| VanSims25. 09. 2011 22:04:05 |
Gestern bin ich zum Jof di Miezegnot von Valbruna über Stehica gegangen. Der Name soll angeblich korrekt Poldnašnja Spitze sein, was vielleicht sinnvoller ist, da wir 'Mittag' sagen, nicht 'polde'. Wäre der Berg in Slowenien und bekannter, würden wir darüber streiten wie Mangart-Mangrt, Prisojnik-Prisank usw., aber es gibt nicht so viele Debatten um diesen Namen. Zuerst fahre ich mit dem Rad nach Zajzera und verstecke es im Gebüsch hinter einem eingezäunten Bereich vor der Brücke über das jetzt trockene Flussbett. Wahrscheinlich alte verlassene Kaserne. Dann zurück nach Valbruna, wo ich auf halber Strecke zwischen der Abzweigung Zajzera und dem Ausgangspunkt parke. Am Waldbeginn steige ich zum Sattel Za vrhom (Sella Nebria) auf. Über ihn soll Napoleon geritten sein... so sagt man zumindest. Vom Sattelgipfel (Markierung am Mastfuß) weiche ich zum nahen Podgorski vrh (Monte Nebria) ab. Der Weg geht durch kurzen Tunnel. Klaustrophobiker oder Rundwanderer können schon gleich nach Waldbeginn von Valbruna zum Monte Nebria (Schild). Beide Wege führen oben hin. Sobald wir die Schotterstraße verlassen (Schild zum Gipfel sogar auf Slowenisch) hilft Draht beim leicht rutschigen kurzen Abstieg, dann wieder hoch und ca. 15 Min. zum Gipfel. Blick ins Kanaltal (Ukve, Valbruna), Poldašnja Spitze schon sichtbar, aber noch in Wolken, die morgens langsam aufbrachen. Nun, zurück am Sattel scheint die Sonne. Weiter zur Alm Strehica, über Wildbach, dann steilster Abschnitt (ohne Gipfelmulden) in Kehren zur Lichtung mit schöner Hütte. Bei Strehica (Malga Strechizza - Italiener talentieren beim Italianisieren echter slowenischer Namen) kurze Pause, dann weiter, nach 20 Min. Abzweig zum Jof di Miezegnot, wo der Weg von Alm Ravna mündet, die aber gleich um die Ecke ist. Ich nutze es und sehe die berühmte Zitta-Kapelle - der letzten österreichischen Kaiserin gewidmet. Dort sollte altes Buch mit Einträgen ab 1969 sein, aber ersetzt (wahrscheinlich bei Renovierung 2007, da ab da neues Buch). Von der Kapelle, wo ich ruhe und knabbere, zurück zum Abzweig und zum Poldašnja Spitze. Zuerst Wald, dann offen, dort nah Blick auf die Spitze. Wolken drumherum von Strehica weg. Auf bröckelig-rutschigem Weg zum Sattel, wo Viš und Montaž sichtbar. Links am Weg ständig Višarije mit Steinerner Jäger. Weg geht etwas runter, dann die Mulden, die nach Beschreibung hier anspruchsvoll, aber nix Wildes (vielleicht letzte vor Endkamm, mit gut getretenen Spuren Vorgänger, denen ich folgte). Weg wirklich bröckelig, rutschig, stellenweise exponiert, aber was der Autor mit 'anspruchsvoll' meinte, sein Geheimnis...  Gipfelkamm dann tricky, nur orientierend wg. verblasster Markierungen, dadurch etwas in Schutt, wo kraxle, quere, steige... zurück zu Markierungen, vorbei an Bunker (Berg voll davon) zum Gipfel. Ja, oben wegen exponierter Lage (wie Vorgänger schrieb) hört man Verkehr aus Kanaltal wirklich. Rundblick: alles vom Weg plus Karnische z.B. Ojstrnik und Tromeja, Mangart & Julijci in Wolken. Abstieg auf Weg, im Gipfelkamm nicht weniger anspruchsvoll, obwohl hier als leicht markiert. Etwas steil, bröckelig, sogar 5-6m Felsstep klettern, untypisch für leichte Wege. Auf normalem Weg noch 5-10 Min. zum Bivacco Gemona. Dort abgegangener, gesperrter Weg zu Pipar und Dve Špice. Tödlich für Normalsterbliche, für Hardcore auf Extremwegen, Klettersteigen vielleicht nicht. Bei Risiko (eigenes Risiko) im Bereich sehr anspruchsloser Wegloser, Helm Pflicht, alles fliegt rum! Ich nach Zajzera zur Somdogna auf schönem Waldweg. An Somdogna zeigt sich Mangart gut, leider in der Höhe nur er über nahen Bergen, bei Auflösung oben mehr (ganzer Ponč-Kamm, Jalovec etc.). Im Rif. Grego passt Bier, dann gewundener Schotterweg nach Zajzera, Rad nach Valbruna heim. Noch eine schöne Tour.
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