Samstagnachmittag. Sonntagsziel festgelegt. Dann... ping. SMS kommt. Plan ändert sich im Nu. Wenn du eine Einladung aus der Steiermark in steirische Berge bekommst, musst du zusagen, weil du weißt, es wird toll. Und es war nicht nur ausgezeichnet, sondern auch zauberhaft und wild - mundus phantasticus.
Wir starten auf der weißen Straße zur Sedelšak-Bauernhof und gehen direkt den Hang hoch, wo hier und da schwache Pfadspuren zu sehen sind. Als wir die ersten Gratkantenfelsen erreichen, beginnt das Abenteuer. Klares Wetter, genussvolles Klettern, mit jedem Meter entfaltet sich die unbekannte Welt geheimnisvoller. Vom Ojstri-Gipfel bleibt der Blick am bedeckten Graben gegenüber hängen und als ich gefragt werde, ob ich ihn hochsteigen würde, leuchten die Augen. Was von hier senkrecht und unmöglich wirkt, wird machbar am Ausstieg. Mit Vorsicht, da der Untergrund zerbrechlich und zugewuchert ist, durchqueren wir ihn schnell und gehen mehr oder weniger am Rand des Gromovca in Richtung Smrekovec weiter. Seinen Gipfel lassen wir für ein andermal und steigen zur Kar unter dem Dleskovec ab, durch die wir inmitten von Nebel- und Sonnenspiel zu den Dolge Trate kommen, vorbei am Turm, der der Atmosphäre einen besonderen Stempel aufdrückt. Zum Dleskovec folgen wir dem gehackten Zwergkieferngebiet ostwärts, dann nördlich, wo die Verbrennung abrupt endet. Dann watend durchs Gebüsch zur Schulter mit großem Steinmann. Nach der Pause blitzschnell auf den Dleskovec-Gipfel, von dem wir zum Gipfel jenseits der Dolge Trate stechen, der ebenfalls mit großem Steinmann geschmückt ist. Wir folgen etwas Pfadähnlichem zur Alm und über fettigen, schlammigen Steig auf namenlosen grasbewachsenen Zwergkiefernhügel. Abstieg über die nächste Variante, Schwanken durchs Gebüsch. Zögern, wo absteigen zur Ravne-Alm, bald Entscheidung, rot-weißen Punkten zu folgen, dann steilem aber weichem Waldpfad zurück zum Auto.