Gestern (Freitag, 12. Juni) Mokrica über Veliki Krvavec, unter Velbom und Abstieg nach Korošica über Jagdweg. Gestartet bin ich frühmorgens bei Jurju und vorbei an Plečniks Kunstwerk Richtung Kurja dolina fortgesetzt. Als der Pfad verschwand, ging ich durch das Gerinne des Wildbachs und suchte Durchgänge zwischen Blöcken. Wo Veliki Krvavec links abzweigt, entdeckte ich am rechten Rand der Rinne einen Pfad nach oben. Wahrscheinlich der Jagdweg parallel am Grat, ich setzte auf Veliki Krvavec unter Udiranje fort. Wetter schön, windstill, nachts kein Frost, daher rechnete ich mit keinen fallenden Steinen. Und tatsächlich keine. Die Rinne ist größtenteils gut passierbar, hier und da auf Polstern aus Sand und Steinen aufpassen. Keine frischen Einstürze. Als die Rinne oben enger wurde, suchte ich Übergang rechts zum Schuttgrat, fand aber keinen. Deshalb weiter über steile, bröcklige Platten und Rinnen, die die letzten 100 m des Veliki Krvavec bilden. War das Kraxeln der ersten 50 m noch erträglich, war die Fortsetzung umso ärgerlicher. Aus der Ferne sah das Gelände aus wie eine steile Wand aus rötlichem Fels. Aus der Nähe stellte sich heraus: teuflisch steiler Sand mit gestapelten Steinen, die wie Fels aussehen. Einige zog ich raus für Tritte, einmal oder zweimal trat ich einfach Löcher in den Sand. Die letzten Meter gewürzt mit ebenso steilem Gras, so atmete ich auf, als ich bei ca. 1450 m über den Rand in die rechte Seurinne kippte.
Und fast direkt auf einen Steg trat. Mit vielen Steinmännchen führte er durch felsige und schuttige Passagen. Ca. 100 m höher dachte ich, er geht durch fast senkrechten Schutt, stieg 10 m hoch, sah aber beim Rückblick, dass der Steg scharf rechts abbiegt und durch einen echten Tunnel aus geschnittenem Schutt abwärts geht. Steinmännchen oder Passagen durch geschnittenen Schutt führten mich zur Halde unter Kompotelo. Über die Halde quer oberhalb des Schuttrands (etwa oberes Drittel) zur Rinne unter dem Nordgrat der Mokrica, dann wieder mit Männchen ca. 80 m abwärts und rechts durch die Mulde unter Velbom. Davor links über grasige Bank zu ziemlich steilem Schuttgrat und dann direkt hoch durch geschnittenen Schutt und über nassen steilen Gras (Pickel half) zum Grat. Bis zum Gipfel Mokrica links noch ca. 150 m markierter Weg.
Abgestiegen über Jagdweg vorbei Hütte weiter zur Sandgrube. Dann Waldstraße bis unter Farjev plaz. Wo die Straße scharf rechts abbiegt und zurück, ging ich geradeaus über Fahrweg, dann Steg und wo der unter umgestürzten Bäumen verschwand noch ca. 100 m abwärts durch Wald und dann markierter Weg zu Jurju.
Für den Aufstieg über Veliki Krvavec entschied ich mich nach Beschreibung in Alpinistični razgledi 3/1980 und Beitrag im alten PZS-Forum (PrimozL, 2010), Beschreibungen des Jagdweganfangs schienen mir unklar. AR-Beschreibung erwähnt keine großen Probleme in der Rinne, PrimozL warnt vor Bänken unter Velbom, die technisch anspruchsvollster Teil sind (II. Grad). Mir kam der bröckelnde und sehr steile Ausstieg aus der Rinne bei weitem am schwierigsten vor. Höher traf ich auf etliche Männchen, Schutt an Schlüsselpunkten wohl schon länger geschnitten. Ich nehme an, der untere Teil ist ähnlich markiert, also der, den ich umging über Veliki Krvavec. Für Anstieg auf Mokrica von hier empfehle ich die Variante ab Wegbeginn. Aufstieg über Veliki Krvavec ist sicher eine tolle 1200-m-Tour im Winter.