Seit geraumer Zeit hatte ich den Grat zwischen Škrnatarica und Dovški križ im Sinn, Bagis Bericht hat mich aber verleitet, ihn über die Kar Med plazmi und Tičarica anzugehen. Mittwoch 5 Uhr Start aus Poldov rovta, noch dunkel bis Abzweig Rdeči potok, Brinje und PP, dann entlang PP zur Kar Med plazmi. Auf PP aufpassen, in der zweiten Rinne genug hochzusteigen, um den Weg auf der anderen Seite zu erwischen. Ich ging zu horizontal, deswegen habe ich eine Weile rauf und runter gesucht, um ihn zu finden. Von der Kar Med plazmi dann direkt hoch neben und in der Rinne bis Felswand, die die Kar zur Hälfte schließt. Links umgehen und weiter hoch bis zur pittoresken Felskoppe (darüber ebnet sich die Kar, dann steigt sie zum Grat Škrnatarica – Dovški križ), von dort über Schutt und Geröll rechts hoch zur Wand, wo eine markante breite Grasband erreicht wird, die um den Berg führt. Auf der Band dann einige Sprünge, die umgehbar sind. Auf der anderen Seite öffnet sich ein steiles Kesselchen, das hoch zu Tičarica und Škrnatarica führt. Gelände ziemlich steil und rutschgefährlich (Gräser), für Tičarica aufpassen, nicht zu früh den Hang hoch (dann schon zu Škrnatarica), sondern aufsteigend quer zur Talmitte, dann hoch andere Seite, steil hoch zur Tičarica. Von Tičarica weiter am Grat zur mächtigen Felsmasse Pšenk, Beginn des Grats Škrnatarica. Dort nicht links zur Škrnatarica, sondern unter Pšenk-Wänden entlang bequemer Grasbänder quer rechts zu Gulce, da auch Kukova špica geplant. Querung fast horizontal in Sattelhöhe Gulce, direkt unter Wand, nur an einer Stelle etwas exponierter, sonst sehr bequem. Wenn Schutt unter Couloir des „Normalwegs“ zu Škrnatarica erreicht, quer hinüber zum Sattel Gulce. Auf Kukova špica um 8 Uhr. Couloir zu Škrnatarica inspiziert und als trocken befunden (keine Winterausrüstung, da außer Couloir Rest der Tour trocken; bei verschneitem Couloir zurück unter Pšenk und von dort zur Škrnatarica; bequeme Variante für jeden, der nicht durchs Couloir quälen will, besonders beim Abstieg). Couloir nicht so bröcklig wie erwartet. Zwei Sprünge nicht zu anspruchsvoll. Besonderes Kapitel natürlich Anstieg zum Gipfel Škrnatarica. Mit Abseilzeug und Wissen, immer runterzukommen, hoch zum Gipfel (linke Felsseite). Ich selbst abgeseilt ohne Gurt und Seil. Hilfsseil rechts dünn verfügbar, aktuell guter Zustand, jeder urteilt selbst. Gipfel Škrnatarica nicht zwingend für Gratfortsetzung. Grat zu Dovški križ nach Bedarf und Können würzen. Südseite meist nicht extrem steil, eher breit, trotzdem einige mäßig exponierte Queren, Sprünge hoch runter in Scharten unvermeidbar. Da nicht genau wusste, was kommt und wie lange, einfachere Variante südlich mit einigen Mannln (nächstes Mal direkter), dann unterwegs zu Zwischengipfeln hoch, um Amphitheater zu bewundern. Überrascht nach einer Stunde von Škrnatarica um 10 Uhr am Dovški križ trotz langsamem Tempo. Deshalb noch Zeit für Oltar, gewürzt mit Auf- und Abstieg über Plattenkerbe (nicht rechter Umgehung). Auf Oltar 11.30. Abstieg wie üblich mühsam (langsamer als Aufstieg). Kein Biwak, da „hängen geblieben“ an sehenswertem Abstieg über Brinje. Brinje-Abstieg sehr bequem. Unterer Teil über Rdeči potok zieht sich immer. Auch über Brinje beachtlicher Schuttabstieg, nicht so lang, aber besserer Zustand. Dann weiches Grassteigchen runter, von Brinova glava durch Steilheit schnell unten. Am Auto genau 14 Uhr.