Sonntag, noch im Dunkeln breche ich von Vrata nach Luknja auf. In der Nord-Triglav-Wand leuchten drei Lichter, schaut sie euch an, die waren noch früher als ich

. Als die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel umarmen, liegt Luknja hinter mir. Kurze Pause, lege den Gurt an (obwohl nach jahrelanger Erfahrung eher unnötiges Ballast als etwas anderes..aber besser an mir als zu Hause in der Ecke, und nützlich um sicher befestigt Fotos zu machen

Helm auf. Weg über Plamenice, für mich sowieso der schönste, Sicherungen einwandfrei. Nehme mir Zeit, fotografiere Gamsfamilie, die gerade dreist posiert. Will noch nicht weiter, aber sie kommen hinter mir, Gruppe Deutschsprechender ohne Helme, ohne Ausrüstung, zwei sehe ich sogar ohne Rucksack. Besser ich vor ihnen als sie vor mir. Oben überraschend wenige Leute, insgesamt zähle ich 10..frühe Stunde. Fotografiere den Turm, wer weiß vielleicht ist das sogar mein letztes vor dem Umzug ins Tal..(welche Denkmäler manche sich errichten, einem wird kotzübel).Langsam gehe ich Richtung Kredarica.Dort oben wälzt sich die Masse, meist Ausländer.Zuerst treffe ich ein Paar mittleren Alters, Herr hat Anorak um die Hüfte gebunden, Flasche guckt aus Tasche, alles was sie haben ist in Taschen.Ein Stück weiter treffe ich eine Familie, Vater hält sein ca. 8-jähriges Kind an der Hand um es zu schützen, dem Kleinen sieht man die Angst an..der Druck reißt mir fast den Helm vom Kopf. An den Fingern einer Hand kann ich diejenigen abzählen, die solide ausgerüstet waren und damals oben waren. Auf Kredarica Gedränge, ich allein zur Staničeva-Hütte, übernachte dort auch. Morgens stehe ich bei Tagesanbruch auf, Wetterleute auf Kredarica sagen mir, es hält bis 12 so lala, dann Schauer und Gewitter. Also so schnell wie möglich ins Tal. Am Abzweig Prag - Tominškova entscheide ich mich für Prag, es fängt an zu nieseln, Nebel sinkt herab, Wolken auch, heute wird's bunt. Nach einer Stunde Abstieg treffe ich die Ersten die hochgehen und auch die Ersten richtig ausgerüstet. Hinter mir steigen noch welche ab, ganz langsam, Fels nass und glatt, ich steige die letzten Abschnitte ab und im Schutz der Felsen zwei Paare, beim Mann baumeln Steigeisen am Rucksack, Stiefel hat nur einer an, von Klettersteigen gehört haben sie noch nicht..wieder hebt der Druck meinen Helm..kann nicht drüber wegsehen..grüße sie, antworten krisgod aha Deutsche..sage ihnen sie sind erst am Weganfang, Gewitter angekündigt, rate vom Aufstieg ab und schlage vor mit mir umzukehren..eine Dame ist sofort dafür, die anderen drei überreden sie..warten noch ein bisschen, dann entscheiden sie sich, kommt die Antwort..ok.. gehe allein weiter.Überquere Triglavska Bistrica als es gießt, blitzt und donnert dass es ein Vergnügen ist, aber ich bin fast trocken. Nach einer Stunde im Aljažev dom kommen die die hinter mir waren, frage ob sie Deutsche getroffen haben und ob sie umkehren..Antwort nein, haben wir überredet aber sie sind weiter.
Deshalb volle Unterstützung für triglavski und seine scharfen Antworten und Kommentare, offenbar immer noch viel zu wenig.
Allen anderen wählt Wege und Gipfel passend zu euren Fähigkeiten.
lp