| pg30. 09. 2021 10:04:06 |
Stimmt, ich berichte selten über Aufstiege in unseren Bergen – besonders da sie selten Neues zum Forum bringen – aber da Berichte über Pihavec-Besteigungen heuer einsam dastehen und der Gipfel selbst, wie sich zeigte, in letzter Zeit viel weniger besucht, gönne ich mir diesmal eine etwas längere Reportage. Letzten Sonntag in stressiger Phase (diesmal besonders weil faule Studenten sich noch mehr ans lockere Covid-Ansatz gewöhnt haben :Zunge ) Ende Sept wollte ich mir kürzeren weniger ambitionierten Ausflug gönnen, daher ab auf Pihavec, einen der letzten Gipfel über Kriški podi, die mir noch fehlten (außer brr Grat zwischen Goličica und Planja). Ursprungsplan Querung über noch einsameren Weg geplatzt wg. Bedingungen, Ersatz aber prima. Beschreibung wohl vielen bekannt, schadet nicht für neugierigen Nachfolger. Morgens mit Begleiterin, die mich bis Sattel Luknja brachte, unter vielen Wanderern zu Triglav oder Kriški podi geparkt in Vrata spaziert zum Pass, wo sonniger Morgen dichter Nebel und starke Windböen ablösten. Allein weiter trotz schlechter Sicht, Nebel nur gelegentlich weggeweht, ohne große Orientierungsprobleme zum berühmten Graben in Westwand Vrha nad Kamnom, wo Tina Mihelič, großer Julische-Alpen-Kenner, sein Leben beendete. Graben elegantster Wandübergang aber anspruchsvoll – ein mehrmetriger Übergang gute II. Stufe (Kletterführer nennt sogar II-III, hier zuviel), Rest leichter aber steil. Rückkehr gleichem Weg für Wenigererfahrene nicht verkehrt Seil mitnehmen. Vom Graben steile Absturzgräser weiter logische Aufstiegslinie Gräser Schutt zwischen Pihavec und Vrh nad Kamnom, etwas unter Scharte Čez Kamen zwei einsame Mannschaften gesichtet. Bei Scharte oberem markierten Wegteil beigetreten problemlos weiten Gipfel Pihavca erreicht. Keine Ausblicke auf einsamem Gipfel noch echte Bergstimmung, aber zeitweise Triglav und Razor-Gruppe über Nebel. Vor Rückweg überrascht – und überraschte – Kerl, der angeblich noch nie da war. Blick ins Gipfelbuch zeigte Besuche nicht (mehr) so rar und auch an dem Tag nicht allein. Auf Zusicherungen des Gipfelers und Buch-Einträge Passierbarkeit andeutend von Scharte ab über (noch) markierten Weg (Grundabsicht war Abstieg unpister Südkamm über M. Pihavec zu pl. Zajavor, aber wg. miserabler Sicht starkem Wind aufgegeben). Sicherungen oberer Abstiegsteil von Scharte stellenweise beschädigt, aber wo nötig (Übergang senkrechter Sprung mit Tritten und Draht) zufriedenstellend; andererseits Gelände total zerfetzt Aufstieg unter Bedingungen tödlich gefährlich. Falls, nur bei Alleinabstieg kontrollierbar als Abstieg nutzen, besser meiden bis Sanierung/Öffnung; bei Streckenführung zerklüftetem Gelände zweifle ob lohnenswert. Nach Abstieg großes Geröll leichteres Wegefrei unter Grat Bovški Gamsovec bis Dovška vratca (2180 m). Da gänzlich aufgeklart konnte nicht widerstehen Markenblicke wiederauf auf nahen Bovški Gamsovec und gut 20 Min. Gipfel. Unterwegs Wanderer getroffen, Gipfel genossen fotografiert herrliche Ausblicke – nun freie Sicht Triglav-Nordwand – unter Stunde zurück Dovška vratca; diesmal nicht schöne bekannte Abstiegsspur zu Luknja, da Nachmittagsverpflichtungen drängten schnell über Sovatna. Stunde ½ Auto heimfahrend Wetter andeutend mögliche Abendniederschläge. Auch wenn Ausflug als leichtere Tour nach ambitionierteren Auslandstouren gedacht war, entpuppte sich als spannende kleine Wanderung in ziemlich wilder Umgebung, wenn auch nahe Triglav-Promenaden.
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