| jerque26. 02. 2026 18:33:57 |
Gestern erstmals im Glinščica-Tal . Auf der "italienischen" Seite, da auf slowenischer Seite angeblich bis zur Fertigstellung der zweiten Eisenbahnstrecke Bewegungsbeschränkungen gelten und bei der aktuellen italienischen Schengen-Verständnis man sich nicht ganz sicher sein kann, wie legal Grenzübertritte auf irgendwelchen Ziegenpfaden sind. Was soll man sagen, die Schlucht ist wirklich prächtig, vielen Followern könnte man sie als alpin "verkaufen" , für uns Nicht-Schneefreunde ist das im Winter eine ganz gute Option, um Kondition zu testen und Technik auf etwas anspruchsvollerem Gelände aufzufrischen. Das gesamte Schluchtgebiet liegt auf slowenischem ethnischem Gebiet (und auch bei diversen Schildern scheint Zweisprachigkeit zu funktionieren), daher finde ich es ganz richtig, konsequent slowenische Namen zu verwenden und vielleicht nur bei der ersten Erwähnung das italienische für bessere Orientierung auf internationalen Karten anzugeben. Die liebsten Wege scheinen der eher spaziergangartige Pfad von der Premuda-Hütte in Gornji Konec (it. Bagnoli Superiore) bzw. Boljunec (it. Bagnoli della Rosandra) nach Botač (it. Bottazzo), wo es sogar mit "städtischen" Schuhen machbar scheint, und der Rad-Wanderweg entlang der Trasse der ehemaligen Eisenbahnlinie von Triest nach Kozina, der den nördlichen Hang der Schlucht hochsteigt (Steigung angeblich bis ca. 32 Promille), kurz vor der Grenze macht er eine S-Kurve um Draga und betritt dann Slowenien. Dieser Weg ist nach dem Triestiner Radfahrer Giordano Cottur benannt, der kurz vor und nach dem 2. WK einige schöne Erfolge beim Giro hatte, an zwei Stellen, wo ich ihn sah, ist schöner Schotter (also wahrscheinlich auch mit "Rennrad" machbar), für einen Werktag war ziemlich viel Verkehr, aber alle ohne Ausnahme fuhren langsam genug, sodass wahrscheinlich keine "Nahbegegnungen" mit "Fußvolk". Auf der Strecke gibt es auch einige Tunnel, aber alle kurz genug, dass man tagsüber wirklich keine Lampe braucht. Für Küstenleute ist wahrscheinlich der beste Einstieg Boljunec bzw. Gornji Konec (angeblich ist dort das Parkregime sehr kompliziert und abhängig von "Feiertagen", zu denen nach italienischem Recht auch alle Sonntage zählen), für die aus anderen Teilen Sloweniens am praktischsten, die Primorska-Autobahn bei Kozina zu verlassen, über den Grenzübergang bei Krvavi Potok zu fahren (klar, echte Kontrollen gibt's da nicht, der it. Polizist winkt allen Unverdächtigen freundlich weiter), beim ersten richtigen Abzweig links nach Jezero (it. San Lorenzo) abbiegen und gleich nach dem engsten Straßenabschnitt durchs Dorf links ein Parkplatz am Aussichtspunkt selbst zu sehen, der auch Behinderten und weniger Beweglichen einen Eindruck vom Canyon ermöglicht. Etwas weiter links noch ein Schotterparkplatz nahe einem weiteren Aussichtspunkt. Natürlich beide kostenlos und ohne Zeitlimits, mitten am Werktag nur symbolische Anzahl Autos zusammen, ungefähr ausgeglichen italienische und slowenische Kennzeichen, beim Gehen noch einige mit it. Kennzeichen neben der Dorfkirche geparkt, wo es offenbar nicht verboten ist. Jede Wanderkarte zeigt, dass es in diesem Gebiet massenhaft offizielle und irgendwie markierte Wege gibt, die man unmöglich alle auf einmal abdecken kann. Für jemanden, der zum ersten Mal da ist und Ausblicke für mögliche Folgebesuche sowie geeignete Fotopunkte und etwas Kulturerbe