| šodrovc26. 09. 2011 12:36:28 |
Urbancek, Turbo. Österreicher (Deutsche) können meinetwegen Chaos machen, aber ich fürchte, der Augias-Stall ist mehr auf unserer als ihrer Seite. Für den Fehler auf der Karawanken-Karte werden wir wohl nicht mit dem Finger woanders als primär auf uns selbst zeigen, auf unser Gewissen beim Erhalt unserer authentisch slowenischen Namen. Damit um den Deutschen Gipfel nicht zu viele ungelöste Fragen bleiben, muss man sich etwas in die Geschichte und Etymologie umschauen. Der Deutsche Gipfel hat nichts mit Zelenjak zu tun, sondern direkt mit seiner direkten Nachbarin Vrtača, die eigentlich der Nachbar sein sollte. Ja, Nachbar - Meniški vrh. (???). Nun, den Namen Vrtača werden wir wohl nicht mehr ändern, er ist zu sehr verwurzelt, interessant ist aber die Erklärung, was Vrtača eigentlich war und wie Meniški vrh zu Vrtača evolviert ist. Darüber finden wir eine Erklärung in den Sprachwissenschaftlichen Notizen des exzellenten Linguisten und Toponomastik-Experten Prof. Dr. Dušan Čop: ... Um die heutigen falschen Namensformen richtig zu verstehen, soll ich hier noch zwei Namen erwähnen. Der erste ist der Bergname Vrtača (zweithöchster Gipfel in den Karawanken, zwischen Stol und Begunjščica). Leute auf der Gorenjska-Seite (Landbesitzer auf Zelenica und den Hängen dieser Berge waren immer Slowenen, aber auch auf der nördlichen Seite lebten immer nur Slowenen. In Dörfern auf der südlichen Seite der Karawanken nennen die Leute den Berg Deutschen Gipfel (in PV gab es jahrelang Diskussionen über diesen Namen – sogar der Schriftsteller F. S. Finžgar behauptete in PV, dass seine älteren Verwandten den Berg immer nur so nannten). Auf der Kärntner Seite nennen sie den Berg Vrtača, daher entschieden sich unsere Geografen für diesen Namen. Aber das ist nicht der richtige Name: Vrtača ist eine Karstmulde zwischen Stol und dem Berg mit umstrittenem Namen. Dieser uralten Passage von Krain auf Kärntner Seite, die ganz auf Krainer Seite liegt bis zum Grenzübergang Belščica, sagen die Einheimischen Čez Vrtačo, wie auch auf der Karte 1:25000 des Geodätischen Instituts RS, Nr. 141 verzeichnet – und offenbar haben sie diesen Namen auf Kärntner Seite für den Berggipfel genommen. Niemand konnte diesen Namen richtig erklären. Richtig ist, dass der Name Deutscher Gipfel falsch ist, aber wiederum wegen Besonderheiten im oberen Save-Dialekt. Gerade bei diesem Namen sieht man, wie äußerst wichtig es ist, dass der, der sich mit Toponomastik beschäftigt, das Dialekt wirklich gut kennt und (aus Dokumenten) gut mit der Geschichte der Orte und lokalen (auch Berg-)Namen vertraut ist. Sehr nützlich sind in solchen Fällen auch Beschreibungen der Grenzen alter Herrschaftsgüter. Gerade durch den genannten Karawanken-Teil verlief die Grenze des Bledschen Herrschaftsguts. "Stou...Menischke Werch" (In Grenzbeschreibungen der Herrschaften wurden Namen sehr konsequent in Dialektformen geschrieben!). Dieser Name "Menischke Werch" ist ein interessanter Zeuge von Besonderheiten im heutigen nordwestlichen slowenischen Siedlungsraum – Metathesen sind hier ziemlich häufig. Der Name Meniški vrh ist zu Deutscher Gipfel geworden (auch der Akzent ist in diesem Teil Sloweniens oft auf die erste Silbe gewandert), Čomoradnek (Hohlweg unter Stol) < Močeradnik, da auch močerad > čomorad, Zapret < Zatrep. Gobatec < Bogatec (tolminischer Name für den bohinjischen Bogatin, Kupljenik (über Bohinjska Bela) wird 1511 als Pukl(j)enik verzeichnet, aber auch sonst: gomazin < magazin, potariše < toporišče u. a. Der Name Meniški vrh gibt es in Slowenien auch in der Steiermark, NO von Sevnica. ... Also, den Deutschen Gipfel vergessen wir also (wir haben Vrtača , für Meniški vrh ist es sowieso zu spät ), Zelenjak bleibt Zelenjak, nur unsere Geodäten und Verleger (PZS) müssen aufwachen .
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