Ich gehöre zu denen, die sich viel in Wegfreien bewegen und auf dem Forum zuerst nach genauen Beschreibungen der Bewegungsrichtung zum Ziel suchen (neben aktuellen Bedingungen), die ich mit Daten aus anderen Quellen vergleiche. GPS-Tracks sind mir also wichtig und willkommen, aber keineswegs entscheidend. Vor allem tragen sie zur Sicherheit bei; in Wegfreien noch viel mehr als auf markierten Wegen. Voraussetzung ist natürlich, dass man mit dem Gerät umgehen kann und die Schwierigkeit des Wegs, die eigenen Fähigkeiten kennt und aktuelle Bedingungen berücksichtigt.
Ich gehöre auch zu denen, die versteckte Bereiche nicht eifersüchtig für sich behalten. Es scheint mir nicht richtig, dass aus Angst vor zu viel Besuch genauere Beschreibungen verhindert werden sollen. Eine bloße oberflächliche, Erlebnisbeschreibung mit einem schönen Foto bringt jemanden eher auf einen Weg als klar geschrieben, dass zu dem Foto eine Rinne zu klettern ist, die an eine III erinnert.
Übermäßig mehr Besuche in Wegfreien wegen GPS-Track wird es nach meiner Meinung nicht geben. Verlassene Pfade, Gamswege, steile Wiesen, wackelige Griffe, exponierte ungesicherte Querungen, seltene beschädigte Sicherungen, Meer von Schutt, sind kein Magnet für Massenbesuche. Massen sind da, wo Hütten sind. Wenn die schließen, herrscht auch in Bergen Ruhe. Jenen wenigen Individuen, die künftig, sagen wir wegen öffentlich veröffentlichter GPS-Track und Step-by-Step-Beschreibung, ein Ziel via Wegfreiem erreichen (sicherer), gönne ich es auch. Trotz allem mussten sie enormen Aufwand und Wissen investieren.
Und noch etwas muss gesagt werden. In letzter Zeit viel Geschreibe über GPS-Navigation.
Das Gefühl ist dasselbe wie vor Jahren, als Handys ihre Wanderungen begannen. GPS wird unser täglicher Begleiter, dem kann man nicht entgehen. Auch in Bergen. Aber wenn irgendwo nicht, dann führen sie in Bergen nicht „an der Hand“. Sie deuten nur Kurven an, max Genauigkeit 5m (kann schnell viel sein), Kartografie für Gerät und PC-Programm ist, was sie ist – veraltet, in Gräben und Rinnen schnell Signalverlust, auch schlechteres Signal bei Bewölktem, abhängig von Batterien. Kurz, sich in Bergen nur auf GPS zu verlassen ist gefährlich. In Kombi mit klassischer Karte, Wegbeschreibung, Tipps von Kennern und unserem Wissen/Erfahrung wird es bald unverzichtbar.
Janez