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pg5. 06. 2025 11:46:05
Illimani (6439 m). Prestigioser Aufstieg auf den bolivianischen Riesen, 28. - 30. 5. 2025.

In letzter Zeit poste ich nicht viel (lies: gar nichts) auf dem Portal, und der Grund ist nicht Mangel an interessanten Routen – einfach bei Haufen Arbeit vergeht die Zeit blitzschnell und macht Aktuelles zum Vergangenen.
Diesmal lohnt sich eine Ausnahme. Nach dem erfolgreichen Durchbruch der magischen 5000er-Marke letztes Jahr im georgischen Kaukasus haben meine Partnerin und ich ein Ziel einen Schritt höher gesetzt und eine (Arbeits-)touristisch-bergsteigerische Reise nach Peru und Bolivien mit Aufstieg auf einen Sechstausender am Ende geplant. Basierend auf gesammelten Infos sollte die bekannte und beliebte Huayna Potosi (6088 m) am besten geeignet sein – an den berühmten Illimani, Champion der Cordillera Real, habe ich nicht mal gedacht. Aber plötzliche Änderungen sind manchmal äußerst willkommen.

Nach 11 Tagen Touristenstreunen und gleichzeitiger Akklimatisation an die dünnere Luft der Andenhöhen, wo wir einmal über fünftausend und mehrmals viertausend Meter überschritten haben, meist auf Höhen zwischen guten 3400 (Cusco) und 3870 m (Puno) verweilend, kam die Zeit für den Höhepunkt der Reise: Aufstieg auf einen der Sechstausender aus La Paz. Letzteres ist eine der bolivianischen Hauptstädte und Stadt, die mit ihrem weniger angesehenen historischen Schlafzimmer, dem nun unabhängigen millionenstarken El Alto, mit durchschnittlicher Höhe ab ca. 4050 m die höchstgelegene Großstadt der Welt, die zentrale Metropole des Andenhochlands bildet.

Bergsteigen ist in La Paz großes Geschäft; wenn im peruanischen Pendant Cusco das touristische Angebot primär an Entdeckung der Inka-Erbschaft und leichtere Bergspaziergänge gebunden ist, ist das deutlich chaotischere La Paz Ausgangspunkt für viele adrenalinreichere oder großartige Unternehmungen wie Abfahrt mit Mountainbike auf der „Straße des Todes“ oder Aufstiege auf Boliviens höchste Gipfel inklusive Sajama, Illimani, Illampu und schließlich Huayna Potosi. Letztere ist wegen Nähe zu La Paz, sechs dedizierten Bergheimen darunter sowie relativer Geradlinigkeit und Leichtigkeit des Anstiegs unzweifelhaft der populärste Sechstausender in der weiteren Umgebung, wenn nicht den ganzen Anden, und zahlreiche städtische Reiseagenturen konkurrieren darum, wer mehr Kunden auf den Gipfel bringt, die in Gruppen zu 15 Personen die Berg angehen, Gipfel erreicht angeblich an besten Tagen bis zu hundert Leute.
Uns hat es gar nicht gepasst, sich den geführten Massen anzuschließen, da wir volle Bergsteiger- und Expeditionsausrüstung dabei hatten, Logistik für eigenständigen Aufstieg war ziemlich kompliziert, Zeit für mehr als einen solchen Hochtourenausflug hatten wir nicht – und so fiel auf Basis von Vorschlägen lokaler Bergführer der Würfel auf ein deutlich ambitionierteres und prestigeträchtigere Ziel: Illimani, „Wächter von La Paz“, das im Hintergrund jedweder Panoramablick von La Paz und El Alto auftaucht, höchster Gipfel der Cordillera Real und nach Sajama zweithöchster Bolivien.

Unabhängig von Routenwahl ist der Aufstieg auf Pico Sur, den höchsten Gipfel der mächtigen Berg mit zahlreichen Ausläufern, ein anspruchsvolles und großartiges Vorhaben, das wegen Komplexität des Zufahrts (inkl. 5-stündiger Fahrt mit Geländewagen auf tödlich steilen notorisch zerstörten bolivianischen Straßen), Expeditionsanforderungen und Schwierigkeit des Schlussteils ohne lange Vorbereitungen praktisch unmöglich privat anzugehen; wie alle anderen mit dokumentierten Aufstiegen, die wir gehört oder getroffen haben, haben wir einen lokalen Führer in La Paz für den Aufstieg engagiert. Das ist für Europäer momentan wegen trauriger Verhältnisse und Finanzkrise in Bolivien besonders günstig, da Euro-Wert beim Wechsel mehr als verdoppelt; lohnt sich zu überlegen, zumindest Teil an arme lokale Gemeinschaft zurückzugeben. Im Unterschied zu großen Agenturen mit mehr Komfort, Trägern und vielfältiger Verpflegung haben wir kleine Familienagentur mit exzellentem Führer German gewählt, der sich mit Führungs-Erfahrung und Geländekenntnis bewährt hat; wegen hervorgehobener persönlicher Erfahrungen und Vor-Ausrüstung haben wir für zwei deutlich niedrigere Gebühr als üblich gezahlt, sonst gilt hier wie bei den meisten Geschäften in Bolivien das Gesetz des Straßenfeilschens.
Während sich täglich Massen auf Huayna Potosi ergießen, erlebt Illimani deutlich seltener einen Aufstieg, der unter Einheimischen als besonders prestigeträchtig gilt.


Zum Ausflug so: Die meisten entscheiden sich für 3- bis 4-tägige Pakete, wir für dreitägiges. Erster Tag nach langer Fahrt Akklimatisation im Basislager (ca. 4470 m), zweiter Tag allmählicher Aufstieg auf über 1000 m höheres Hochlager namens Kondorhorst (Nido de Cóndores; und nein, keine Kondore gesehen mrk pogled ). Aufstieg durch ziemlich vielfältiges Gelände meist leicht, nur letzter Teil steil mit etwas Gratklettern bis höherem I. Grad (wenn nicht wählerisch, berührt schlechtes II); letzteres vor allem problematisch wegen Gewicht der Rucksäcke mit Camping-Ausrüstung bei nennenswerter Höhe, aber beim Anblick geschickter CholitAs als Trägerinnen, die mit bescheidener Fußbekleidung große Lasten über Felsen klettern, ist extra Energie garantiert.
Das Hochlager liegt auf flacher Platte in Seitentalk mit ziemlich begrenztem Platz, der aber wegen relativ geringem Besuchs genug Raum für Zelte von Eifrigen bietet. Herumlaufen im Lager wegen Abstürzligkeit des Geländes und eisiger Oberfläche eingeschränkt, für sicheres Gehen nötig Steigeisen.

