Vorvorigem und gestern Streifzug um B2 bei Jezerih.
Ziel Tag 1 - Visoki Rokav. Beim Biwak entlasten wir die Rucksäcke und steigen hoch zum
großen Schuttkegel und darüber zum Einstieg in den Rokav-Gletscher. Dort pfeifen schon Steine vorbei, aber
darauf muss man vorbereitet sein, besonders im Sommer ohne Schnee. Schnell zum Schutz unter den Block, wo
nacheinander drüberklettern und an der Wand langsam zur Scharte. Hier und da fliegt ein Stein, aber
wir sind irgendwie auf der "sicheren" Linie und bald erblicken die schöne Kar "V kotlu". Wir genießen Momente dieses wilden Blicks
und bereiten uns langsam für 2 Seillängen vor. Unter dem Einstieg finden wir alte Stöcke, was andeutet, dass wir nicht allein sind.
Wir fangen mit schönem Klettern zum Gipfel an, in wirklich unglaublichem Gelände, aber am 2. Stand höre ich Grollen oben und Steinschlag, der auf mich zukommt.
Ich weiche etwas aus, verstecke mich später lieber unter dem Stein. Ich beobachte die Seilschaft oben und nach ein paar
Steinschlägen einigen wir uns, dass sie kurz warten. Alles bröckelig und instabil und gleich löst man etwas aus. Das wird ein spannender
Abstieg, denke ich. Wir fahren zum Gipfel fort, Gipfel Freude; aber bald Stille vor allen Schönheiten und wild schönem Umfeld. Noch ein paar
Gespräche über Wünsche, Fotos und Zeit vergangen, die Seilschaft vor uns hätte den Gletscher verlassen müssen.
Abstieg langsam, mit Steinschlägen, als am 2. Stand Schreie nach Steinen hören. Noch nicht draußen!
Sie sagen, brauchen noch 5 Min., am Ende. Natürlich warten, bewusst des Ernstes des Gletschers. Nach 10-15 Min.
rufen wir ein paar Mal, wo sie sind, keine Antwort - los! Langsam zum Einstieg der Route und ab vom Gletscher. Am vorletzten Stand
fliegt Hubschrauber unter Gletscher hoch über die Rokavs, dann wieder runter. Langsam kapieren wir, was los ist,
und halten an. Heli steigt und sinkt noch ein paar Mal. Ich gehe in die Mitte des Gletschers und sehe, sie heben jemanden. Krise - Unfall!
Als alles endet, hören wir vom anderen: Unfall - Stein an Kopf. Abstieg bis zum Ende, sammeln noch
Stöcke und Brille zum Biwak. Dort erfahren wir die ganze Geschichte, die irgendwie die ganze Erfahrung verdirbt. Unfall - und nach dem Ausstieg
aus dem Gletscher, 30 m von den Schwierigkeiten! Nach Gespräch und guten Wünschen verabschieden wir uns und in ein paar Stunden ins B2-Unterstand zum Schlafen.
Tag 2 Rückkehr über Škranatarica ins Tal.
Wildes Abenteuer in inspirierenden Gegenden!
Dem verletzten Herrn baldige Genesung!
(könnte leicht jeder von uns sein :| ...)
PS: Rokav-Gletscher im Sommer objektiv + relativ gefährlich, wenn jemand voraus, lieber umdrehen... Ich werde.