischen I und II, manchmal auch etwas mehr) über den Osthang zur Škrnatarica (2448 m) und dann Fortsetzung entlang des schönen Gratkantenschnitts zum Dovški križ (2542 m), ungefähr insgesamt 3 Stunden mehr oder weniger anspruchsvolles Klettern mit gelegentlichen sehr luftigen Passagen über der Kar des Martuljek-Amphitheaters.
Wenn du für die Škrnatarica aus Richtung Kukova Špica nicht den beladenen und gestützten Graben wählst, hast du mit etwas Phantasie im relativ breiten, aber steilen und stellenweise glatten und sehr bröckeligen Gelände der Ostwand mehrere Aufstiegsmöglichkeiten (auch hier im Forum werden einige erwähnt). Aufstieg zur Škrnatarica - entlang einer direkteren Mittellinie, wie wir sie diesmal gemacht haben, auf Platten links der Scharte, würde ich ohne Sicherung nicht empfehlen, derzeit sind in der Route etliche Haken eingeschlagen für die Einrichtung von Absicherungssystemen.
Ebenso ist es nicht einfach, einfach frei abzuseilen (kniffliges III) für die knapp 10 m Abstieg von der Škrnatarica-Gipfel runter zum Sattel bzw. in die Scharte, wohin der Graben oben führt, und dort hängen auch mehrere Seilschlingen, die jemandem beim Hochklettern hier nützlich sein können.
Im weiteren Gratverlauf zum Dovški križ gibt es nicht so viele technisch schwierige Stellen beim Queren von zwei namenlosen Gipfeln, aber hier und da findet sich noch eine kurze II, und wenn ihr euch strikt am Grat haltet, habt ihr noch einen ca. 25 m Rapplen wenig vor dem Fenster, diesen Abschnitt kann man aber auch elegant über Schutt etwas tiefer auf der Gredel links von der Südseite umgehen.
Abstieg vom DK haben wir zur Šplevta und vorbei am Bivak II bei den Jezerih (aber hier findet ihr kein Wasser!) und dann über das größte slowenische Schuttfeld - Downhill-Express nach Poldov rovt gemacht. Noch ein Tipp: Am Ende des unteren Schuttfelds, wenn ihr schon im Wald seid, fließt in der Mulde noch etwas erfrischendes Wasser, sonst ist die Tour bei Sonnenschein sehr sehr heiß.