Anfang des Winters, nach reichlichen Niederschlägen und Wettervorhersage „kälter und meist trocken...“, denkt wahrscheinlich manch einer von uns an einige gut bekannte und oft besuchte Ziele, z.B.: Ratitovec, Kobla, Rožca, Lipanca mit Nachbarn, usw. Allein schon schöne klingende Namen, und wenn du dich bei Bekannten damit brühnst, wo du warst, wissen sie mehr oder weniger Bescheid oder stellen es sich vor.
Aber, wie erzählte Močilar einmal sonntags nachmittags im Schatten einer Linde auf der Bank:
„Es war Winter und Schnee lag ringsum. Krpan trug auf seiner Stute auf einem schmalen Pfad einige Zentner Salz; da rast ein schöner Wagen heran; im Wagen saß Kaiser Janez, der gerade nach Triest fuhr. Krpan packt schnell die Stute mit Ladung und trägt sie zur Seite, damit der Wagen sie nicht umwirft.
Der Kaiser, dem der Kerl wohl gefiel, fährt fort: „Hei, du weißt, wie man so was macht. Aber wie hast du das Pferdchen so leicht weggetragen? Es hat wirklich nicht viel Fleisch; aber wenigstens Knochen.“
Krpan grinst ein bisschen und sagt: „Ich weiß, eure Pferde haben mehr Fleisch; aber ich gäbe meine STUTE nicht für alle vier hier vorgespannten her. Was das Tragen angeht, Herr, ich trage zwei solche zwei Stunden Wegs und noch länger, wenn nötig.“
Auto lasse ich bei Lazna am Asphaltende. Und schon die erste unerwartete Überraschung: von Schnee keine Spur. Oben hoch dunkle Wolken, aber Sicht gut, Kälte so, dass Zehen fast schmerzen, schon nach dem Zuschnüren der Schuhe. Ich stapfe zügig über die Wiese direkt zur Wand, die den südlichen Rand von Stador ziert. Und zweite Überraschung: wo sind all die Felsen, Schutt, Dolinen, Gebüsche, die sich um Poldanovec tummeln? Schöner reiner Buchenwald mit schön (schon zu schön / spaziergangsmäßig) belegten Blättern erinnert eher an einen Gorenjska-Hügel als an trnovische Waldwildnis. Boden so gefroren, dass Gehen auf Blättern wie auf Teppich. Und eins-zwei-drei auf dem Gipfel. Schau zu Poldanovec, fast in Wolken gehüllt, Stanov rob und Češevik in Efeu gehüllt und fahre fort nach Norden. Aber auf der anderen Seite den Grat hinunter andere Geschichte. Grat verengt sich, rechts steile Wände nach Trebuša, links nach Čepovan Buchenwald und Blätter respektablen Gefälles. Aber da Gelände gefroren, geht's auf Blättern sehr gut, Fuß sinkt ein, rutscht aber nicht. Nur auf Blankes (Erde, Wurzeln, Moos) nicht treten, dort hart wie Beton. Bei Schnee würde ich hier nicht wagen. Orientierung selbstverständlich: nur am Grat bis Kobilca und zurück gleich. Nur wo nicht direkt am Rand, in den Wald ausweichen. Kurz vor dem Sattel zwischen Stador und Kobilca auf schönen Waldweg, der wenige Schritte später zum Sattel führt. Und hier wirklich drüber von Trebuša nach Čepovan schöne breite Spur, fast Karrenweg, sichtbar lange unbenutzt („für Pilger“). Von fern sah's aus, als wäre Kobilca-Grat dicht mit Buchenwald und Fichten bewachsen, bereit für „Schlagen“. Aber dritte Überraschung: keine Fichten, sondern Kiefern, Gelände schön sauber und gut sichtbares Pfadchen. Paar Schritte weiter vierte: Markierung. Richtige Knaflič-Markierung auf Stein. Erst denk ich Kälte-Wind-Hallu, aber nah dran echt. Wer hat hier markiert? Ach nee, der Stein ist zufällig aus Otlice geflogen, als Teufel bei Lokavec ausrutschte und mit Horn an Rand knallte, Otliško okno meißelte. Getretener Pfad (ähnlich von Vrtovina zu Kucelj) bringt mich schnell zu Kobilca, fünfte Überraschung: schöne neue Kiste, drin schönes Buch und Stempel. Alles Lob den Fleißigen... Von Kobilca weiter schneller als gedacht auf bequem breitem flachem Grat zum Drnulk-Pass. Straße betaste und umdrehen. Rückweg leichter, da Anstiege zu Stador viel passierbarer.
Da beim Rückweg (wie vorher) keine große Menge, denk ich leise: wohin geht das kaum sichtbare Pfadchen vor J-Wand Stador runter nach Trebuša? Wo stößt der Pfad über Pass zwischen Stador und Kobilca zu Trebuša auf? Wohin führt kurz nach Sattel der rechts abzweigende durch V-Hänge Kobilca? Und zweifle etwas an Omas Spruch über Tage und Würste.