Gipfelaufstieg beginnt in frühen Morgen- - nächtlichen - Stunden des dritten Tags. Wir gestartet um ca. 1:15 bis 1 Uhr nachts nach knappen Ruhe mit nicht mehr als halber Stunde Schlaf in eiskalter Nacht, was sich im oberen Aufstiegsteil deutlich bemerkbar machte. Zuerst steil auf exponiert vereistem Grat, gefolgt von stellenweise noch luftiger Querung zum Westhang des höchsten Gipfels. Auf Gletscherterrain lenken, wo viel Vorsicht wegen Spalten nötig, und immer steiler sowie stellenweise exponiert das Hang hoch. Bei ca. 6200 m zum Schlüsselabschnitt, ca. 100 m hohem verschneitem Übergang bekannt als „Himmelsleiter“, der meist 45-50° erreicht; wir hatten Glück mit guten Bedingungen, bei magerer Verschneidung steigt Schwierigkeit hier erheblich, was schon zu vielen Unfällen geführt hat.
Nach Schlüssel leichterer Oberteil, wo aber Höhe und Erschöpfung nach langem Aufstieg schon stark spürbar; Partnerin hatte viel Probleme mit Akklimatisation und stieg nur bei Zureden von mir und Führer, mein Schritt trotz fehlender Atemnot wurde durch Schlafmangel und Höhe immer schwerer und mit wachsender Anstrengung haben wir uns nur langsam zum Gipfel geschleppt. Aufstieg dauert regulär 6 bis 9 Stunden; wir standen kurz nach Sonnenaufgang nach rund 6,5 Stunden Gehens als Ersteinstieger des Tages auf Gipfel. Trotz Erschöpfung und giftiger Kälte war das Gefühl auf dem absturzgefährdeten Gipfel bei unbeschreiblichen Ausblicken an klarem Tag überschwänglich. Auf Gipfel ca. halb Stunde verweilt. Schon stark geschafft habe ich dann vor der Gruppe in Zustand mürrischer Halbwachheit durch anspruchsvolles Gelände zum Hochlager geführt, das wir um 11 Uhr vormittags mit äußersten Anstrengungen erreichten; dazwischen begann Sonne auf vereisten Körpern zu brennen, was sie weiter schwächte und Schritt erschwerte. Nach nicht zu langem Aufenthalt Zelte abgebaut und zum Basiscamp aufgebrochen, ich noch immer in fast traumhaftem Zustand; Abstieg langanhaltend, aber problemlos. Zurück in La Paz und zu verdienten Bier in Abendstunden, Regeneration dauerte bis zum genussvollen Abstieg auf der Todesstraße als letztem Akt in Bolivien zwei Tage später.

Zum Schluss betone ich, wie aus dem Geschriebenen ersichtlich, dass es sich bei diesem Aufstieg um ein ernstes und großartiges Unterfangen handelt, das viel Erfahrung, Anpassungsfähigkeit und Vor-Akklimatisation erfordert, mindestens grundlegende Alpinkenntnisse nötig. Ideal vorab Huayna Potosi oder mindestens einen der leichteren Gipfel über 5300 m zu besteigen für Kennenlernen hochgebirgiger Verhältnisse und psychophysische Vorbereitung, zahlreiche davon (z.B. Chacaltaya oder Pico Austria) führen La-Paz-Touragenturen für bescheidene 10-25 Euro. Zeit dafür hatten wir nicht, ich aber war relativ gut akklimatisiert durch langen Voraufenthalt auf Höhen 3300 bis über 4000 m mit einigen Aufstiegen höher, inklusive touristischem Aufstieg auf Regenbogenberg über 5000 m.


Zum Abschluss noch einige trockenere Daten:

- aktuelle Verhältnisse in Bolivien – zumindest La Paz und Umland – trotz Erschütterungen noch ziemlich sicher, meiden El Alto oder Santa Cruz de la Sierra, was sowieso allgemeine Regel. Peru deutlich gastfreundlicher und eine Stufe besser organisiert, wenngleich mit Eigenheiten;
- Akklimatisation stark gefördert durch zahlreiche Touristenaufstiege beim ersten Besuch: Humantay-See mit Aufstieg zu hohem Punkt im Grat darüber (~4300 m), Erkundung Inka-Ruinen über Cusco bis ca. 3900 m und unerträglich populärer Massenbesuch Aufstieg auf 5036 m hohen Regenbogenberg (Vinicunca), danach mit leichtem Klettern (I, Guanako folgt) noch Aussichtspunkt nahe 5060 m erreicht. Rotes Tal in unmittelbarer Nähe sehr besuchenswert. Dazwischen abgestiegen zu Machu Picchu und auf luftig beliebten Huayna Picchu (2693 m) darüber gestiegen, hat aber Höhenbereitschaft nicht besonders negativ beeinflusst;
- sehr Vorsicht bei Wasser- und Nahrungsaufnahme in Peru und Bolivien nötig; ich habe Großteil der Reise mindestens gewisse Gesundheitsprobleme erlitten, inkl. Verdauungsstörungen und Halsschmerzen. Beim Illimani-Aufstieg wegen Kälte bis -15 bei stellenweise starken Windböen trotz mehrerer Handschuhe und Socken Frostbeule an einem Finger erlitten, die nach Rückkehr in Slowenien Notaufnahmebesuch erforderte, und etwas Zeit für Wiedererweckung der Zehen-Mobilität. Gerade Kälte neben moderater technischer Schwierigkeit und Höhe eine der Hauptprobleme des Illimani-Aufstiegs;
- obwohl Hochsaison im bolivianischen Hochland Juni bis September, also Andenwinter südlich Äquator, waren Bedingungen für Aufstieg schon Ende Mai bei trockenem Wetter ziemlich optimal mit beachtlicher Schneemenge, die dort sonst erst um 5500 m beginnt, und noch relativ langen Tagen. O, ja, kalt war's.

