Mit großem Stolz kann ich sagen, dass wir die Querung der Bavški Pihavci wiederholt haben, seltene Nutzer von Hribi net, vor allem ihre Legenden Jovan, Dragot und Tone. Ohne ihre Beschreibungen und Fotos hätten wir uns dieses Unterfangen wahrscheinlich nie gewagt. Deshalb herzlichen Dank an alle drei. Ich wäre ungerecht, wenn ich nicht auch den schönen Fotobericht von Alyas (Igor?) erwähnen würde.
Da wir wussten, dass die Tour maratonartig wird, sind wir schon samstags nachmittags nach Bavšica gefahren und dort gezeltet.
Aufgestanden um 5:00, 10 Eier gebraten und gegessen, nochmal alle Ausrüstung gecheckt und um 6:10 Richtung Planina Bala gestartet. Wetter ideal, keine Wolke mit leichtem Wind, sodass der Morgentau schon fast trocken war.
Ersten Fehler auf Preval gemacht, weil wir nicht rechtzeitig vom markierten Weg abgestiegen sind, um das lästige Gestrüpp zu umgehen. Zwar keine Höhenmeter verloren, aber das Durchschlagen durch und über Gestrüpp hat mindestens 15 Minuten gekostet. Danach Aufstieg am Boden einer flachen Rinne, die uns links unter das Sattel Vrh Osojnika brachte. Zum Sattel Querung über steile Wiesen. Wenigstens damals schienen sie steil, später merkten wir, dass sie eher flach als steil waren. Am Sattel um 10:00 und halbe Stunde Sonne mit Blick auf Nizki vrh, Špičica, Skutnik, Veliki Jelenk und andere fernere Gipfel im Osten.
Klettergurte angelegt zur Sicherheit und seilfrei auf göttliche Gratquerung gestartet. Streng am Grat bis 3. Schwierigkeitsgrad gehalten, nur paar wirklich üble Kanten umgangen. Zu V. Pihavec 1 Stunde 15 Min. Dort frühes Mittagessen, Sandwich das ich kaum runterbekam, da trotz 1 Liter Holunder ich total trockenen Mund hatte. Mit Anže noch 10-15 Min für Nachmittagssiesta.
Nach 15 Min Gehen am Abseilpunkt zum Sattel zwischen M. und V. Pihavec. Ganzer Manöver 40 Min, dann schon Aufstieg im schönsten Teil der Tour, streng am Grat zum Gipfel M. Pihavec. Hier 100% einverstanden mit Jovan, dass am Grat am sichersten. Leider endete dieser Adrenalin-Grat nach 10 Min. Auf Gipfel M. Pihavec nicht lange verweilt und schon Abstieg Richtung „Letzter Pihavec“ und weiter zu Obljak. Beim letzten Anstieg dorthin ist Grat oben komplett mit Buschwerk bewachsen.
Deshalb rechts davon auf ziemlich bröckligem aber leichter gangbarem Hang aufgestiegen. Von M. Pihavec zu Obljak eine Stunde.
Nach halbstündiger Pause gestartet mit dem für mich anspruchsvollsten und gefährlichsten Drittel des Wegs. Bis hier keine Orientierungsprobleme, da am Grat niemand verloren gehen kann. Beim Abstieg sofort konfrontiert und später noch mehrmals. Denke schon nach ersten Gräsern zu weit links abgestiegen, bald über steiler Rinne mit direktem Blick auf Planina Bukovec. Bei erster Gelegenheit rechts querend zurück. Diese Querung war für mich der gefährlichste Abschnitt der heutigen Tour. Ganzen Tag Angst nur hier. Muss erwähnen, dass ganzen Abstieg mit Piolet in der Hand gemacht. Nach dieser Querung auf etwas weniger anspruchsvolles Gelände, aber nicht weit genug rechts wie gewollt, da zwischen uns und gewünschtem Hang steile tiefe Rinne. Nach 450m Abstieg (1,5 Std) in schönen ziemlich ebenen Buchenwald gekommen. Überglücklich, dass diese Abstürze endlich vorbei. Leider voreilig. Nach Wald fast laufend 200m in 15 Min abgestiegen, dann senkrechter Hang. Eine Weile nach passablem Übergang gesucht, aber keiner. Am Ende für Abseilen entschieden. 5 hintereinander für 100m Höhenmeter 1 Std 15 Min. Für nächste 250m steile Rinne noch halbe Stunde und auf markiertem Weg, 10 Min von PUS Bavšica.
Ohne letztes Drittel wäre es Traumtour, so wahrscheinlich einmalig aber trotzdem wunderbar. Und man glaubt nicht, wie gut Laško nach zwölf ein halb Stunden schmeckt.
Fotos folgen mit paar Tagen Verspätung.