interessiert, schien mir die repräsentativste Route von der Kirche hl. Lorenz entlang dem nördlichen Rand vorbei der Felswand Stena (Italiener haben sie nicht mal "übersetzt", sondern Monte davorgeklebt), Abstieg zum Radweg und dann noch nach Botač, dann auf dem "Spazierweg" nach Premuda mit Abzweigen zum Supet-Wasserfall (nach manchen it. Quellen Cascata di Val Rosandra) und Kirche hl. Maria auf den Felsen (it. Santa Maria in Siaris), dann kurz vor "Premuda" Abzweig zum Aufstieg auf Burg Muhov (it. Castello di Moccò) und dann vorbei Hrvati (it. Hervati) auf dem nächsten unmarkierten Weg zum Aussichtspunkt bei Jezero. Schon auf dem technisch leichteren Abschnitt am Rand bis Stena hat sich die Wahl richtiger Bergschuhe als richtig erwiesen, später natürlich noch mehr. Der nördliche Rand ist etwas höher als der südliche, sodass man neben Triest und Milje den Canyon selbst und die Gegenseite gut betrachten kann, besonders auffällig ist der Grat, auf dem auch Cippo Comici ist (hat der Grat einen Namen?), auf seinem steilen Hang lädt Maria auf den Felsen geradezu ein, Teleobjektive zu testen. Irgendwo auf Stena endet der Aufwärmteil des "Spaziergangs" und es folgt der Abstieg, zuerst zu "Cottur", wo Schilder zeigen, dass er direkt an der Grenze verläuft. Auf Suche nach guten Aussichtspunkten spaziere ich etwas auf dem Weg. Und klar laufe ich auf Ziegen, vielleicht sogar dieselben, die mir vor Wochen auf Socerb das Auto gründlich abgeschleckt haben. Genau auf dem Abschnitt, wo ein mehrsprachiges Schild vor fallenden Steinen und Wildtieren warnt, gezeichnet genau eine Ziege. Von geeigneter Stelle schaue ich mir aus der Ferne noch Tabor über Botač auf slowenischer Seite an, sieht aber aus als gäbe es da nur Wände und alles drumherum zugewachsen, also riskiere ich keine "illegalen" Grenzübertritte und lasse es aus. Eher aus Neugier husche ich schnell noch zur "Weinhöhle", die auch auf slowenischem Gebiet liegt, nach vorherrschendem Englisch (und null Italienisch) schließe ich, dass jemand hauptsächlich auf Touristen aus sogenannten "Drittländern" setzt. Dann zur Raststelle, wo ein Pfad abzweigt, der nach Botač absteigt, was zeigt, dass trotz abgelegener Lage dort noch etwas Leben ist. Interessant, als ich vor Kurzem um Osp, Socerb etc. unterwegs war, fielen mir einige einsprachige Schilder "proprietà privata" oder "attenti al cane" auf, in Botač genau auf italienischer Grenzseite aber bei einem Haus ein einziges "Vorsicht Hund", jemand anderes hat einen italienischen Briefkasten mit "posta" gekauft und eigenhändig ein Dach über das S gemalt... Die erste Brücke im Dorf selbst führt auf slowenische Seite, denn gleich begrüßt uns ein "Zaun" in Farben unserer Trikolore, daneben ein Häuschen, das früher wohl Wache oder Grenzübergang war. Unser Weg geht dann ein paar Meter auf der Straße, bis links ein neuer Pfad bei Ruinen abzweigt, wahrscheinlich Mühle, über Brücke oberhalb der Mündung von Grižnik und Glinščica, dann jener genannte "Spazierweg" nach "Premuda". Wenn ich bisher keine lebende Seele getroffen habe (nicht die Cyclisten und ein paar Läufer auf "Cottur" zählend), ist es jetzt anders, da ich immer mehr entgegenkommende treffe... schwer alle als Wanderer zu bezeichnen, viele wirken eher Spaziergänger oder Begleiter vierbeiniger Lieblinge, denn mit klassischer Wanderkleidung wirke ich exotisch. Interessant, auf meinen zweisprachigen Gruß antworten überraschend