Ausflug, der mit Baden im Pazifik bei Lima begann, endete mit genussvollem Abstieg auf „Straße des Todes“, fühlte sich wie Belohnung für erfolgreichen Illimani-Aufstieg an; letzterer wird wohl lange persönlicher Bergsteiger-Meilenstein bleiben.

PS: Bilder diesmal leider weniger wegen nächtlichem Aufstieg, Bemühung Finger zu erhalten und Kälte, die fast leere Akkus der Handys auf Gipfel verursachte.

PS2: Noch etwas zur Berg-Höhe. Verschiedene Quellen nennen für Pico Sur als höchsten Illimani 6438, 6439, 6442 bis gar 6460 und 6462 m, letzteres deutlich zu hoch. Ich folgte offiziellen Karten, die alle „maßige“ 6439 m propagieren; persönlicher Höhenmesser zeigte mir 6442 m.
pg18. 07. 2021 15:00:37
Zum Abschluss meiner Streifzüge bei kurzer Rückkehr nach Innsbruck – wo diesmal das Hauptziel das Abholen des Fahrrads war – stieg ich einen Tag nach dem Ende der Karwendel-Durchquerung auf den ziemlich bekannten Dreitausender Nederkogel, der trotz erfolgreicher Saison letztes Jahr noch unbestiegen blieb und sich hoch über dem berühmten Skigebiet Sölden erhebt. Trotz Müdigkeit, langer Abend vor dem EM-Finale Fußball und morgendlichen Verpflichtungen in der Stadt, die einen nachmittäglichen Aufstieg diktierten, musste ich den letzten Vorbereitungstag vor Wetterverschlechterung nutzen – Spaziergänge um die Tiroler Hauptstadt sind halt nicht dasselbe ohne Aufstieg auf einen Dreitausender in Stubai oder Ötztaler Alpen; letztes Jahr rund zwanzig, Nederkogel ist der erste heuer.

Da ich die Stubai Alpen letztes Jahr gut kennengelernt habe, die Ötztaler aber ausser Wildspitze, Similaun, Fineilspitze und Hoher Geige weitgehend gemieden, nach zweistündiger Zug- und Busfahrt – wegen Fahrradtransport diesmal ohne Auto in Tirol – um 11 Uhr von den Randbereichen des Dorfes Zwieselstein bei Sölden zum 1500 m höheren Gipfel aufgebrochen.

Vom Startpunkt an der Bushaltestelle Zwieselstein Sahnestüberl erreichte ich in unter einer halben Stunde über angenehmen Waldweg die Aussichtsalm Lenzenalm, trank dort Kaffee und setzte den Weg auf noch immer leichten Pfad fort, wo – o so tirolisch! – die Kühe Vorrang beim Durchlass beanspruchten, sodass ich oft umgehen musste. Bei immer besseren Ausblicken vor allem auf Berge über dem Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl kam ich nach angenehmem Pfad in etwas über einer Stunde von der Alm zum Abzweig zu Neder-See und Nederkogelgipfel.
Den Fünf-Minuten-Umweg zum netten See nutzte ich, um unnötige Sachen für den Endanstieg dort zu deponieren und den weiteren Verlauf zum ca. 700 m höheren Gipfel zu begutachten, der durch das enorme Kreuz oben täuschend kurz wirkt.
Kurz vor 14 Uhr ging's zum Gipfel, der sich zunächst durch Schuttlandschaft windet, dann steil zum aussichtsreichen Nordgrat des Nederkogels hochzieht.
Hier führt der noch etwas anspruchsvolle Weg über typische Granitblöcke immer höher über das Seental östlich des Berges. Unterwegs kreuzte ich einige harmlose Schneeflächen, ca. 100 m unter'm Gipfel auf Rat eines Trios Vorübergehender, um sommerlichen problematischen Schnee am Westgrat zu umgehen, wohin der exzellent markierte Weg steil abbiegt, querte ich zu den bröckeligen Hängen am Ostflanke. Über ziemlich bröckliges Gelände stieg ich zu alten Markierungen der ansonsten unmarkierten Route über die Ostwände des Nederkogels und über Platten bei schönem Klettern im II. Grad direkt zum grossen Gipfelkreuz (dem Endklettern kann man weitgehend ausweichen, doch der bröcklige Untergrund unter'm Gipfel, wo einst die Ostroute führte, ist deutlich gefährlicher als der solide Fels, den ich nahm).
Da der Nederkogel als steile Wache über dem Zentralen Ötztaler Gebirge thront, sind die Gipfelblicke prächtig: Es war eine Freude, hinauszublicken und Erinnerungen an letztjährige Touren zu Wildspitze, Hohe Geige, Similaun und Zuckerhütl aufzufrischen, die klar im wundervollen Panorama erkennbar sind, herrlich auch die Tiefblicke nach Sölden, Nedersee und Skizentrum Obergurgl-Hochgurgl.

Nach längerer Gipelpause gegen 16 Uhr vorsichtig zum markierten Querweg abgestiegen, wo ich im Sinne der Kameradschaft, die mir die Vorsteiger erwiesen, einem Jungen mit Rat zum Endanstieg half, dann Abstieg über Gipfelaufbau und Nordgrat des Nederkogels fortgesetzt. Kurz nach 17:30 Uhr zurück am See auf 2436 m, wo ich längere Pause machte und Plan für die Nacht schmiedete – wie ich sie verbrachte, vielleicht über andere Kanäle nasmeh

Morgens im Zentrum von Zwieselstein, über dem sich der 1700 m höhere Nederkogel markant erhebt, ersten Morgenbus nach Ötztal Bahnhof genommen und von da Zug nach Innsbruck, desselben Abends Zug auf Nachtfahrt nach Ljubljana.

