Zweite Etappe der Querung, Sonntag, 17.10.2021
Dorf Dunja - Dunjski vrh (Vrh Dunje) - Lipnik - Bieliga
Morgens in Mojstrana beobachte ich wolkenverhangene Gipfel und niedrige Schneegrenze, schon etwas besorgt dass lange Fahrt umsonst. Trotzdem fahre ich weiter und beim Abstieg von Žabnica nach Tablja (Pontebba) bessert sich Wetter, Schnee auf Gipfeln nicht sichtbar. Als ich in Dunja Nordostseite von Zuc dal Bora ganz schneefrei sehe, atme ich endlich auf. Schnee auf Herbsttour will ich wirklich nicht.
Um Rückweg auf Straße zu vermeiden, nutze wieder Rad. Lass es in Graben am Anfang (neuer) Weg 601 und fahre mit Auto zum Ausgangspunkt im Dorf Dunja.
Verlasse Straße nach Weiler Chiout Pupin an zweiter Kehre und betrete Weg 602. Betonierter Pfad steigt in Serpentinen und führt auf Hügelkuppe wo paar Häuser stehen. Fahre weiter auf Fahrweg der bald endet und zu Pfad wird. Erste Meter über Graben geht Pfad über metallene Brückchen/Plattform, dann wird zu wunderbarem Pfad. Ziemlich steil aber sehr gleichmäßig führt Pfad durch schönen Kiefernwald auf Gipfel Clap Forat. Hier zeigt sich Dunjski vrh. Sieht nah aus aber Auge täuscht. Nach Abstieg zu Sattel Mincigos wo Weg 602a ins Tal führt, schießt Pfad steil hoch. Hinter Erhebung Cuel Formian wird's etwas kompliziert. Sehr steiler Pfad folgt teils "Tunnel" durch Gestrüpp, teils quert offene Wiesen. Im Gestrüpp "singt" oft Säge auf meinem Victor Inox und unfolgsame Äste lernen Olivenform. Schade dass ich keinen Gartenschneider "Gardena" dabei habe. Mehrmals taste ich mich hin und her um Fortsetzung zu finden. Abseits Pfad auf steilen Wiesen rutschst du schnell oder versinkst in Gestrüpp. Kurz unter Gipfel quert Pfad westliche Seite wo Flecken Schnee sind. Übergang zum Gipfel nicht mehr problematisch und bald oben.
Gipfel ist wirklich außergewöhnlicher Aussichtspunkt, Sicht unglaublich. Karnische Alpen wie auf Handteller. In Ferne erblicke Peralbo und Coglians. Blick auf Montaž überwältigt mich. Profil aus dieser Richtung ist wirklich einzigartig. Kann Blick nicht abwenden, was auch auf Bildern sichtbar

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In völliger Windstille und Einsamkeit liege auf Gipfel. Wenn möglich würde ich Tag ins Unendliche dehnen.
Fahre weiter nach Lipnik. Pfad ist durch Gestrüpp gehauen und gut begehbar. Offenbar kommt Hauptpfad zum Gipfel aus Lipnik-Richtung. Pfad verlässt bald Grat und sinkt tief darunter. Unter Lipnik klar dass Dunjski vrh WW1-Strategen unwichtig schien, daher kein Militärweg drauf. Dafür ist Lipnik voll davon. Verlasse Pfad der in Tunnel abbiegt und grasigen Hang quert und steige über unmarkierte Mulde nach Lipnik. Unter Gipfel auf markierten Pfad der von Sattel Clap di Jovel kommt und zum Gipfel. Auch Lipnik hinkt bei Ausblicken nicht nach. Ist auch genau in "Linie" Rest Grats.
Abstieg zu Sattel Clap di Jovel und auf Weg 601 der von Norden kommt. Bald wird zu breiter grasiger Mulde. Als ich Hütten auf Alm Bieliga sehe, direkt runter über Wiese an Alm vorbei zu Wegweiser wo Straße und Weg 601 zusammenlaufen und Start 649. Über bekannten (neuen) Weg 601 runter zur Straße. Schön geführte Mulde ist wahrer Balsam für Füße. Rad wartet. Beim Abstieg entlang Straße schaue ich Tafeln mit alten Fotos der Straße durch Dunja. Stellenweise war sie ganz anders geführt als heute. Beim Autofahren merkt man so was nicht.
Am Start bedauere dass Tag zu Ende. Fantastischer Tag und genau solche Tour.