Gestern bin ich wieder mal auf Lisca hingeschaut. Angenehmer Familienausflug, die Hälfte der Familie spaziert den Pastirček-Weg, die andere Hälfte hat ein bisschen auf dem Kletterweg trainiert. Hütte offen, trotz ziemlicher Menge war der Service schnell und sehr freundlich, Essen und Preise ok, Spielplatz für die Kleinen in gutem Zustand, insgesamt ein sehr angenehmer Tag.
Das Einzige, was mich verblüfft hat, ist die beachtliche Anzahl Leute, die die Ferrata ohne Ausrüstung angehen (na ja, 6 solche haben wir auf den fünf Seillängen getroffen, was mir viel vorkommt). Als ob das eine neue Mode wäre oder so? Ich verstehe, dass einige in guter Form sind, total sicher auf Haken und Klammern und noch viel schwierigerem Gelände und für die ist Lisca leichter Training. Trotzdem verstehe ich nicht, warum sich Leute nicht sichern, wenn sie könnten? SVK und Gurt um den Hintern ist wirklich keine große Last oder Behinderung...? Muss man nicht überall einhaken, aber auf dem letzten D-Seillänge vielleicht doch...?
Mich hat mehr besorgt ein Mädchen, das ich zwischendurch gesehen habe, offensichtlich Touristin aus dem Ausland, ohne jegliche Ausrüstung, die sichtbar verkrampft hochgeklettert ist und schon gleich am Anfang auf normalen Haken Schwierigkeiten hatte. Zu ihrem Glück ist sie irgendwo mittendrin abgestiegen und lieber den parallelen Pfad spaziert, der glücklicherweise auf Lisca existiert.
Trotzdem war ich in der Zwickmühle, was in so einem Fall tun? Freundlich hinweisen, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, oder Leute in Ruhe lassen, sollen machen was sie wollen...? Denn Hand aufs Herz, heutzutage auf Fremde hinzuweisen, dass sie etwas falsch machen, wird nicht gerade gut aufgenommen, auch wenn sehr höflich und gut gemeint. Was macht ihr?