Der fünfte Tag in Folge meiner Tiroler Streifzüge führte mich so am höchsten, wenngleich die Tour nicht zu lang oder übermässig anspruchsvoll war; solange am Westgrat kein Schnee (ich hatte volle Winterausrüstung, aber durch weichen Sommer-Schnee wäre Aufstieg über vereisten Grat riskant) und das Kletterfinal ausfällt, handelt es sich um mässig anspruchsvollen Aufstieg, für den vom Start ca. 4 Stunden Gehens brauchen. Vielleicht nicht der einfachste oder bequemste Dreitausender in der Umgebung – Sulzkogel, Zischgeles oder gar Rinnenspitze in den Stubaiern bieten sich dafür an – aber bei trockenen Bedingungen kann ich den Aufstieg ruhig auch Anfängern dieser Höhen empfehlen.
Kommentare:
pg19. 08. 2025 10:39:02
Um etwas vom Thema abzuweichen: letzte Woche habe ich die Gleris-Spitzen auch besucht. Basierend auf den obigen Beiträgen bin ich vom Sattel Forcella della Pecora mit mehr als gebührender Ehrfurcht gestartet, die jedoch trotz der Anziehungskraft des Weges nicht voll gerechtfertigt war: der Weg ist weitgehend offensichtlich frisch (inoffiziell) markiert und gut nachvollziehbar, geschickt durch natürliche Übergänge geführt und technisch relativ moderat schwierig (Klettern überschreitet nirgends gutes II. Grad, Fels meist kompakt außer einzelnen Stellen, Exposition beherrschbar), landschaftlich und wandertechnisch anziehend. An zwei Stellen war bei meinem Besuch eine Fixseil befestigt: es hilft sehr beim anfänglichen Abstieg von Cima di Mezzo durch verstopptes Gelände zur Forcella del Forame, weniger relevant beim angenehmen Schlussteilaufstieg zur Cima Alta di Gleris, wo es auch nicht die bequemsten Übergänge nimmt; nützlich beim Abstieg.
Auf dem Gipfel der Cima Alta di Gleris, Königin der 7 Picche de Gleris, wartet ein Gipfelbuch mit mehr Einträgen als erwartet, bis zum beliebten Monte Chiavals (furl. Cjavals) wartet nur noch ein weniger anspruchsvoller Grat. Für den gesamten Weg nach Cjavals brauchte ich ca. 4 Stunden im moderaten Tempo, parkte etwas tiefer, da ich wegen problematischem Abschnitt die Straßentauglichkeit höher nicht sicher war (unbegründet). Auf dem Gipfel traf ich die einzigen Leute auf dem Weg - Familie mit 2 Kindern - und stieg über variierten und attraktiven markierten Weg zur Forcella di Vecce ab, von dort über schuttigen unmarkierten Pfad zur Abzweigung mit Weg 430 und hinunter zum Start.

Den Weg in aktuellen Bedingungen kann ich ausreichend erfahrenen wärmstens empfehlen; ich würde sagen, vergleichbar schwierig z.B. mit karnischem Sentiero alpinistico Piero Nobile über Cima dai Gjai oder Normalweg zum Monte Siero (der aber ganz anderen Charakter hat) bzw. unmarkierter Cima Piccolo della Scalo in Westlichen Julischen Alpen; wer eine davon oder Ähnliches geschafft hat, sollte beim Durchqueren (dreier der) sieben Spitzen des Gleris-Massivs keine großen Probleme haben. Regelmäßige sichere Markierungen erleichtern Orientierung und Durchgang unter den Spitzen, trotzdem würde ich die Tour definitiv in beschriebener Richtung planen.
pg29. 06. 2022 12:17:57
Etwa so wie @djimuzl es beschrieben hat, aber auch sehr exponiert - der Sturz würde erst ca. 80 m tiefer in der Rinne zwischen den Poncen enden. Als ich das letzte Mal dort war, hing vom oberen Band ein ziemlich unzuverlässiges Stahlseil, das beim Abstieg kaum hilft.
Dieser Abschnitt ist zwar kurz, aber einer der kniffligeren offiziell markierten bei uns und bei Nässe abzuraten - ist aber nicht allzu schlimm und der weitere Anstieg zum Gipfel ist sehr schön und aussichtsreich.
Füge ein Foto des kniffligen Teils von vor ein paar Jahren bei. Vorsichtig, ansonsten mutig ran.
pg30. 09. 2021 10:04:06
Stimmt, ich berichte selten über Aufstiege in unseren Bergen – besonders da sie selten Neues zum Forum bringen – aber da Berichte über Pihavec-Besteigungen heuer einsam dastehen und der Gipfel selbst, wie sich zeigte, in letzter Zeit viel weniger besucht, gönne ich mir diesmal eine etwas längere Reportage.

Letzten Sonntag in stressiger Phase (diesmal besonders weil faule Studenten sich noch mehr ans lockere Covid-Ansatz gewöhnt haben :Zungenasmeh) Ende Sept wollte ich mir kürzeren weniger ambitionierten Ausflug gönnen, daher ab auf Pihavec, einen der letzten Gipfel über Kriški podi, die mir noch fehlten (außer brr Grat zwischen Goličica und Planja). Ursprungsplan Querung über noch einsameren Weg geplatzt wg. Bedingungen, Ersatz aber prima. Beschreibung wohl vielen bekannt, schadet nicht für neugierigen Nachfolger.

