Alles ist bekannt, aber es schadet vielleicht nicht ...
Da ich finde, dass wir alle zu viel von diesen praktischen Geräten erwarten, schreibe ich etwas Allgemeines über Baro-Altimeter (Höhenmesser, die auf dem Prinzip der Luftdruckmessung arbeiten).
Zuerst auf realistischen Boden. Von so einem Höhenmesser +-1m Genauigkeit zu erwarten ist großer Unsinn. Das in allen Wetter- (und Temperatur-)Bedingungen zu erwarten ist unschlagbarer Unsinn!
Höhenmesser und Temperaturkompensation.
Luftdruck ist eigentlich Luftdichte. Die hängt nicht nur von der Höhe ab, sondern auch von der Temperatur. Deshalb schließen Hersteller digitaler Höhenmesser in die Höhenrechenformel neben dem gemessenen Luftdruck auch die Temperaturmessung ein, sowie eine Skala (Tabelle) erwarteter Temperaturen in bestimmten Höhen. Mit Hilfe dieser Tabelle und ständiger Messung der tatsächlichen Lufttemperatur führen sie eine Korrektur des Höhenberechnungs (Basis ist gemessener Luftdruck) durch und erreichen so eine bessere Annäherung (!) an die tatsächliche Höhe. Nun kennen wir den primären Grund, warum handheld barometrische Geräte normalerweise auch ein Thermometer enthalten. Und wir müssen wissen, dass wenn wir das Gerät am Handgelenk tragen, es die echte Umgebungstemperatur nicht misst (Einfluss der Körpertemperatur) und daher die Temperaturkompensation nicht korrekt sein kann. (Nun ist klar, dass die, die die Uhr-Höhenmesser irgendwo an den Rucksackträgern hängen, nicht unbedingt posieren oder angeben.)
Aus allem Gesagten folgt, dass solche Höhenmesser prinzipiell (!) genauer sind als die ohne Temperaturkompensation. Das Wort prinzipiell habe ich hervorgehoben, weil die Basis guter Höhenberechnung immer noch vor allem ein gutes barometrisches Sensor ist. Dann erst präziser Thermometer und Höhen-Temperatur-Tabelle, die am besten ans Umfeld angepasst ist, in dem wir den Höhenmesser nutzen.
Klar ist, dass analoge Höhenmesser keine Temperaturkompensation berücksichtigen ...
Noch etwas. Für anspruchsvolle Genauigkeitsfanatiker. Wenn wir die erwähnte Höhen-Temperatur-Tabelle kennen (meist Teil der Bedienungsanleitung des Höhenmessers) zur Kompensation und irgendwo auf der Tour bei bekannter Höhe (Karte!), die Temperaturabweichung von tabellarischen Werten ermitteln, können wir eine zusätzliche Neuberechnung der Höhenkorrektur durchführen und so wirklich der tatsächlichen Höhe nahekommen. Brauchen nur Taschenrechner und passende Formel (Höhenmesser-Anleitung). Hm, und es muss uns Spaß machen!
Natürlich hilft uns keine Sensorgenauigkeit oder Berechnungen, wenn wir am Touranfang (und dann bei jeder bekannten Höhenpunkt) die Ausgangshöhe am Höhenmesser nicht eingestellt haben ...
Auf Abweichungen müssen wir natürlich immer rechnen, unabhängig von der Qualität des Höhenmessers, wenn sich während der Tour das Wetter ändert. Wenn es schlechter wird, d.h. Luftdruck fällt, zeigt der Höhenmesser prinzipiell (!) zu viele Meter. Und umgekehrt. Wieder prinzipiell, weil auch schnelle Temperaturänderung zu berücksichtigen ist.
Und Praxis. Die meisten Bekannten sagen, es ist nichts Ungewöhnliches, im Durchschnitt Fehler bis zu zig Metern pro Tausend Höhenmeter zu erwarten. Sie behaupten auch, dass die Geräte hier üblicherweise und im Schnitt etwas zu wenig anzeigen. Aber wollte man sich auf diese Erfahrungen stützen, müsste man Hersteller und Typen der Höhenmesser kennen, die Bekannte genutzt haben, Jahreszeiten der Aufstiege, damalige Wetterbedingungen usw. ... Übrigens, Suunto macht sich bei mir auch gut.
Zum Schluss Frage: „Wer von uns und wann braucht einen Höhenmesser mit erwarteter Abweichung ... sagen wir .... besser als ... +- 20m?“