Beim Loben der oben genannten Leistungen kann ich's nicht lassen, dass mir blasphemische Gedanken kommen. Interessiert mich nämlich, welcher Unterschied zwischen extremem "Langzeitsport"-Kletterer (klettert außergewöhnlich schwere gebohrte Routen in Bergen), extremem Bergläufer und extremem modernem "Klettersteiger". Letztens Trend, alle ans Kreuz zu nageln, die sich mit Aufstieg über Klettersteig brüsten, während man Bergläufern huldigt. Gibt's wirklich wesentlichen Unterschied?
Von "echtem Kontakt zur Natur" schwer reden in diesen Fällen, Masse Bergläufer würde normale Bergwege stark zerstören. Von Gefahren Steinverwirbeln ganz zu schweigen und Sicherheitsmaßnahmen Läufer - hat wer Erste Hilfe, Ersatzkleidung, Helm.. ?
Klar nichts gegen Bergläufer. Kritisiere sie hier nur, um zu sagen, auch sie nicht perfekt. Jeder Wildnisbesuch stört Natur und meist akzeptabel, bis massenhaft. Seien es Wanderer, Alpinisten, Läufer, Klettersteiger, Radfahrer, Gleitsegler..
Dann Kompromisse. Wo wie viel nachgeben und wo Grenze ziehen. Für jede Bergbesuchsart. Dass aber ein extrem störender Faktor öffentlich über anderen wettert und sich erhöht, ist etwas unverschämt.
"... weil Alpinisten sagen, mit Taten degradierst Alpinismus."
Mich wundert, welche Alpinisten Ziehen Traktorreif degradierend für Alpinismus finden. Auch Aufstieg auf gezeigte Sechstausender kein typisch alpinistisches Tun, zumindest wissensmäßig. Stark wie Bulle (zweiter Teil Sprichwort lass ich) macht noch keinen guten Alpinisten. Alpinisten-Definition liest Potenzial-Degrader am Anfang Nejčevo Buch.
Und kurz - viele verschiedene Leute gehen in Berge, Platz genug für alle. Nur weniger Gier, Neid und Bosheit nötig, bisschen mehr Selbstkritik, und schöner Berg- (bzw. Felsen-)Welt noch schöner.