Morgens mit Begleiterin, die mich bis Sattel Luknja brachte, unter vielen Wanderern zu Triglav oder Kriški podi geparkt in Vrata spaziert zum Pass, wo sonniger Morgen dichter Nebel und starke Windböen ablösten. Allein weiter trotz schlechter Sicht, Nebel nur gelegentlich weggeweht, ohne große Orientierungsprobleme zum berühmten Graben in Westwand Vrha nad Kamnom, wo Tina Mihelič, großer Julische-Alpen-Kenner, sein Leben beendete. Graben elegantster Wandübergang aber anspruchsvoll – ein mehrmetriger Übergang gute II. Stufe (Kletterführer nennt sogar II-III, hier zuviel), Rest leichter aber steil. Rückkehr gleichem Weg für Wenigererfahrene nicht verkehrt Seil mitnehmen.
Vom Graben steile Absturzgräser weiter logische Aufstiegslinie Gräser Schutt zwischen Pihavec und Vrh nad Kamnom, etwas unter Scharte Čez Kamen zwei einsame Mannschaften gesichtet. Bei Scharte oberem markierten Wegteil beigetreten problemlos weiten Gipfel Pihavca erreicht.
Keine Ausblicke auf einsamem Gipfel noch echte Bergstimmung, aber zeitweise Triglav und Razor-Gruppe über Nebel. Vor Rückweg überrascht – und überraschte – Kerl, der angeblich noch nie da war. Blick ins Gipfelbuch zeigte Besuche nicht (mehr) so rar und auch an dem Tag nicht allein.

Auf Zusicherungen des Gipfelers und Buch-Einträge Passierbarkeit andeutend von Scharte ab über (noch) markierten Weg (Grundabsicht war Abstieg unpister Südkamm über M. Pihavec zu pl. Zajavor, aber wg. miserabler Sicht starkem Wind aufgegeben). Sicherungen oberer Abstiegsteil von Scharte stellenweise beschädigt, aber wo nötig (Übergang senkrechter Sprung mit Tritten und Draht) zufriedenstellend; andererseits Gelände total zerfetzt Aufstieg unter Bedingungen tödlich gefährlich. Falls, nur bei Alleinabstieg kontrollierbar als Abstieg nutzen, besser meiden bis Sanierung/Öffnung; bei Streckenführung zerklüftetem Gelände zweifle ob lohnenswert.

Nach Abstieg großes Geröll leichteres Wegefrei unter Grat Bovški Gamsovec bis Dovška vratca (2180 m). Da gänzlich aufgeklart konnte nicht widerstehen Markenblicke wiederauf auf nahen Bovški Gamsovec und gut 20 Min. Gipfel. Unterwegs Wanderer getroffen, Gipfel genossen fotografiert herrliche Ausblicke – nun freie Sicht Triglav-Nordwand – unter Stunde zurück Dovška vratca; diesmal nicht schöne bekannte Abstiegsspur zu Luknja, da Nachmittagsverpflichtungen drängten schnell über Sovatna. Stunde ½ Auto heimfahrend Wetter andeutend mögliche Abendniederschläge.

Auch wenn Ausflug als leichtere Tour nach ambitionierteren Auslandstouren gedacht war, entpuppte sich als spannende kleine Wanderung in ziemlich wilder Umgebung, wenn auch nahe Triglav-Promenaden.
pg28. 09. 2021 12:57:43
felix, danke. Der Ausflug ist wirklich herrlich - panoramisch, unterhaltsam und hervorragend gesichert - würde wegen Merkmalen dieses Teils der Gailtaler Alpen und zahlreicher interessanter Feraten und leichterer Kletteraufstiege zu Gipfeln über der Hütte Nacht in der großen angenehmen Karlsbader Hütte empfehlen und noch einen Hügel besteigen (viele Wege in Lienzer Dolomiten, eher inoffizieller Name bzw. kompakter Bergstockname, auf Portal beschrieben).

Zur Zeitplanung: uns eilte wegen Nachmittagsverpflichtungen, daher (bes. Abstieg) etwas beschleunigt. Zeit auf hribi.net übertrieben - Durchschnittswanderer mind. 1,5 Std zur Hütte (off. 2:15 zu vorsichtig), plus gute Stunde steiler Anstieg zum Feratenstart. Ferate luftig und stellenweise anspruchsvoll, mind. 3 Std zur Grosse Sandspitze rechnen - offizielle Traversezeit, soviel wir bei moderatem Tempo brauchten. Aussichten fordern Pausen, etwas Aufschlag.
Abstieg Ari Schubel zum Start in gut 2 Std, schneller Schritt. Vielleicht 1,5 Std Abstieg zur Hütte rechnen (erinnere mich, off. Anstiegszeit auf Abstiegspfad 2,5 Std, übertrieben, Abstieg potenziell schnell ausser gesicherte Stellen).
Erinnerung: zwischen Karlsbader Hütte und Grosse Sandspitze kleiner Höhenunterschied (512 m), aber Panorama-Grat viele Abstiege in tiefe Scharten und Wiederaufstiege.

Viel Erfolg unterwegs,
Gašper

PS: topografische Skizze des Wegs mit offiziellen Zeiten
pg28. 09. 2021 12:40:29
Gratulationen auch von mir - es handelt sich um einen wirklich abenteuerlichen Aufstieg, der zufriedenstellend ambitioniert ist! Tum lockt mich, die Gratkontinuität über Plaski Vogel kommt mir aber wie fast (zu) ehrlicher Bissen für einen Solo-Forscher vor, daher sind die Lobsprüche umso mehr angebracht. Die Erlebnisbeschreibung ist auch ordentlich und bildlich dokumentiert.
Bezüglich Namen ist es am Ende nicht so wichtig, da es Bezeichner sind, die oft lokal gewürzt sind. In diesem Fall scheint die Verteilung ziemlich ausgeglichen, aber in den letzten Jahren wird der leichter klingende Vrh Labrja bevorzugt, z.B. auf allen Karten des Geodätschen Amts Sloweniens ab 2000+, die ich gerade habe (Julijske Alpe - W-Teil, Triglav NP, wahrscheinlich auch Julijci - Z, den hab ich grad nicht), im Großteil der Drucke, und auch M&M nutzen es. Žajtams Hinweis ist also berechtigt.
Da beide Namen unzweifelhaft denselben Referenten meinen (sobald wir rausfinden, welcher Berg das eigentlich ist nasmeh, spielt's natürlich keine Rolle.

