Heute bin ich im Regen zum Selški Oče aufgebrochen und habe ihn zum ersten Mal mit etwas gemischten Gefühlen verlassen.
Die Straße, die sie vor einem Jahr begonnen haben zu bauen, scheint mir jetzt schon fast bis zum Razor zu reichen und verdirbt auf sehr grobe Weise die zuvor unberührte Natur. Natürlich fehlen neben ihr nicht die leeren Dosen, die zeigen, wie gleichgültig wir gegenüber den Bergen sind, die die Slowenen angeblich so lieben.
Wenn wir von der anderen Seite über Povden zurückkehren, kann ich nicht anders, als auf die gigantischen Stromleitungen zu starren, die mit der zugehörigen Infrastruktur einen bedrohlichen industriellen Eindruck machen.
Ich weiß, ich brauche auch Strom, ich weiß auch, dass Holz vielen Familien Brot bringt, aber könnte man das nicht wirklich auf einem etwas eleganteren Weg erreichen, unauffälliger und weniger megaloman?
Diese Gegenden sind so schön und in den letzten Jahren frisst sich die Entwicklung auch in zuvor unberührte Bereiche hinein. Es macht mir Sorgen, dass wir zu wenig durchdacht und zu wenig aufmerksam gegenüber dem sind, was wir angeblich so lieben. Weggeworfener Müll neben der neuen Errungenschaft ist nur noch ein zusätzliches Ausrufezeichen.
Da ich schon meckere, würde ich die Kette erwähnen, die die Markacisten wahrscheinlich in gutem Glauben oberhalb des Razors angebracht haben... Die Kette im Stil der auf dem Triglav-Grat ist nämlich nur ca. 15 cm von den Felsen entfernt, an denen man sich festhalten kann! Ist das wirklich nötig?
Entschuldigung, dass ich den heutigen Weg so negativ beschrieben habe, es gab auch viel Schönes, aber ich habe Kinder und es wäre schön, wenn auch sie ihren Nachwuchs noch in Unberührtes führen könnten!
Lp, Miha