| j.27. 08. 2025 18:26:44 |
Der Weg, der entlang den Hängen zwischen Rutarskem Vršiču und unter Vrh nad Mužici verläuft, also entlang den Hängen des Rušja orografisch links vom Macesnov graben, hatte ich schon länger im Sinn und stellte eine besondere Herausforderung dar. Auch wegen des Namens Grüne Hölle, den Tine Mihelič nennt. Natürlich interessierte es auch den Professor, daher entschieden wir uns, dem Steig über die schmale Zunge des Grabens beizutreten, die rechts vom Eingang zum Macesnov graben bergauf zum Siljev rob führt. Der kleine Graben endete mit einer überhängenden Sperre, die wir rechts umgingen und dann etwas im ersten und dann im zweiten Graben rechts bis ca. 1470 m, wo wir auf einen kaum erkennbaren Steig stießen. Richtung Sleme (natürlich PP) umgeht der Weg Barrieren und Gräben. Durch zunehmend dichtes Buschwerk führt er auf und ab auch 20 m und mehr. Bei der dritten, schönen in Fels eingeschnittenen Graben beginnt der "Grüne Hölle". Steig und Spuren verschwinden mehrmals, ca. 200 m Buschkampf wartete auf uns bis zum nächsten vierten Graben unter dem großen grünen Kopf. Wir kamen etwas zu hoch, mussten absteigen, um überhaupt in den Graben zu kommen. Die Fortsetzung gegenüber sah wie eine Spur aus, die sich ab und zu verlor, aber wir hielten die Richtung. Ohne große Komplikationen umgingen wir die nächsten 200 m und kraxelten in den Großen Weißen Graben, nachdem wir eine Weile auf buschigen Bändern am exponierten Rand parasitiert hatten. Nur ein Zwischeneinschub: Im zugewachsenen Buschwerk, wo der Pfad meist verschwindet und Spuren kaum sichtbar sind, kommst du nicht schnell voran. Wir brauchten ca. eine Stunde für die ersten 200 m und genauso für die nächsten. Von hier an keine Probleme mehr mit Orientierung und Buschwerk, dachten wir damals. Der Graben hat einen Sprung, den man links auf bewachsenem Gelände umgeht, daher entschieden wir uns, dort weiterzugehen. Später schätzten wir, besser wäre nah am Grabenrand oder drin gewesen. Egal, unter der Wand oben drehten wir links und gingen über den nächsten und dann in einen weiteren (siebten) Graben. Der hatte einen anspruchsvollen, bröckeligen Schroffen-Ausstieg, ca. 15 m hoch, von dem Steine in den Abgrund unten flogen und uns wieder Zeit kostete. Der Steig wurde weiter sichtbarer, die nächsten zwei Gräben passierbar ohne große Mühen. Vor uns erkannten wir einen Turm mit zwei bewachsenen Gipfeln, steile Gräser führen darauf. Nicht zu schlimm, nur ein paar Meter Traverse drüben bröckelig und etwas exponiert. Bequemer Steigchen führte zum nächsten Graben, wo es endete. Punkt. Karte sagt, diesen und nächsten Graben diagonal links hoch Richtung Grat unter Vrh nad Mužici queren. Aber da ging's nicht. Bröckelig, steil, gefährlich, jeder Graben hatte am Ende einen Sprung, wo's unvorhersehbar enden kann. Unten versprach eine grüne grasige Zunge Übergang zum Rand. Aber wie hinkommen? Professor ging etwas weiter hoch im ersten Graben schauen, ich grübelte quasi am Ende des Wegs. Lange diskutiert, jeder auf seiner Seite des Grabens. Anruf 112? Grausam! Grasige Zunge lockte, aber 50 m tiefer, Karte zeigte hoch... Endlich fiel's uns ein. Professor von der anderen Seite sah tiefer bei zwei Lärchen einen kleinen Übergang vom ersten zum zweiten Graben. Im ersten war Schotter aus dickeren Steinen. Vorsichtig abgestiegen bis zu den Bäumen. Sand hielt trotz Steilheit, rutschte nicht übers Sprung. Querung zum Nachbargraben erträglich. Ich folgte, hielt auch mich. Beim zweiten Graben gleiche Technik. Kurz vorm Sprung rechts auf Schroffen-Gelände, das uns sicher zur grasigen Zunge brachte, oben erwarteten wir leichteres Gelände und bald Steig von Črlovec. Gräser sehr steil, aber machbar. In Minuten am Rand. Tipp falls jemand hingeht: prüfen ob links unter Turm mit zwei bewachsenen Gipfeln machbar statt drüber. Rückblickend direkten Zugang zur grasigen Zunge geahnt, womit Schroffen-Gräben leicht zu umgehen. Am Grat tolle Aussicht links zu Rutarskem Vršič, rechts zu Triglav, nur geradeaus nichts Schönes. Nach Dutzenden Metern exponiertem Grätchen folgte felsiger Einsturz unklarer Schwierigkeit, der auf die Seele drückte. Tief eingeatmet und rangegangen. Technisch nicht schwer, aber Griffe und Tritte flogen in Tiefe wie wettlaufend. Fehler verboten, also langsam. Am Ende exponiertes Queren links, aber zur Freude zweier schon leicht ramponierter Parasiten kamen feste Buschzweige statt bröckeliger Felsen. Noch 1-2 Schritte, im Buschband. Puh, Erleichterung. Aber nicht lange. Tines "Grüne Hölle" wohl nur für unteren Teil gemeint, aber volle Last spürten wir erst am bewachsenen Grat. Nicht zu hohes Buschwerk (ca. 1,5 m) dicht verflochten überall. Auf Karte eingezeichneter Weg am Grat, genau da. Aber keine Spur, nicht mal paar Meter rechts, links Abgrund sowieso. Keine Tritte, geschnittene Zweige, Vertiefungen von Tieren oder Leuten. Weg, falls je existiert, für immer begraben. Wieder Stunde oder mehr, diesmal für 70-80 m intensiven Dreschens und Ersticken. Endlich rechts getrimmte aber schwach gehende Jägersteige von Črlovec. Dann wieder weg. Volle Maß: Gipfel, den wir für Sleme hielten, nur Vorberg. Glücklicherweise Stein-Stufen in gutem Fels zur Fortsetzung, echtes Genuss-Kraxeln. Schnell oben. Etwas bang ob bröcklige Scharte zu Sleme. Keine. Toller Übergang nah am Grätchen mit super weißem Fels zum Sleme. Uhhh! Zu spät, statt wie geplant über Cijanica und Smrajka langem Weg nach Mojstrana. Dieser Abstieg fraß meiste Energie des Tags. Wie von Mojstrana zum Auto in Podkuža geparkt, eigene Geschichte. Erzähl bei langem Winterabend mit Bier. Vielleicht noch Abenteuer aus Grüner Hölle. Wie zu Haus Lärchen-Nadeln aus Kleidung rieselten, in Weste Zapfen von Buschwerk im Tasche. Glücksbringer? Oder schweigen. Mehr Bilder auf Modrina neba. P.S.: Einige Bilder vom Professor. Danke!
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