Lp,
Gašper
pg27. 09. 2021 17:33:28
Kl. und Gr. Laserzkopf (2718 m), Galitzenspitzen (2710 m), Daumen (2720 m), Große Sandspitze (2772 m) - Gailtaler Alpen

Einen Tag nach dem Aufstieg auf Glödis (Post in https://www.hribi.net/trenutne_razmere/aut/glodis_3206_m_visoke_ture_skupina_hochschober/57/6222) sind meine Freundin und ich an der wunderschönen großartigen Panorama-Klettersteig-Ferrata aufgebrochen, die den Großteil der zentralen Gruppe der Lienzer Dolomiten (die den höchsten und westlichsten Teil der Gailtaler Alpen darstellen) quer durchquert und auf dem Massivkönig, dem 2772 m hohen Großen Sandspitze endet [streng genommen handelt es sich um den Weg "Sepp-Oberlechner-Gedächtnisweg", die Bezeichnung Panorama-Klettersteig steht für eine vollständige Rundtraverse, bei der der genannte Weg mit dem Abstieg zur Karlsbader Hütte über leichtere "Gebirgsjägersteig" oder "Ari-Schübel-Steig" kombiniert wird - der Seitenbetreiber kann den Fehler in der Beschreibung korrigieren].

Aufgrund der späten Rückkehr von Glödis und ungünstiger Straßenverhältnisse kamen wir erst spät am großen Parkplatz bei der Lienzer Dolomitenhütte an und erreichten die geräumige Karlsbader Hütte auf 2260 m noch in der Nacht.
Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Start des berühmten Graten-Klettersteigs Panorama-Klettersteig, der über den Großteil der zentralen Lienzer Dolomiten-Gruppe zur Großen Sandspitze führt. Die moderne Ferrata über die Gipfel Laserzkopf, Galitzenspitzen und Daumen ist landschaftlich sehr ansprechend, hervorragend angelegt und makellos gesichert - als solche stellt sie vielleicht das Maximum dar, was ein Berggänger in den Lienzer Dolomiten nicht alpinistisch in einem Zug leisten kann.
Technisch gehört die Ferrata nicht zu den schwierigsten - am anspruchsvollsten ist der Aufstieg zum kühnen Daumen-Turm, der an einer Stelle (Kamin) C/D-Schwierigkeit erreicht (die vielleicht sogar leicht übertrieben ist, da der Kamin relativ unexponiert und kurz ist, möglicherweise anspruchsvoller sind der Aufstieg zum Laserzkopf, der erste Teil des Aufstiegs zum Daumen und der Abstieg davon) - sonst bewegt sich der Klettergrad bis C. Andererseits handelt es sich um einen sehr langen und luftigen gesicherten Weg mit regelmäßigen Auf- und Abstiegen, der anhaltende Konzentration erfordert; er ist aber makellos gesichert und verläuft auf überraschend festem Fels - die gute Laune beim Durchqueren fördern auch die wunderbaren Tiefblicke, die er ständig bietet.

Vom sehr aussichtsreichen Massivgipfel stiegen wir schnell über den wesentlich einfacheren Ari-Schübel-Weg ab (nur eine lästige exponierte Querung und Stelle B/C, der Rest leichter, aber bröckelig) vorbei an der Hütte zum Auto. Meine Freundin fuhr weiter nach Innsbruck, ich zu den abendlichen beruflichen Verpflichtungen.

Im Gegensatz zum Aufstieg auf Glödis am Vortag begleitete uns diesmal wunderbares Wetter mit weiten Ausblicken. Die Verhältnisse sind natürlich noch sommerlich, die Karlsbader Hütte ist bis zum Ende des ersten Oktoberwochenendes geöffnet. Die Lienzer Dolomiten sind ein beliebtes und kompaktes Gebirge, das charakteristisch deutlich aus dem Rest der Gailtaler Alpen heraussticht und dem Gast daher sicherlich attraktive Belohnungen für den Einsatz bietet.

Fazit - im persönlichen Abschluss der diesjährigen Hochsaison in fremden Bergen am Ende des Kalendersommers handelte es sich um einen ziemlich großartigen Ausflug auf zwei ansprechenden Routen, die durch ihren markierten und gesicherten Charakter vielleicht etwas orientierungsmäßiger leichter waren, aber dennoch sehr verlockend und eine etwas längere Fahrt wert. Empfehlenswert.
pg25. 09. 2021 11:19:42
Danke allen, hoffe heute noch die Bilder zur Fortsetzung dieser bunten Reise zu liefern nasmeh
Sichere Berge,
Gašper
pg24. 09. 2021 11:46:32
In letzter Zeit melde ich mich seltener im Forum, was nicht bedeutet, dass ich nicht bergsteigerisch aktiv bin - nur wegen zahlreicher dienstlicher Verpflichtungen fällt es schwer, Zeit zu finden, um Dinge angemessen zu beschreiben. In den kommenden Wochen korrigiere ich vielleicht einige Sünden (Hochalmspitze, Grossglockner, Krofička-Traverse usw.), diesmal gelingt es mir aber, einen völlig aktuellen Bericht zum Wochenanfang zu liefern, der jemandem eine Idee für den Besuch der wundervollen Gipfel geben könnte, die wir mit einer Kollegin bestiegen haben.

Die letzten zwei Tage des Jahresurlaubs habe ich für Gipfel um Lienz genutzt. Bereits eine gute Woche vorher wollte ich die Hochsaison in der Schweiz mit dem Finsteraarhorn abschließen, musste diese Tour aber wegen gesundheitlicher und wetterbedingter Umstände um ein Jahr verschieben, für dieses Jahr habe ich mich also vom fremden Hochgebirge mit einem weniger anspruchsvollen und bequemeren Ausflug verabschiedet (wenn auch relativ komplex geplant).
Mit meiner Freundin haben wir uns für einen etwas ungewöhnlichen und komplizierten Itinerar entschieden, der uns einige außergewöhnliche Ausblicke und Stimmungen bescherte - na ja, auch etwas Ärger nasmeh
Am ersten Tag kamen wir, zugegebenermaßen im sprichwörtlichen Stil slawischer Kollegen nicht zu früh, am Einstieg in die Welt der Hohen Tauern an und stiegen auf den markanten, von ferne erkennbaren Glödis (auch Glödisspitze) auf. Der erst seit 2006 gesicherte Weg zum Gipfel über den Südostgrat ist technisch nicht besonders anspruchsvoll (meist bis B, eine Stelle evtl. B/C, kurzer Aufstieg über der Brücke C, aber umgehbar), doch feuchte Felsen mit frischen Schneeflecken erforderten vorsichtiges Klettern. Auf dem Weg queren wir eine sehr attraktive Hängebrücke, die wegen der Schneewechte und vereisten Unterlage darunter ziemlich unheimlich wirkte.
Nach dem Aufenthalt auf dem Gipfel im zunehmend aussichtsreichen Nachmittag sind wir langsam abgestiegen und haben unterwegs eine "Glorie" (regenbogenähnliches Phänomen) beobachtet. Am Abend waren wir am Auto und fuhren zum Ausgangspunkt für das Ziel des zweiten Tages auf der kontrastierenden Seite südlich von Lienz.

