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stezosledka / Neueste Beiträge

stezosledka - Neueste Beiträge

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stezosledka3. 04. 2011 23:12:16
Wir hatten eine Lampe. Und ja, wir waren in unvergleichlich schlimmeren Situationen (Blitz, Wetterwechsel, weglos, Begleiterin verletzt zu Zeiten ohne Handys am Travnik in Trenta etc.) Viel in ein paar Jahrzehnten Herumirren hin und her...
Gutes Ende, alles gut. Alle in einem Stück. Wir sind dankbar, keine Sorge! Von diesem Gefühl lebe ich schon die ganze Woche!mežikanje
stezosledka3. 04. 2011 22:16:00
Lieber Juš, Matej und Borut und die gesamte slowenische Bergsteiger-Community im Forum


Nachdem Juš sein über die sogenannte „Rettungsaktion“ auf dem Storžič am 30.3.2011 gesagt hat, behalte ich mir das Recht vor, die fehlende, andere Seite der Wahrheit zu beschreiben. Wir wissen, jeder Stock hat zwei Enden und nichts auf dieser Welt ist schwarz-weiß.

Zur Vorstellung, das bin ich, Nastja, die „unzureichend“ bekleidete Dame vom Gipfel des Storžič, die angeblich so tat, als stünde sie zum ersten Mal auf unebenem Gelände und stolperte den ganzen Tag (!) über das Storžič-Massiv. Falsch: Ich war sogar zu warm angezogen, meine NES-Schuhe Gott sei Dank keine Winter-, da ich sie auf dem sonnigen südlichen Gratkammweg des Storžič (Bašelj, Sv. Lovrenc - dann unmarkierter Weg, der den Kališče-Weg kreuzt - Mala/Velika Polana und direkt hochgeht) nicht brauchte. Übrigens: Der Weg ist sehr steil, mit großen Schritten (nicht geeignet für Kinder), aber völlig trocken, nur auf sehr kleinen Abschnitten Schneereste, die tauten. Auch kurzärmelig hat mich nicht gestört (!), außerdem hatte ich wie immer zwei weitere Oberteile im Rucksack. Was Juš mir nicht verzeihen kann, ist, dass ich ohne Stöcke war, die leider kurz davor gebrochen sind (passiert auch in den besten Familien). Und daraus schloss er natürlich, dass die „Dame“ keinen Plan vom Bergsteigen hat. Übrigens: Ich weiß nicht, woran er gemerkt hat, dass ich eine Dame bin, ich bin nicht geschminkt, habe keine langen Nägel, trotzdem danke für das Kompliment.
Bezüglich des zu freundlichen Grußes - von Natur aus bin ich freundlich und kommunikativ und glaube an Gewaltlosigkeit und Freundlichkeit und bin total stolz darauf. Ein zu freundlicher Gruß ist meiner Meinung nach auf einsamen Berggipfeln völlig am Platz. Ja, ich war froh, dass noch jemand oben war, auch wenn nur zum gemeinsamen Abstieg, egal wohin. Sünde? Fühle mich nicht schuldig.

Noch diese Korrektur, wir sind direkt aus dem Tal gestartet (Bašelj, ca. 12 Uhr), zwischendurch fotografiert,
sonnengebadet, gegessen, fast eine Stunde die Alpenkrammvögel bewundert (ca. 20 Stück 500 m unter dem Gipfel, herrlich, und sie fraßen fast aus der Hand). Beim Wandern machen wir gerne Pausen und genießen die Umwelt, im Gegensatz zu euch Jungs, die auf Zeit geht, aber wir schleppen uns nicht, erreichen immer die Zeiten. Es leben die Unterschiede!

An dem Tag war die Technik wirklich nicht auf unserer Seite, der Akku der Kamera meiner Begleiterin war leer, mein Handy und sogar die Uhr. Zu viele Geräte? Vielleicht. Aber pure Wahrheit, dass es passiert ist.

Übrigens; eine „Dame“ von uns hat 35 Jahre Erfahrung im Hochgebirge und die meisten markierten Zweitausender in Slowenien bezwungen, einige auch in Italien, die andere 60 Jahre Erfahrung. Also keine Anfängerinnen und etwas über Berge gelernt. Richtig, wir wandern immer im Sommer, wenn alles blüht und dieses Jahr-Abenteuer war vorher außergewöhnlich. Storžič war auf der Südseite wirklich fast trocken. Warum umkehren, wenn außer einer einzigen Ausnahme alles trocken war?!

Beim Aufstieg rutschte es etwas auf steilen nassen (und trockenen) Gräsern. Das ist meiner Meinung nach der Hauptmangel dieses Weges und Grund, warum er relativ wenig begangen ist. Wahrscheinlich hat mir genau dieses Gras was missgönnt, dass ich meiner Begleiterin schon bergauf gesagt habe, dass ich diesen Weg definitiv nicht abwärts gehe. Vergesst nicht, rutschiges Gras kann gefährlicher sein als Schutt und sogar Schnee!

