| bagi12. 07. 2016 12:08:15 |
Noch einige meiner Erfahrungen vom genannten Aufstieg auf Mont Blanc im Kreis der *Voluharjev* ... Ich war schon weit über dem EU-Dach, aber immer mit schrittweiser Aklimatisation. Diesmal stieg ich zum ersten Mal so hoch in so kurzer Zeit. An einem einzigen Tag stiegen wir von den 300 m Ljubljanas zur Hütte Gouter in 3835 m Höhe. So viel Höhe an einem Tag wirkt sich aus. Trotz solider Kondition fühlte ich mich selten so ausgelaugt wie diesmal . Und nicht nur ich, das ganze Team schleppte sich kaum zur Hütte. Unsere und noch viele andere, die nach uns kamen. Abends war es schon eine große Leistung, vom Essensraum zu den Schlafräumen im zweiten Stock zu steigen . Einige hatten Kopfschmerzen, andere Übelkeit, wieder andere atmeten schwer. Leise glaubte niemand ganz, dass wir am nächsten Tag den Aufstieg zum Berg schaffen würden. Aber es klappte … langsam, mit etwas Lekadol und viel Flüssigkeit. Schritt für Schritt im Seil. Dort sind praktisch alle Bergsteiger eingeseilt, die meisten haben lokale Bergführer. Wir vertrauten Tomaž die Organisation und Durchführung und alles verlief in bester Ordnung . Gegen den Gipfel nahm uns Nebel gefangen und verbarg die Abgrundhänge der Grate, auf denen wir gingen. Vielleicht war es noch besser so. Sauerstoffmangel verzögerte Reaktionszeiten, Denken war langsam. Diffuses Licht warf täuschende Schatten. Pausen wurden häufiger, Gipfel immer ferner. Wenigstens in unseren Köpfen. Mussten einen Serak überqueren, der vor Kurzem wohl noch gar nicht da war. MB voll Veränderungen. Es ist Gebiet ewigen Schnees und Eises, das rutscht und sich ständig ändert. Voll Spalten, die sich bei jedem Schneefall verstecken. Deshalb nie außerhalb der getretenen Pfade gehen. Und endlich Gipfel. Neblig, mit unangenehmem eisigem Wind. Wir tragen Skibrillen, Wasser in Trinkblasen gefriert, Technik versagt. Hier herrschen völlig andere Bedingungen als auf unseren Höhen. Keine übertriebene Begeisterung in unserem Seilzug über die Leistung, wir sammeln uns schnell. Und nochmals … Schritt für Schritt absteigen. Langsam und vorsichtig. Wenn jemand Probleme hat, hält das Seil sofort an. Hetzen wird hier erbarmungslos bestraft. Über 6000 Tote zählt schon Mont Blanc. Höhe, Wetterbedingungen, Unerfahrenheit, Unvorsichtigkeit. Noch mehr fände sich. Ein Quäntchen Glück immer nötig, egal was du weißt und kannst. Es gelang uns, beiden Seilzügen . Noch Ruhe in Gouter-Hütte und Abstieg im Regen und Donner zur unteren Hütte Tette Rousse wo wir übernachten. Es ist eine freundliche Hütte, totaler Gegensatz zu Gouter. Erst hier werden wir uns langsam bewusst, was wir erreicht haben. Wir freuen uns darüber und sind stolz auf uns selbst . Mont Blanc ist eben etwas Besonderes. Kombination aus Höhe, Gletscher, Wetterbedingungen und Gehen am Abgrund weit übertrifft übliche Winteraufstiege in unseren Gegenden ala Grintovec, der oft verglichen wird. Die Zahl derer, für die es der letzte Weg war, bestätigt das unerbittlich. Deshalb …. nehmt Mont Blanc nicht zu selbstverständlich, aber macht euch auf den Weg dort hoch, wenn ihr euch fähig genug fühlt. Viel Erfolg allen, die dorthin gehen werden 
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