Morgens noch im Dunkel von Tinčkovej koča (oder von jagrskih bajt, wenn lokal) durch Zagon zum Sattel Belščica. Geplante Pause wegen Nebel auf höheres Niveau verschoben und es hat sich gelohnt. Etwas unter Gipfel Ostlicher Jelenček hat es sich geöffnet, atemberaubend. Meere ringsum, einzelne Inseln quollen langsam aus Wolken; zuerst stellte sich furchterregend senkrecht Insel Vrtača, dann andere.
Und es ging richtig los. Abstieg zum Westlichen Jelenček zeigte bald Zähne, daher lieber eingeseilt. Exposierte Querung abwärts unter Gratturn so brillant gesichert wie selten gesehen. Keil alle 2 m, obwohl Schwierigkeit kaum über II. Seil hilfreich auch beim lästigen bröseligen Querung über verstopfte Rinne – bröseliger Schutt, dessen sich nicht mal Martuljek schämen würde. Abstieg vom Westlichen Jelenček zur Celovška Scharte nicht sehr anspruchsvoll, aber Vorsicht im steilen Schrofengebiet nötig.
Aufstieg zur Celovška Spitz angenehm, vor allem durch einfallsreichen Durchgang durch Scharte zur Nordseite direkt unter Gipfel. Blicke über Wand in Tiefe nicht für Schwindelfreie. Oben kein Haken für Seilabstieg zum Fortsetzen des Grats, daher exposierter aber nicht schwerer Abstieg mehr südlich. Grat zum Krkotnik ist interessant par excellence! Bestehend aus unzähligen riesigen Felsblöcken, die quer wie Stämme auf Gratlinie liegen. Um möglichst am Grat zu bleiben, kein kurzer Seilabstieg zu vermeiden (mindestens für mich), aber leichtere Umgehung südlich möglich. Krkotnik bietet etwas leichteren Gratabstieg zur Stolova Scharte, von wo Finales folgt.
Aufstieg zum Stol so angenehm gewürzt mit leichtem Gratkraxeln in festem Gestein, dass es schade wäre zu verpassen, auch wenn manche Beschreibungen der Tour es gar nicht vorsehen. Schlussakkorde dieses schönen Travers enden auf weichem Gras; wer kein Getümmel genau auf Gipfel will, genieße hier Tureende ein paar Meter tiefer.