Pelci – Gratüberquerung vom Škrbina za Gradom bis Nizki vrh -
Tour, die die ganze Vielfalt der Bergsport-Erlebnisse bietet: außergewöhnliche Ausblicke, enge Grate, steile Wände, Auf- und Abstiege auf mehrere Gratgipfel, steile Trentagräser, Schrofenhänge, Weglosigkeit, einsame Welt, Ruhe … und einen Hauch Adrenalin.
Die ewige Frage am Anfang: in welche Richtung die Überquerung machen, ist am besten den Erfahreneren und denen überlassen, die schon öfter hier waren – und deswegen haben wir sie unter Leitung von M.J. vom Škrbina za Gradom angegangen, zuerst zum Kloniški Pelc, dann zum Veliki, Srednji und Zadnji dvoglavi und unter Nizki vrh über Schrofen und hinter Grivo abgestiegen auf die grünen Wiesen der Velika planina und weiter bergab zur verlassenen Zapotok-Alm. Vom Flori-Parkplatz in Zadnja Trenta vorbei an Špička bis Škrbina za gradom ist ein bequemer markierter Weg, in guter Kondition und etwas flotterem Tempo braucht man gute drei Stunden dorthin, wenn man aber über Planina Zapotok startet, wird man auf dem steilen Weglosen bergauf sicher mehr »keuchen« und ermüden, da die Distanz auch etwas länger ist.
Zu den Details der Pelci-Überquerung findet man am meisten auf den Webseiten von Primorska stena oder im Habjan-Heftchen Brezpotja/Sidarta sowie bei manchen malerischen Beschreibungen der guten »alten Forumsveteranen« hier - kurz zusammengefasst (und etwas oberflächlich):
- sehr anspruchsvoller Anmarschgrat zum Kloniški Pelc (oder Pinja, Pelc nad Kloncami) mit einer fiesen Scharte,
- ziemlich schwierig, abwechslungsreich und loooong und oft rauf – runter entlang der Gratnase zum Veliki Pelc,
- einfach über Srednji Pelc,
- wieder sehr schwierig zum Zadnji dvoglavi Pelc, zuerst sehr steile grüne Passage, dann fiese enge, steile und glatte Zwischenscharte ca. 12 m, in die wir abseilten (Anker ist gemacht, wenn man ihm nicht traut, reicht eine 2m-Schlinge um den Felszacken auch),
- einfacher Abstieg vom Zadnji Pelc Richtung Nizki vrh und weiter auf das weite Schrofengelände zwischen Grivo und dem Grat Nizki vrh – Špičica - Skutnik
Fels ist durchschnittlich gut, Zerbröseligkeit des Grats nicht störend, unangenehm können die steilen dichten grünen Gräser sein, die keinesfalls unterschätzt werden dürfen. Schwierigkeitsbewertungen sind natürlich sehr subjektiv, meine Einschätzung: im Schnitt II, die meisten Teile I, mindestens zwei oder drei Details über Gratscharte riechen nach III. Durchführung der Überquerung ohne Seil und Sicherung!? – vielleicht, für sehr erfahrene und Mutige, sonst Kopf auf Spaß!
Für den gelaufenen Rundweg haben wir ohne größere Pausen 10,5 Stunden gebraucht, davon ca. gleichmäßig in Dritteln für Anmarsch, Grat und Abstieg verteilt, gute psychophysische Kondition ist daher sehr empfehlenswert. Am Ende jucken auch schon etwas die Ballen an den Zehen, da man den Großteil der Tour mehr oder weniger auf allen vieren ist – hmm, … deshalb haben die Gämsen es so viel leichter.