Entlang des gesicherten Weges: Ceria Merlone und Teil der Anita Goitan;
vom Špik Hude Police (2.420m) oberhalb Pecol zu Koštrunovi Špiki (2.502m) oberhalb Viška Planina
bzw. von Hütte Brazza zur Hütte Corsi und ins Jezersko-Tal/Rabelj-See
(Verhältnisse 12.8.2018)
Die Namen aller Špiki und Gipfel sowie aller Scharten und Špranje im Berggrät zwischen Montaž und Viš (die allgemein Bergsteigern besser bekannt sind), werdet ihr euch wahrscheinlich nicht merken, auch wenn wir sie mit italienischen und unseren Namen auflisten, aber sicherlich erinnert ihr euch an den außergewöhnlich schönen aussichtsreichen und kühnen hoch-alpine Weg, der stellenweise recht luftig ist, an manchen Abschnitten (besonders Auf- und Abstiegen zwischen Polstern) auch ferrata-ähnliche Eigenschaften hat. Der Weg ist markiert, durchgängig gut nachverfolgbar, auch wegen des erheblichen Besuchs, allerdings sind die weiß-rot ital. Markierungen schon stark verblasst. Auf dem Ceria Merlone Weg gehen wir meist etwas unter den Gräten bzw. zahlreichen Berggipfeln von der Südseite, über unzählige fast waagerechte Polster, rauf und runter dazwischen zwischen 2.200 und 2.500m, teils über den Gipfel selbst und ihr werdet euch sicher den idyllischen Luca-Biwak auf dem Gipfel Špik nad Nosom (2.531m) merken, und viele Steinböcke werdet ihr treffen und sehen.
Obwohl der Ceria Merlone Weg etwas unter dem Gipfel Špik Hude Police (Cima di Terrarossa, 2420 m) nach rechts ostwärts abbiegt, sind wir doch hinaufgestiegen, dann folgen Špik nad Tratico (Cime Gambon, 2405 m), Špik nad Nosom (Foronon del Buinz, 2531 m), Špik nad Špranjo (Modeon del Buinz, 2554 m) und steiler Abstieg zur Scharte Forca de la Val, wo der Grat der Poliški Špiki endet, ihm aber sofort folgt für mich der noch schönere und anspruchsvollere Teil des Ceria Merlone Weges - schwindelerregender Quergang enger Polster in der Südwand der Nižji Vrhovi (Cime delle Puartate, 2436 m) und Špice v Planji (Punta Plagnis, 2411 m), bis zur Scharte Krni Dol (Forcela del Cregnedul). Auf einige Špiki, Punta Plagnis und Vrh nad Krnim Dolom sind wir beim Quergang auch aufgestiegen.
Von der Scharte Prednje Špranje, wo Ceria Merlone mit gesichertem Abstieg (meist mit Kabeln) von den Nižji Vrhovi (über deren Nordostseite) endet, beginnt von hier bergauf der Anita Goitan Weg, hier - von Scharte Prednje Špranje folgt ein sehr steiler „grüner“ Anstieg fast bis zum Vorscheitel der Koštrunovi Špiki und dann relativ einfach zum ersten normalen Aufstiegsgipfel (mit Kreuz) und für Mutige sehr anspruchsvoll (II-III) zum zweiten Gipfel (keine Sicherungen, keine Haken für Seilabstieg sichtbar). Vom Gipfel der Koštrunova Militärfestung folgt dann ein relativ bequemer Abstieg zur Mojzesova Scharte bzw. Scharte Zadnje Špranje, wo Anita Goitan verlassen wird und dann abwärts zur Hütte Corsi und weiter ins Jezersko-Tal/Rabelj-See.
Der Weg ist relativ lang, im Sommer bei Sonnenschein auch sehr heiß, erfordert gute psychophysische Kondition, von Pecol bis Viška Planina nirgends Wasser. Wo man den Weg beginnt, bei Pecol oder Viška Planina, ist Geschmacks- und Entscheidungssache (kommt man aus Bovec oder Trbiž, ist unsere Richtungswahl logisch, um morgens keine Zeit mit Autos zu verlieren), für ein solches Grätrückenquerung ist es aber empfehlenswert, zwei Autos zu stellen (eins am Start, eins am Ende).
Weg und Sicherungen/Kabel (meist dünn und weniger dick als wir es gewohnt sind) sind relativ gut erhalten, außer an einem Abschnitt (irgendwo im südlichen Teil der Nižji Vrhovi), wo zwei Haken, die die Schlaufe halten, aus der Wand gerissen sind, und dieser Platz ist unten recht exponiert und potenziell gefährlich beim Ausrutschen (siehe Bild 23 unten).