| JTrogar6. 09. 2016 18:02:36 |
Freund Andrej hat mich schon länger überredet, auf Mont Blanc zu gehen. So hat die Tour letzte Woche Mittwoch begonnen, als wir kaum all die Sachen für die Fahrt ins Auto gekriegt haben. Wir sind durch den Mont-Blanc-Tunnel gefahren (Maut 104,7€). In Chamonix geparkt am Parkplatz bei Route Blanche, wo auch ganz ordentliche Sanitäranlagen sind. Nach Spaziergang durch Chamonix nach üppigem Abendessen im Schlafsack beim Auto übernachtet. Auch Frühstück Donnerstagmorgen sehr abwechslungsreich und reichhaltig selbst gemacht. Mit Gondel (58,50€) dann zur berühmten Aiguille du Midi (3842m). Für Freund war's das erste Mal, daher hat die Besichtigung dieses Wunders ewig gedauert. Dann eingesteckt und versichert abgestiegen auf Plateau unten, durchquert und hoch zur Cosmiques-Hütte (3613m), wo übernachtet (42€ mit Frühstück, 65€ mit Abendessen und Frühstück). Zum Frühstück um eins waren wir neun, aber gestartet nur vier. Wir zwei und zwei Deutsche. Nacht meist wach verbracht, da Höhe mich stärker als sonst geschafft hat. Andrej hat wie ein Baby durchgeschlafen. Nacht kalt, Schnee schön gefroren für angenehmes Laufen. Abstieg aufs Plateau und Marsch zum Fuß Mont Blanc du Tacul (4248m) hat uns genau richtig gewärmt für den Angriff. Flanke auf Tacul gut geschafft, Nacht hat ein bisschen geholfen. Gegen Gipfel stark gewindet, so dass Zehen und Finger angefangen haben zu frieren. Dachte, wenn's schlimmer wird, wird's nichts mehr. Andrej hat später gesagt, Kälte hat ihm dort auch schön in die Knochen gebissen. Abstieg folgte aufs Col zwischen Tacul und Mont Maudit. Dort im Dunkeln fast über jemanden im Schlafsack gestolpert. Dann wartete der schwerste und gefährlichste Teil der Tour, Aufstieg auf Mont Maudit (4465m). Abends hat uns der lokale Bergführer in der Hütte auf riesige Seraks überm Fuß von Maudit hingewiesen, die heuer schon Tote gefordert haben. Gerade als wir uns näherten, ist was Großes abgerissen und mit lautem Getöse abgestürzt. Wären wir paar Minuten schneller gewesen, hätte es tödlich enden können. Wir waren unsicher, was tun. Jetzt gibt der Berg sicher erstmal Ruhe und mit beschleunigten Schritten hab ich den Querpass unter den bedrohlichen Seraks begonnen. Bis zur Lawinenrinne war die Spur noch sichtbar, über große Klumpen Eis und Schnee weiter per Instinkt. Auf der anderen Seite im Dunkeln Spur nicht gleich gefunden. Glücklicherweise am Ende des Lampenstrahls windverwehte Fußspuren gesehen, die uns schön zurück auf Spur und sichereres Gelände bei Seraks geführt haben. Inzwischen wunderschöner Morgen angebrochen. Direkt unter Gipfel Maudit komplett senkrechte Eisfanke zu meistern, wo fixierte Seile gross geholfen haben. Von Maudit aus Hang zum Mont-Blanc-Gipfel gesehen. Gipfel gar nicht weit ausgesehen, aber noch viele Schritte und Pausen bis dorthin. Andrej keine Höhenprobleme, mich gezwungen zu immer häufigeren Pausen. Alles im Kopf, hab ich mir gesagt und stur hochgekrochen auf Gipfel des Weißen Bergs (4810m). Gratulationen und Umarmung war Erstes, was wir begeistert auf Gipfel getan haben. Dann hat Andrej slowenische Flagge reingesteckt, die er als Überraschung im Rucksack versteckt hatte. Lange genossen wir alle aufgeregt den magischen Rundblick vom Gipfel. Abstieg folgte. Schon beim Aufstieg abgemacht, nicht nochmal Schicksal unter Seraks herauszufordern, daher abgestiegen auf anderer Seite. Abstieg zur Goutier-Hütte echte Spaziergang gegen Aufstieg. In Hütte Schock. Da wir bisschen zu spät für Zug waren, entschieden zu übernachten (Nacht 80,75€, Abendessen 30€, Frühstück 15€, Wasser 1,5l 6€). Nicht zu Abend gegessen, da Magen noch nicht richtig gearbeitet hat. Aber Frühstück Wolfsappetit gehabt und für drei gefuttert. Überraschend hat Höhe Andrej hier erst eingeholt und fast nichts runtergekriegt. Morgens abgestiegen bis obere Station Tramway du Mont Blanc, wo Steinböcke uns beim Gehen unterhalten haben. Beim Warten auf Zug sonnenbadend und Aussicht genossen. Fahrt mit Zahnradbahn (31,80€) nach Le Fayet im Tal auch besonderes Erlebnis. Von da noch mit Zug (5,60€) zurück nach Chamonix. Dort geduscht und uns richtiges Mahl selbst gegönnt. Parkgebühr 43€ für 69 Std. Nach Hause durch schweizerischen Wein-Kanton Wallis, dort fast in irgendnem Weinkeller steckengeblieben. Über Bergpass Simplon (2006m) dann nach Italien übergewechselt und vorbei Mailand heim. Durch Schweiz auf Nebenstrassen, in Italien wieder Autobahn und für Maut zurück fast 70€ weniger als hin. Anstrengende, sehr schöne lange Tour, voller wundervoller Eindrücke, die im Menschen wieder einen etwas anderen Blick auf Berge und Welt weckt. Lp und sicheren Schritt allen von unter schönen Golts, Janez
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