| bagi14. 07. 2022 12:22:53 |
Seit geraumer Zeit schwirrte uns die Idee im Kopf, den Naborjet-Grat von Valbruna bis Dogna in einem Rutsch zu durchqueren. Wir warteten auf die richtige Sternenkonstellation und sie leuchteten uns am genau passenden Tag. Abkühlung nach langer Hitzewelle eingetreten, schöner Samstag angesagt und auch der helle Tagesabschnitt unter den längeren. Wie recht sie uns kam, erfuhren wir erst am Ende der Tour  Am Ausgangspunkt in Ovčja vas kamen wir zu unchristlicher Stunde an. Wir schnallten uns schwere Rucksäcke mit riesigen Wasservorräten um und machten uns um 3 Uhr morgens auf Weg 607. Die einleitende Straße zur Alpe Rauna war genau richtig zum Aufwärmen und Meditieren in der nächtlichen Stille. Sie begleitete uns bis zur Alpe, wo Vögel mit lautem Gezwitscher die ersten Anzeichen des Tages verkündeten. Höher an den Hängen wärmte uns die Sonne schon fleißig in der kühlen Morgenfrühe. Poldašnja špica ist die Erste im langen Grat und so früh erwartungsgemäß allein. Am Horizont versteckte sich Dunjski vrh schüchtern als Letzter, zahlreiche Zwischenschluchten verbargen sich erfolgreich. All das kannten wir schon aus früheren Erkundungen, daher wussten wir ungefähr, was uns erwartete. Erste Pause geplant bei Dve špici, zweite auf Dunjski vrh. Mit schnellem Gehen wollten wir nicht übertreiben, um nicht vorzeitig ohne Batterien dazustehen . Auf so langem Weg zu viele Unbekannte trotzdem. Von Poldašnja špica abgestiegen zum Bivacco Btg. Alpini Gemona und weiter auf Weg 649. Erster Gratabschnitt markant hoch alpin mit vielen exponierten Stellen. Hier stand Sicherheit an erster Stelle, Zeit überhaupt nicht relevant. Solchen Gelände gewohnt, kamen wir trotzdem gut voran. Die Sicherungen trugen bei, genug davon an Schlüsselpunkten. Um die Mittagszeit keuchten wir zur höheren der Dve špici, wo die verdiente Jause wie lange nicht schmeckte. Zweiter Gratabschnitt bis Alpe Bieliga niedriger, aber nicht weniger schön als der erste. Verläuft durchgehend auf Stellungen des Gemona-Bataillons, wonach Weg 649 benannt ist. Militärweg schon vor Jahren von Schutt befreit und in heiklen Passagen gut gesichert. Hier gingen wir entspannter und Kilometer verflogen. Bald waren wir auf Alpe Bieliga, wo 649 offiziell endet. Dort fanden wir mit App Hilfe Weg 601, da keine Wegeweiser zu sehen. Erste Markierungen für 601 am Brunnen bei Hirtenhütten gefunden und los für letzten Gratteil zum Dunjski vrh. Markierungen über der Alpe erneuert, aber im Gras schwer zu erkennen. Bald stiessen wir auf zugewachsene Mulattiera mit älteren Markierungen, die uns zu den Hängen unter Lipnik brachte. Dort bekam "Überwucherung" eine neue Dimension. Exzellent angelegte Mulatieren zugewachsen bis unkenntlich und nur schmale Spur im hohen Gras führte uns sicher über steile Flanken. Auf Dunjski vrh um 17 Uhr und Zeit für weitere Jause und Pause. Die kam gerade recht für alles Folgende  Abstieg nach Dogna über Weg 602 war eine Geschichte für sich. Einziger Teil, den wir nicht kannten und vielleicht besser so . Glück gehabt mit GPS-Track und Warnung des Freundes, bei Tag absteigen zu müssen. Bald klar warum. Alles eine einzige Steilheit. Markierungen extrem rar und nur sporadische Haltepunkte. Kein Weg eigentlich, mehr Raten wohin weiter. Tritt ins Gras hier, Tritt dort, ein paar gehackte Ruinenzweige, vielleicht Markierung, Wegstücke gefunden, dazwischen oft gar nichts. Oft entscheidend der GPS-Track. Auch wenn im Gelände nie präzise, zeigte er wenigstens Richtung für Fortsetzung. Abstieg gewürzt durch Queren steiler Wiesen, wo Fehler einfach nicht drin war. Alle Ausläufer tief in Abgründen. So Meter für Meter langsam bis Sella Mincigos abgestiegen. Von da endlich sichtbarer, einigermassen getretener Steig. Dann langer steiler Abstieg nach Dogna, wo um 21 Uhr das Naborjet-Abenteuer beendet war. Zum Abschluss … schwierigster Teil des gesamten Weges war gerade der finale Abstieg vom Dunjski vrh. Nur 6 km lang aber 1700 Höhenmeter runter. Dafür allein 4 Stunden. Alles andere Bergsteigerpoesie. Vom Poldašnja špica bis Dunjski vrh herrlicher Grat, Schwierigkeit genau richtig, Geschichtsinteressierte finden was. Mehr im Fotobericht ... Noch ein paar Daten aus Garmin: Gesamtlänge zurückgelegt: 29 km / Höhenmeter auf Weg: 3000 m
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