Dienstag ist eine erfahrene Berggängerin aus den Niederlanden (volle Trekking in Himalaya…) tödlich auf Komarca verunglückt. Sehr wahrscheinlich ist sie beim Abstieg auf dem „Geröll“ ausgerutscht und ca. 80 m tief an einer ungesicherten Stelle des Weges gefallen.
In den slowenischen Hügeln gibt es immer mehr Ausländer und was wissen die, wenn sie vom Triglav nach Bohinj gehen (meist erschöpft vom ganztägigen Wandern), was Komarca ist. Sie lesen wahrscheinlich Hribi.net nicht, und ich weiß nicht, ob dort steht, dass es ein ziemlich schwindelerregender, stellenweise mit Stahlseilen gesicherter Weg ist.
In den letzten Jahren sind hier schon etliche Unfälle passiert und da der Alpenverein nichts unternimmt hinsichtlich zusätzlicher Sicherung oder mindestens Erneuerung des schon ziemlich abgenutzten Weges, PD Matica (bzw. deren Markierungsabteilung, die für die Wartung von Komarca zuständig ist) auch nicht, haben wir Bohinj-Bewohner und assoziierte Mitglieder beschlossen, selbst etwas fürs Volk zu tun. Nach dem Prinzip gutes Beispiel folgt. Und berührt vielleicht auch die Bergsteigerpolitik. Bei solch einer Zunahme der Besuche unserer Berge (vor allem durch Ausländer) wird man das Problem wohl systematisch angehen müssen..
So haben wir uns heute um 5 Uhr morgens bei Koča Savica, das von PD Matica betreut wird, getroffen: Besitzer der Kletter-Schule Pod Skalco Andrej Pikon (Hauptorganisator der Aktion), sein Freund Emil mit Partnerin Peggy (ebenfalls Niederländerin) und Bekannte Mojca. Wir hatten vor, zusätzliche Stahlseile nach Komarca zu tragen und zu befestigen. Das erfordert natürlich eine Menge relativ schwerer Ausrüstung, daher haben wir drei junge Burschen (Miha, Zigat und Nejc) als „Sherpas“ engagiert, die wir morgens bei Savica getroffen haben und die über Komarca zu den sieben Seen wollten. Die Jungs haben sich gerne gemeldet und geholfen, alles nötige Werkzeug und Material auf den Gipfel von Komarca zu tragen. Neben Seilen und Werkzeug haben wir oben ein Schild hingetragen, dass der Weg über Komarca gesperrt ist (bis der Weg wenigstens notdürftig gesichert ist). Wir haben es an der Kreuzung platziert, wo Richtung Bohinj (beim Abstieg von den Sieben Seen) man leicht auch über Komna absteigen kann. Entlang der ganzen Komarca haben wir Paare von Stahlseilen an den exponiertesten Stellen angebracht; ein weiteres Paar werden Emil und Andrej in den nächsten Tagen selbst anbringen; alles natürlich auf eigene Kosten). Gleichzeitig haben wir die Haken markiert, an denen ein unachtsamer Berggänger leicht stolpern kann.
Die Arbeit hat diesmal ca. 5 Stunden gedauert. Auf dem Rückweg ins Tal haben wir bei Koča Savica angehalten, wo der Wirt Dejan uns auf Kaffee eingeladen hat. Froh, dass wir vielleicht etwas zum Wohl des Volkes beigetragen haben. Ohne Rechnung. Und in der Hoffnung, dass gutes Beispiel ansteckt. Oder dass sich der Alpenverein und/oder die zuständigen Bergsteigervereine rühren. Es wäre Zeit. Oder - wie viele Tote braucht es noch, bis sich etwas bewegt?