| ločanka15. 09. 2019 20:46:38 |
Man sagt, Freitag der 13. ist ein Unglückstag. Aber dieser Freitag war es nicht, für mich war es ein überaus glücklicher Tag . Auf dem Gipfel einer so wundervollen Berges wie der Hohen Weißspitze zu stehen ist wie Lottogewinn, man kann nicht glauben, dass man zu den Auserwählten gehört, die ihren königlichen Gipfel betreten haben. Wunderschön, lieblich, kühn von allen Seiten und ein wenig zurück fast unzugänglich. Deshalb ist die Freude auf dem Gipfel umso größer.
Sie war lange begehrt und bewundert, aber nur kurz geplant. Alles musste passen: Gesellschaft, Wetter, freie Zeit. Wir trafen uns zur vereinbarten Zeit am Parkplatz bei der Brücke und stiegen am Rauschen des Wassers des Weißen Baches vorbei an Brunner zu den Gorizia-Biwaks auf, wo wir wirklich Zeit für Pause und Bewunderung nahmen. Schon vorher hatten wir den Kletterern im Nordkamin der VBŠ zugeschaut und ihren Fortschritt eine Weile verfolgt. Tone kannte alle Details, da er erst zwei Monate zuvor in ihrer Route war.
Die Umgebung der Biwaks ist unbeschreiblich schön, sie fesselt dich, man würde einfach dort sitzen und genießen. Man bewundert die Steinböcke, die neugierig ganz in der Nähe herumlaufen, Gämsen grasen sorglos etwas höher. Hier trennten wir uns, wir drei gingen zum Sattel unter VBŠ, Tadeja zur Krniška Scharte. Auf der Ob. Scharte des Weißen Baches entschieden wir, uns mit allem auszurüsten, was wir hatten, da der Gepäck auf dem Rücken schon genug war. Und es war die einzig richtige Entscheidung, da die Wand stellenweise ziemlich senkrecht wird, deswegen war die Freude am letzten Sicherungsstand, wenn man den Rand der grasigen Oase betritt, umso größer. Aus dem Schatten tritt man ins Sonnenlicht, die Welt öffnet sich und nur noch ein paar entspannte Schritte (zumindest fühlte es sich so an ) zu üppigen Ausblicken, die am Freitag bis zu den schneebedeckten Hohen Türmen reichten.
Das Glück raubt den Atem, Worte sind überflüssig. Wenn man von der VBŠ-Gipfel auf die Welt blickt, fühlt es sich an, als hätte man etwas geschenkt bekommen, wie nicht, da es noch kurz zuvor nur in Träumen lebte. Aber auch Abstieg war nötig, den machten wir per Seilabseilung, da das in dieser Welt der sicherste Weg ist. Die Tour ist erst beendet, wenn man wieder auf der Scharte steht und leichtfüßig über das Schuttfeld absteigt.
Dass die Tour gut war, stimmten wir alle zu und stießen in der Gaststätte am Rabeljsee an. Sogar die Rabeljspitzen leuchteten am Freitag heller als sonst .
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