Am freien Donnerstag bin ich aufgebrochen zu einer Tour, die ich lange im Auge hatte, Mangart von Loška Koritnica. Bis Log pod Mangartom über drei Stunden Fahrt, die sich auf der Autobahn zieht, aber ab Jesenice durch weniger bekannte Orte interessant wird.
Am Predel sehe ich das heutige Ziel Mangart zum ersten Mal und vergesse die lange Fahrt. Parken bei der Elektrizitätswerk und loslaufen erst kurz vor neun. Durchs Tal ging der Weg schnell vorbei, viele schöne Ausblicke auf Mangart, Jalovec, Loška stena und Rombon im Hintergrund. Überall Wasser, Blumen, Stille, Schmetterlinge, Wonne!
Oberhalb des letzten Hauses im Tal traf ich ein Paar, das Gemsen hoch an den Hängen beobachtete, sie waren (bis zum Gipfel) die einzigen Menschen auf dem Weg, der noch ca. 2 Stunden zum Sattel zwischen Mali Koritniški Mangart und Kotova špica anstieg, wo der Bivak steht, zu dem ich später wollte.
Der Weg führte dann meist über grasige Bänklein und steile Hänge, dann wieder über Felsen zur Scharte mit tollem Blick auf blaue Seen. Kurz darauf steiler Abstieg in die Huda škrbina, uff, verdient ihren Namen. Dann wieder Aufstieg über steiles Gras, teils gesichert, teils nicht.
Der Gipfel näherte sich zu langsam, aber ich kam zur Wegkreuzung, wo der Pfad vom Sattel kommt, und hier endete die Einsamkeit - Leute trotz später fast 15-Uhr-Zeit soviel wie gewünscht, ein paar Italiener, meist Österreicher, am Ende noch ein Minibus belgischer Pfadfinder. War schon witzig in das Gewusel zu kommen. Eine Stunde oben bei gutem Wetter und herrlichem Rundblick verging schnell und ich kehrte zum Bivak zurück. Bis Sattel ca. zwei Stunden, dann noch eine halbe Stunde teils verblasste Markierungen, teils nach Nase durch eklig zerstörtes Gelände und endlich Bivak.
Schlafsack richten, Abendbrot, Steinböcke fotografieren, die gucken kamen, wer ihre Ruhe stört. Nebliger Wind fing an zu wehen und kühlte ab, ab ins Bett und wach um halb sechs morgens, leider zu spät für Sonnenaufgang.
Himmel sah bleiern aus, aber ich hatte gutes Gefühl, dass es nicht lange so bleibt. Und richtig, beim Abstieg übers Geröll zurück zur Loška Koritnica bis zum Abzweig zum Jalovec begann die Sonne Umrisse von Mangart und Jalovec überm Tal zu malen, fantastisch!
Von da an blauer Himmel über mir und weiße Berge, am Kotovo sedlo längere Pause mit Frühstück, dann weiter zum Jalovec auf interessantem Weg, der schnell verging, überrascht noch junger Steinbock mit Mama beim Grasen.
Je näher am Gipfel, desto mehr bekamen umliegende Gipfel (außer Mangart) Kappen, nur Jalovec nicht? Oben "High Five" mit jemandem, der mich überholt hat, egal, Blicke zu Mangart, Loška-Koritnica-Tal und Nebelschauspiel reichlich für mich, andere Seite mittelmäßig. Begann Abstieg zur Trenta und bald am Grat in graue Wolke eingetaucht, die ganzes Tal offenbar bedeckte.
Im Zavetišče pod Špičkom einige Gäste, die übers heutige Wetter verzweifelt und Jalovec auf morgen verschoben. Gönne mir Mittagessen und Kaffee, der mir Kaffeeliebhaber wirklich guttat, plaudere kurz mit Paar am Nebentisch, dann Beine in die Tal. Zuerst übers Geröll unter Pelc zur Scharte, wo der Abstieg auf hässlichem, hässlichem Weg durch die Schutthalde begann. Alles zerbrochen, rutschig, fast am Ende bei 3m steilem Sprung noch beschädigtes Stahlseil. Nach Minuten Versuchens und Überlegens unten hatte ich weiche Knie. Noch etwas Seile und der Weg verwandelte sich aus ekliger Ruine in Bänke übers Gras hoch über Bala-Tal, drüben schon Gipfel der Loška stena.
Der Weg senkte sich lange bequem, sah ersten Murmeltier im Leben, auch ohne Schokoladenpfiff sehr erfreut. Langsam erstes Gestrüpp, Pfad wurde immer ziegenpfadähnlicher mit seltenen Marken, 100m übers Tal offenbar falsch abgebogen auf unmarkierten aber selbstgesicherten (Bohrhaken und dünnes Stahlseil) Weg übers trockenes Wildbach bzw. Wasserfall. Sicher wenn ungemütlich zum flachen Geröll, 15 Min zur ersten Marke, dann nur noch unter Stunde Tal zur Elektrizitätswerk, wo Auto wartete.
Unterwegs noch am Rabeljsko jezero halt. Uff, wie genüsslich reinspringen und Salz abwaschen. Dann wieder dreistündige Fahrt, die in guter Laune über die gemachte Tour schnell verging, die ich jederzeit wiederholen würde, lieber zu zweit. Wirklich schöne einsame Ecken dort, Mangart und Jalovec mächtig hoch übers Tal.