Wenn man die heimischen Berge ein bisschen satt hat, führen Neugier und Eindrücke anderer früher oder später in die Westlichen Julier. Gipfel von Planina Pecol sind für Viele logische Fortsetzung, aber was hinter der breiten Wand des Montaž verborgen liegt und wie mächtig seine Gestalt von der anderen Seite über Dunja ist, die den Dichter Kugy so verzauberte?
Eine gute Einleitung in diese mehr oder weniger einsame und sehr wilde Welt bietet gerade der plattige Gipfel Cuel de la Bareta bzw. Baretka und obwohl am allerletzten Ende der Julier, kann er mit seiner Höhe (1522m), (Un)Schwierigkeit, entspanntem Erkunden und schrittweisem Kennenlernen der Umgebung einen neuen Anfang bedeuten.
Auf dem Weg zur Baretka selbst hat sich in zwei Monaten seit letztem Beitrag und auch vorherigen nicht viel verändert. Die kleine Raststelle an der Straße 2km vor Kluže und etwas nach der Brücke über Bela ist leicht zu finden, einmal überquert und rechts abgebogen geht's bald bergan auf markiertem und vorbildlich gepflegtem Weg 619 in die enge Schlucht des Cadramazzo-Baches. Steil, wild und ziemlich eng verständlicherweise im Schatten, doch auf der Mulde mit Blicken auf den malerischen Bach und Klippen auf der anderen Seite steigt man schnell zum Abzweig auf, wo rechts der Weg ins Potok-Dorf abbiegt. Hier gehen wir kreisförmig zurück, zum Gipfel sind es noch eine halbe Stunde breiter und flacherer Weg. Kurz unter dem Gipfel streichelt uns endlich die Sonne, der Gipfel selbst mit Tisch, Bank und interessantem Obelisken neben Resten der Seilbahn und Artillerie-Festung unter dem ganzen Gipfelbereich bietet wirklich zauberhafte Ausblicke in alle vier Richtungen. In der Ferne thront Montaž und ich verstehe Kugy schon besser. Aber nicht nur Montaž, rechts begeistert von Strma peč, links vom Panorama der Naborje-Berge von Dunja-Gipfel bis Poldašnja špica, drüben Lopič und markanter Zuc dal Bor in den Karnischen, schließlich ganz nah bewundert man die wilde und schwer gangbare Welt der Joveti. Bei sonnigem warmem Wetter pure Idylle, Pläne für weiter vorn leichter geschmiedet.
Zurück zum Knoten mit Weg 620 Richtung Potok-Dorf (2h) und war es früher eine Route für Bergromantiker und Träumer, ist sie heute eher für Abenteurer. Vorgänger haben die Lage gut beschrieben, auf den meisten Abschnitten zum Dorf Vorsicht walten lassen (besonders beim Erdrutsch beim Queren des Fontanis-Bachs), da Erosion mit Feuers Hilfe unter einst mächtigen Kiefern die ebene Panoramasteige über Abstürzen unter Sflamburg rasch zerfrisst. Trotzdem lohnt der Kreis über tiefen Abgründen wo der Weg in viele Mulden und Muldchen einschneidet, besonders gegen Ende wegen malerischem Potok mit netter Kirche darüber. Am Bett des Potok-Bachs abwärts nach Reklanica, kurz vor Brückchen mit etwas Aufmerksamkeit findet man den rechten Abzweig der den Rückweg auf Radspur stark verkürzt. Dieser Abschnitt problemlos nachverfolgbar, technisch keine Besonderheiten, dazwischen zwei Drahtseile. Wer (außerhalb Saison) Einsamkeit und Neues sucht, wird vom wundervollen und stellenweise wilden Erlebnis in dieser abgelegenen Welt begeistert sein.