Nach erfolgreicher Eroberung von Musala in Bulgarien (siehe Beschreibung Bulgarien, Musala) wartete uns noch der Aufstieg zum Midžor, dem höchsten Gipfel Serbiens (wenn man Kosovo nicht mitzählt!). Als Ausgangspunkt wählten wir die Schutzhütte unter Babin Zub. Dorthin kamen wir von der Pirot-Seite vorbei am uralten Dorf Topli Dol, wo fast alle Häuser noch so sind wie vor 100 Jahren. Dass wir einigermaßen in der Gegenwart sind, zeigen einzelne Satellitenschüsseln, ein alter Wagen vorm Haus und zerfledderter Asphalt, natürlich nur bis zum Ende des Dorfes auf 900m ü. NN. Von hier ab atemberaubende Fahrt auf schlechter Piste und Anstieg mit Geländewagen auf cca 1600m, von da kurzer Abstieg zur Hütte.
Pause und noch am selben Tag Aufstieg zum 8km und unter 600 Hm entfernten Midžor. Mit Jeep könnte man ca. 50m unter dem Gipfel hochfahren, aber da wir echte Berggänger sind, haben wir das nicht gemacht und den sehr einfachen Aufstieg zu Fuß absolviert. Aus dieser Perspektive ist Stara Planina auch ein wahres Paradies für Mountainbiker. Trotz nahendem Winter fanden wir zwischen trockenem, braunem Gras auch einige Blütenexemplare. Wetter ideal für so eine Tour, nur oben wehte es heftig, daher entschieden wir uns für längere Rast lieber 10 Minuten unter dem Gipfel, bei den Trümmern der ehemaligen Wachstation. Entlang des Midžor-Grats verläuft nämlich die serbisch-bulgarische Grenze, die einst streng bewacht war. Nach dieser ganztägigen Tour kehrten wir zur Hütte Babin Zub zurück, speisten dort, übernachteten in Zimmer mit eigenem Bad und Fernseher, frühstückten morgens und tranken noch ein wenig; alles für lächerlich kleine Summe, obwohl die Hütte mitten in ausgedehnten Skigebieten liegt, daneben Hotel und eines paar km entfernt. Kein Wunder, dass sie jede Wintersaison (und auch Sommer!) viele slowenische Gäste haben.
Vor der Hütte fuhren wir auf Asphaltstraße nach Knjaževac und dann heimwärts.
Serbien, Midžor1