Nun ja, unsere gemeinsame Geschichte begann gleich auf dem Gipfel, als meine Begleiterin (naht dem siebten Kreuzweg) merkte, dass der Weg nach Kališče wirklich sehr verschneit ist und sie etwas Panik überkam und sie unsere drei Helden, die gerade aus der Rinne (Kramarica) hochgeklettert kamen, in voller Winterausrüstung: Steigeisen, Winterkleidung, Eispickel.... sehr höflich bat. Und hier komme ich - meine Schuld ist die Wahl Kališče. Keine Ahnung, woher diese Fixierung kam, eigentlich war das wirklich die schlechteste Variante, als ich später drüber nachdachte. Da die Jungs all die nötige Ausrüstung hatten, wäre es am besten gewesen, unseren Gratenweg abzusteigen, zudem hätte jeder sein Tal bei seinem Auto erreicht. Und das schnell. Leider ist keinem von uns das eingefallen.

Wir sind wirklich langsam abgestiegen (wir zwei haben Winterausrüstung wie Eispickel zum ersten Mal getroffen), richtig ist auch, dass der Schnee stellenweise so weich war, dass wir bis zur Hüfte einsanken (auch die drei erfahrenen jungen Kerle konnten nicht gerade rennen). Als wir bei Kališče waren, übernahm Matej das Kommando und sagte, er kenne den Weg von Kališče nach Bašelj gut, na ja, wir haben uns trotzdem verlaufen (kann jedem passieren, besonders im Dunkeln, Weg steil, schmal, trotz Lampen) Eine Weile führte Juš ... Kurz, folgte Kniebrechen auf mörderischem Hang durch Buchenwald, Felsen, Dornen, und kein Ende. Und nicht wegen der Damen...

Und einige Wahrheiten müssen ans Licht, Juš. Wen hat schon früh stark gefroren und gezittert, dem ich mein „unzureichendes“ Extra-Garderobe aus dem Rucksack angeboten habe?

Wer hat sich freudig auf die Lindt-Schokolade gestürzt und letztlich, wer von uns hatte mehr Getränke und Essen dabei? Wer war da unverantwortlicher???
Juš, antworte dir zuerst selbst in deinem Herzen, dann, wenn du die Eier hast, auch im Forum.
Manchmal muss man in sich schauen und Schwächen eingestehen. Das ist am schwersten.

Du irrst dich bezüglich bleiben oben und auf Retter warten. Oft waren wir in unvergleichlich schlimmeren Lagen und haben uns immer aktiv geholfen.
Damit mindere ich nicht das Gewicht eurer Taten, überhaupt nicht. Für mich wart ihr von Anfang an mutige und herzliche Jungs, sympathische Leute.

Dieses, dass ihr nur Sandwiches und etwas zu trinken bekommen habt, ist frech. Du weißt es gut; es war Mitternacht und das Einzige Offene war die Tanke. Wir waren alle total erschöpft und als ich uns ansah, sahen wir alle wie Zombies aus. Na, ich hatte noch Kraft, euch zum Dom pod Storžičem zu euren Autos zu bringen.

Und die Kiste Bier, von der ihr die ganze Zeit geträumt habt, wartet auf euch, das hab ich dir mehrmals gesagt, aber du schickst keine Adresse. Ihr habt sie verdient, wenn schon nichts anderes, weil ihr super Gesellschaft wart! Ich verschlinge nie ein Wort und schätze gute Taten, und Engstirnigkeit hat mir noch keiner vorgeworfen. Auch wenn ich Vorfahren aus der Gorenjska habe, oder gerade deswegen!

Bei alledem möchte ich betonen, dass von dem Moment als wir uns oben trafen (zwischen 17 und 18 Uhr) bis zum Abschied beim Dom pod Storžičem (0.30) eine wunderbare Atmosphäre unter uns herrschte. Auch als totale Fremde haben wir super gepasst, Lachen im Überfluss, ständig Infos austauschen, aufeinander aufpassen. Je länger unser Beisammensein, desto näher kamen wir uns, Kommunikation floss. Am Ende als ich Matej die Autoschlüssel gab, damit er es aus dem Tal etwas höher holt und uns den Weg spart, fühlte es sich an, als kenne ich euch mein Leben lang.

Ich sehe, im Forum wieder viel Spucken, Urteile, kurz ein echter Ausbruch negativer Gefühle. Ja, das ist das Problem unseres kleinen Landes, lauter Urteile, Kritik, Aufruf zum Lynchmob... und am lautesten die, die gar nicht genau wissen, worum's geht. Was die denken, interessiert mich wenig. Mein Schreiben gilt denen im Forum, die über das Durchschnittsprofil slowenischer Internetnutzer hinausgehen und Dinge nicht schwarz-weiß sehen. Wenn Slowenen das auch in anderen Bereichen könnten, wäre es uns wirklich gut, allen zusammen!

„Jeder, der deinen Weg kreuzt,
hat eine wichtige Botschaft für dich (unbekannter Autor).

Ich glaube, unser Treffen war nicht zufällig und wir konnten daraus jeder (wenn gewollt) viel ziehen.

Nichts ist schwarz-weiß, es ist bunt, positive Energie siegt immer. Wir haben sie genossen. Regenbogengrüße an alle zusammen,nasmeh

Nastja
         
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