Vielleicht etwas verfrüht zu sagen, dass die sommerlichen Bedingungen weichen - wir sind kurz nach einer kurzen Schneephase aufgestiegen, auf der Klettersteig begleitete uns nur frischer, aufgeweichter Schnee, der nach ein paar wärmeren Tagen nun sicher weg ist. Die Ausblicke vom Gipfel waren selektiver, der Grossglockner, den ich Anfang September bestiegen habe, lugte nicht aus den Wolken hervor; dennoch bot der geräumige Gipfel eine schöne Wahl für die letzten Tage des Kalendersommers und die Schobergruppe enthüllte sich etwas scheu, aber ziemlich majestätisch vor uns.

Zum Schluss noch einige technische Hinweise: Die Tour ist Slovenen gut bekannt und bietet wegen des ziemlich geradlinigen Glödis-Wegs eine angenehme Gelegenheit für einen eintägigen Ansturm auf einen attraktiven Dreitausender, die Fahrt ins Lienzer Umland im Osttirol ist aber lang. Die Straße nach Seichenbrunn ist stellenweise etwas schlechter als die meisten ähnlichen österreichischen Ausgangspunkte (deshalb hatten wir auch unerwartete Probleme beim spätabendlichen Abstieg), aber sollte keine ernsthaften Hindernisse für niedrige Autos darstellen - die Gößgraben-Straße ist das nicht nasmeh
Der Weg zum Einstieg der Klettersteig bei etwas über 2900 m ist leicht, lang und etwas eintönig, obwohl durch ansprechende Landschaft.
Die makellos gesicherte Klettersteig ähnelt eher unseren hoch-alpine gesicherten Wegen als modernen Sport-Klettersteigen und ist außer dem attraktiven Brückenübertritt geschickt über die bequemsten Gratübergänge geführt.
Hütte geöffnet bis Anfang Oktober, scheint aber in letzter Zeit etwas vernachlässigt - wir trafen niemanden auf dem ganzen Weg, zum Gipfel pisten wir die ersten Spuren in den Schnee.
pg20. 07. 2021 10:14:12
Danke allen, wegen des angenehmen Erlebnisses war es mir eine Freude, den Bericht und möglichen Tipp zu geben.
Solche Querung (und Nederkogel einen Tag später) ist auch hervorragende Vorbereitung auf anspruchsvolle Aufstiege, die ich noch Ende Sommer plane, z. B. Finsteraarhorn in der Schweiz.

Vielleicht nur Betonung, dass bei Planung ähnlicher Touren wir viel Spielraum und Auswahl haben, da von Hütten zahlreiche gut markierte Wege zu einer Menge Gipfeln führen - im Karwendel, das wirklich ausgedehntes Gebirge ist, gibt es reiche Ernte an Spitzen und Türmen zwischen sagen wir 2300 und über 2700 m Höhe, und anders als bei unseren Anstiegen sind auch leichtere Kletterwege oft markiert.

Und sicheren Schritt!
pg17. 07. 2021 12:00:02
Danke @palček plezalček! Bemüh mich immer Ausflüge sprachlich zu beleben, besonders bei Slowenen weniger bekannten Gebieten die ich letztes zwei Jahre erforscht hab.
Glaub die "Panoramen" zeigen wirklich Dynamik Natur und Wetterbedingungen die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Sonst lese ich gerne deine Wegbeschreibungen die oft beim Planen künftiger Touren nützlich sind.
Lp,
Gašper
pg30. 09. 2020 09:02:13
Trobec:
Hey, danke für die Bewertung; diese Beschreibung war die schwerste aller für dieses Portal, weil erkundungstechnisch echt knifflig, bis Sattel unter Mali vratci "Wildnis", offensichtliche Orientierungspunkte wenige. Habjan kopieren sinnlos, seiner auch locker.
Wie User redbull sagte und du bestätigst (obwohl etwas terminologische Verwirrung), über Mali vratci eigentlich nicht nötig, was ich im Text betont habe, Habjan schlägt genau das vor - erhöht Schwierigkeit, Abstieg in Scharte etwas zickig.
Muss bemerken, dass Mali vratci kein Sattel ist (wie Name vermuten lässt - siehe ähnlich benannter Gipfel Vratca andere Seite Kočna-Massiv), sondern der Gipfel über Sattel (ref. Habjan: Brezpotja, https://www.gore-ljudje.si/na-kocno, http://xn--pepoti-ckb.si/tocka.php?id=4591 u.s.w.)

Vielleicht unwichtig, aber wenn Aussicht auf etwas schwierigeres Gipfel extra Querung motiviert, ok nasmeh

Ansonsten sehr schöne Tour - Gratulation!
Lp,
Gašper
pg27. 09. 2020 16:09:18
Danke fürs Anschauen, Primož, und glaub mir, mir auch - Karwendel, die mit ihrer wirklich wilden Natur zahlreicher Felstürme, Wände und Kerbtäler vielleicht der schönste und interessanteste Teil des bergigen Tirols ist, außer dem superpopulären Nordkette habe ich sie noch nicht richtig gerochen - Anfang Oktober wollte ich ein kurzes Wochenendquerung, aber durchgehende Vereisung und andere Verpflichtungen werden das vielleicht verhindern...
Trotz guter Bergsteigersaison finde ich, dass ich irgendwie nur die Stubayer Alpen gut abgearbeitet habe, die wahrheitsgemäß das Meiste unter den höchsten Gebirgen Tirols bieten - Gletscherweiten, idyllische Almen und steile Kalkwände, die man in den benachbarten Zillertaler und Ötztaler Alpen nicht findet, zumindest nicht in diesem Maße - aber auch hier ist natürlich viel Unbekanntes nasmeh

