Erkundung Südtirols erste Woche Juli; unsere Basis war das Dorf Plaus im Vinschgau/Val Venosta-Tal nahe Meran. Offiziell zweisprachige Region, aber Deutsch dominiert stark, ganze Woche keinen Slowenen getroffen. Offenbar reisen sie nur durch oder biegen vorher in Dolomiten ab. Schade, es ist wirklich touristisch entwickelt und sehr gepflegt als Urlaubsziel, umgeben von 2- und 3-Tausendern, Wasserfällen, Seen, Burgen, Obstgärten, Weinbergen, Bergbauernhöfen, interessanten Seitentälern, Ortschaften und Radwegen sowie Zug durchs ganze Tal, ...
Gerne teile ich mit euch Eindrücke von unserer Tour zu den wunderschönen Bergseen Spronser Seen/Laghi di Sopranes: Vellau - Bahn nach Leiteralm (1522 m) - Hochganghaus (1839 m) - Hochgangsharte (2455 m) - Seen - Malga Oberkaser (2134 m) - Taufensharte - Leiteralm - Bahn. Zu den Seen (insgesamt 10, alle über 2000 m) auf diesem Forum nur ein Video gefunden, keinen Bericht, bei Vorbereitung geholfen mit Notizen von ausländischen Seiten, da mehrere Startpunkte und Wege ins Gebiet.
Unvergessliche Tour in herrlicher Umgebung, reines Gehen ca. 6 Std. mit 1000 Hm, wir brauchten länger mit Fotografieren und längerer Pause auf Alm. Adrenalin schon Fahrt durch Baumkronen mit einzigartiger Bahn, stehend im Korb, definitiv nichts für Höhenängstliche. Von Alm schöner Weg durch Wald und über Brücke zur nächsten Alm, dort beginnt echter Anstieg.
Weg meist schön geneigt, letzter Teil zum Sattel, ca. halb Stunde exponiert, bei Bedarf an Seilen halten. Am Sattel endlich ersten See erblicken und überrascht von noch so viel Schnee. Weg weiter auch im Schnee getreten, Abstieg zwischen Seen, Wasserfällen, plätschernden Bächen, Alpenveilchen, Enzian, ... Landschaft erinnert mich irgendwie an Island mit Wasser überall, Grün, dunklen Felsen und Schnee. Mitten in all den Schönheiten liegt gastliche Hütte auf Alm Oberkaser, wo man sich stärken und übernachten kann, wie bemerkt. Wirklich schön eingerichtet! Bier 5,80, Gulasch mit Knödeln 17 Euro (Beispiel).
Wir machen weiter um Runde zu schließen, wartet letzter kurzer aber anstrengender Anstieg zum Sattel, treffen Murmeltier und Ziegen, dann steil abwärts Stufen zurück zur Bahn, letzter Teil hat mich ausgelaugt, da wir hetzten für letzte Fahrt ins Tal um 17.30 (später Saison wohl 18 Uhr). Ganzer Weg meist über felsigen Stufen oder Schneefeldern (Juli-Anfang), ohne lästigen Schotter und Geröll. Wetter gut zu uns, trotz Wolken tolle Ausblicke, gelegentliche Sonne belebte Farben aber brannte nicht, da meiste Weg offen.
Geschafft Bahn zu erwischen und Abfahrt noch adrenaliniger als Hinauf!

Wenn unser Tango hinauf noch gezittert, bergab genoss schon Ausblicke und Düfte. Unvergesslich! Karte für diese einzigartige Fahrt rauf runter 13 Euro pro Person, Hund 6 Euro. Empfehle frühe Fahrt (ab 8 Uhr), um dann in Ruhe Tour zu genießen ohne Hetze zum letzten Korb.

Ganzer Tag in Bergen Deutsch gehört, nur paar Slawen getroffen und keine Slowenen, keine übermäßige Menge wegen Länge und Schwierigkeit der Tour (wieder, Saisonstart).
Andere Tage umliegende und ferne Sehenswürdigkeiten besucht; empfehle Meran-Besuch mit einzigartigem mediterranem Klima inmitten Berge (Kurort der österreichisch-ungarischen Nobilität), berühmter Wasserfall Parcines/Partschins 97 m (schöner schattiger Weg entlang Wasser von P für Texelbahn, nach 1h Anstieg zum Fall, kein Eintritt/Parkgebühr), Resia-See, berühmter Stelvio-Pass und Spaziergang darüber bei Bewunderung der Dreitausender (P gratis), ... und natürlich top hausgemachtes Eis überall, Kugel günstiger als slowenisch (1,50 bis 1,80)! Kommen definitiv nach Südtirol zurück.