viele auf Slowenisch. Aber der Reihe nach. Wenn der Weg das Geröll erreicht, und wir statt auf Bildschirme mal umschauen, bemerken wir den Supet-Wasserfall. Und wie passend, zweigt abwärts ein schlecht angelegter "Pfad" ab; bevor er zu steil wird, mit etwas Vorsicht (und passendem Schuhwerk) erreicht man den Punkt, wo der Wasserfall sich palmengroß darbietet. Beim Zurückkommen auf den Weg bald unmarkierter Abzweig links zur Maria auf den Felsen. Uff, dieser östliche Anstieg ist ganz steil und technisch, bei uns wäre schon "Seil". Aber mit richtigem Schuhwerk kein großes Ding. Bei der verschlossenen Kirche sind Felsen, die zum Ausruhen, Vogelbeobachten und ggf. Brotzeit einladen. Entgegen Erwartung sieht man den Wasserfall nicht, eigentlich nur den oberen Teil, Rest verdeckt eine Wand. Glücklicherweise ist der westliche und markierte Anstieg zur Kirche viel weniger technisch und zickzackiger. Beim Zurück zur Hauptweg finde ich noch einen kurzen "getretenen" Abzweig runter, von wo ein noch telephotoartiger Blick auf den ganzen Wasserfall. Wenn ich wieder auf den Weg komme und am Abzweig zur Kirche vorbeigehe, dann... etwas zerkratztes und aufkleberbedecktes Schild, das aber noch klar das Nähern am Wasserfall verbietet. Also habe ich mindestens zweimal unwissentlich Regelbruch gemacht, da auf der anderen Seite sicher kein solches Schild war. Wer weiß, vielleicht meinen die Pflegekräfte, dass die, die über andere Wege nach Botač kamen, gut genug ausgerüstet und erfahren sind, um selbst zu beurteilen, wie weit noch...    Wieder auf der "Autobahn" nach "Premuda". Mit einem Auge schaue ich besorgt zu zwei Häusern hoch am Hang, die ich als zu Jezero gehörig kenne (wohin man sowieso muss), mit dem anderen zu einem anderen steilen "Hügelchen", von dem ich sicher bin, dass es Muhov-Burg ist. Der Weg nähert sich meanwhile Glinščica und bald nach kleiner Raststelle sagt die Karte, abzuzweigen. Zuerst über Glinščica. Keine Brücke, aber bei normalem Wasserstand tritt man in den flacheren Teil (und testet praktisch Herstellerangaben zur Wasserdichtigkeit des Schuhwerks ), von wo man auf Fels am anderen Ufer steigen kann. Dann nur steil hoch auf schlecht getretenem Pfad am kahlen Hang (nicht bei Sommerhitze empfohlen), im letzten Teil auf glatter Fels. Mit passenden Sohlen machbar, bei Nass aber doch nicht gewagt. Mühe lohnt sich mit offiziellem halbkreisförmigem Aussichtspunkt, von wo Gornji Konec und Boljunec wie auf der Hand, vom Canyon gar nicht zu reden. Von hier würde ein schöner flacher Weg mich nahe Zabrežec (it. Moccò) bringen, ich nehme aber den schlecht getretenen direkt auf den Gipfel... um festzustellen, dass von der Burg nur eine Mauer zwischen Bäumen bleibt. Nach Zabrežec absteigen auf ansonsten ganz ok Waldweg, abzüglich Umgehung eines gestürzten Baums. Ein offizieller markierter Weg würde irgendwo "mitten im Nirgendwo" zu "Cottur" stoßen, daher finde ich mit Karte direkteren, der "Cottur" in Unterführung kreuzt und Hrvati erreicht. Kurz vor erstem Haus neuer Abzweig zu Pfad, den die Karte "Biscottone Trail" nennt, der in ziemlich steilem Anstieg die Wand umgeht und Aussichtspunkt bei Jezero erreicht, architektonisch gleich dem auf Muhov-Burg. Von hier ist's nicht mehr weit zur Straße und Jezero. Jedenfalls, Fotos meist im "rohen" Zustand und müssten noch nachbearbeitet werden, was Zeit braucht.
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