Empfehle weitere Erkundungen und dann warte ich auf irgendeinen Bericht - vielleicht nächstes Jahr wieder Ferien im Tirol? mežikanje

Lp,
G
pg18. 09. 2020 20:13:24
Zu dieser wirklich außergewöhnlichen Tour habe ich auch ein kurzes Filmchen vorbereitet: https://youtu.be/Tjk07bqeEn0

Da ich mir bewusst bin, dass so einen langen Post wie oben viele nicht lesen wollen - oder zu Recht keine Zeit haben - finde ich, würde ich dieser Exkursion, die zu den bekanntesten und begehrtesten Hochtouren in Österreich zählt, Unrecht tun, wenn ich in wenigen Sätzen nicht wenigstens die Basisdaten für mögliche Interessierte liefere:

- die Tour ist üblicherweise zweitägig oder dreitägig, wobei am ersten Tag abends nur gemütlich zur Hütte angestiegen wird; wie ich schon einem österreichischen Frager geantwortet habe, ist sie theoretisch an einem sehr langen Tag machbar, aber wegen zahlreicher Auf- und Abstiege, Gletscherquerungen und Schwierigkeit extrem selten. Aktuell ist eine Zweitagestour wegen Schließung beider Hochalpenhütten letztes Wochenende nicht mehr möglich

- Becherhaus und Muellerhütte sind sauteuer, also nimm eine dicke Geldbörse mit. Leider ist der Preis für Übernachtung über 3000 m hoch...

- Aufstieg zum Wilder Freiger über Seescharte ist nicht besonders anspruchsvoll (auch nicht der kurze Nebenaufstieg zum Gamsspitzl), aber ziemlich lang und anstrengend, je nach Wetterbedingungen kann die Schwierigkeit wesentlich steigen. In aktuellen Bedingungen keine Winterausrüstung nötig.
Aufstiege auf alternativen und etwas kürzeren Wegen von Sulzenauhütte sind anspruchsvoller; Gleiches gilt für direkte Abstiege zu den Hochhütten, die aber gut gesichert sind

- Anstieg zum geräumigen Wilder Pfaff über Ostgrat ist leichtere Kletterroute guten II. Grades, wo hier und da Tritte und kurz vor Schluss sogar Drahtseilabschnitte helfen, sonst ungesichert. Trotzdem nicht überfordernd oder übermäßig exponiert, daher verwendet die Mehrheit bergauf kein Seil; Klettern meist angenehm und Fels akzeptabel. Letzteres gilt nicht unbedingt für den kurzen Schlussteil zum Zuckerhütl, der II. Grad erreicht, aber stellenweise stark exponiert, bröckelig und insgesamt rutschgefährlich ist. Zum Glück kurz, reichlich Absicherungsmöglichkeiten, außergewöhnlicher Blick vom höchsten Gipfel der Stubai-Alpen gleicht vieles aus

- langer Aufstieg auf Sulzenauferner-Gletscher ist unter aktuellen Bedingungen unkompliziert und ohne sichtbare Spalten, aber Vorsicht geboten (und komplette Gletscherausrüstung - der Gletscher ist massiv und besonders ohne Spur gerät man schnell in Schwierigkeiten). Am Pfaffenjoch lösen Orientierungsprobleme ohne Markierungen Abstieg rechts am Gletscher bis Übergang über gezacktes Gestein, wo sich ein bescheidener Steig zeigt. Beim Anmarsch zum Grat über Skigebiet „Stubai Gletscher“ keine Probleme mehr. Da bis zur berühmten Bahn am Schaufeljoch, die Abtransport bergab bieten könnte, noch ein Stück, empfehle ich schnellen Abstieg entlang Spur durch Skigebiet und angenehmer Straße zur Dresdner Hütte. Von dort zum Parkplatz für Sulzenauhütte noch ca. 700 m bzw. 1,5 Std. Abstieg.

Auf jeden Fall gehört diese Tour, die Aufstieg auf drei der 7 höchsten Gipfel (inkl. höchstem) der Stubai-Alpen bietet, insgesamt vier Dreitausender an zwei Tagen, Querung weiträumiger Gletscher, wunderbares Klettern auf scharfen Graten darüber bis guten II. Grad, Übernachtung auf 3200 m und Genuss an wunderschöner Natur, ins Programm eines ernsthaften Bergsteigers, den die Schlüsselbesteigungen in den Ostalpen locken.
Damit (Anstiegen zu Wilder Freiger und Zuckerhütl) habe ich auch die schön geplante Rundung „7 summits of Stubai“ abgeschlossen, die uns zu sieben Schlüsselpunkten über dem Stubaital führt, vor allem aus Perspektive des Neustift-Talzentrums. In Zukunft schreibe ich vielleicht mehr dazu - vorerst amüsiert mich der Eintrag in die „Hall of Fame“, schöner Holzpokal, Urkunde und coole Shirt - man kann nicht sagen, dass die Tiroler nicht für Tourismus-Werbung sorgen. Und ich hab's genossen! nasmeh

Begeisterter Bergschritt,
Gašper
pg7. 09. 2020 11:20:41
Bravo, Gratulation auch von mir. Das ist eine Tour, die Respekt verdient - besonders mit dem genannten Itinerar.
GrußG
pg1. 09. 2020 17:38:39
Danke euch beiden. Angesichts des aktuellen Wahnsinns zu Saisonstart der post-koronalen Konferenzen war diese hervorragende Tour das richtige, notwendige Aufpeitschung. Lächeln
Dieser Teil des Graubünden-Kantons ist so ein wirklich sympathischer, relativ ruhiger Fleck Erde. Besonders lobe ich die Kollegin auf der Tour, die sich zuvor nicht mit Weglosen, geschweige denn so anspruchsvollen, auseinandergesetzt hat.
Wünsche euch schöne Berg-Herbstzeit,
Gašper
         
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