Im Königsjodler gibt es jedes Jahr viele Unfälle und Rettungen, und er ist nicht zu unterschätzen. Am gefährlichsten ist die geneigte Drahtseilbahn, da die meisten keine Seile und Prusiks für das Abseilen/Sichern beim Abstieg benutzen, und auch keine geeigneten (dicken) Lederhandschuhe zum Bremsen dabei haben. Die meisten Brüche und Verletzungen sind in der Wand, wo das FlyingFox-Seil endet. Ferner, dass einige die Regeln der Selbstsicherung nicht immer beachten - sie solieren, und gehen mit zu wenig Erfahrung in diese Schwierigkeit.
Die letzten zwei tödlichen Unfälle sind erst ein paar Tage her (1. August 2010). Innerhalb weniger Stunden fiel ein 50-jähriger deutscher Kriminalist 100m tief, und eine 47-jährige tschechische Ärztin über 50m tief, fast am selben Ort.
Bei Notausstiegen ist es meist so, dass wenn du keine zwei 60m-Seile, Schlingen, Hammer und Haken dabei hast, du geliefert bist. Natürlich musst du mindestens die grundlegenden Alpenmanöver kennen usw. Der, dem in der Via ferrata nichts mehr geht, ist meist nicht physisch fähig, allein abzusteigen, neben Krämpfen ist er auch psychisch fertig. Solchen muss man mit einer der Rettungsmethoden aus der Wand bringen.
Solange nichts passiert, ok oberflächlich brauch ich nichts zu wissen und keine zusätzliche Ausrüstung mitnehmen. Aber ist es wirklich so?
Die Grenze zwischen Genuss und Unfall in schweren Klettersteigen liegt ganz nah bei uns. Leider merken es einige erst, wenn es zu spät ist. Erfahrung schrittweise sammeln, gute psychophysische Vorbereitung, gute Tourenvorbereitung, geeignetes Wetter, genug Ausrüstung und Erfahrung für mögliche Rettung, und ein zuverlässiger Partner auch in Klettersteigen spielen eine Schlüsselrolle.
Der Klettersteig Königsjodler wurde 2001 eingerichtet und hat nur C/D-Bewertung, was irreführen könnte. Doch seine Länge, Exposition und technische Schwierigkeit stellen auch heute, in der Ära schwererer Steige als diesem, eine ernste Herausforderung für erfahrene Bergsteiger dar.