Hallo,
am Mittwoch, 14.8.2013, bin ich zu einer etwas längeren Tour über die Julijce aufgebrochen, von Rateče nach Bohinj (Ribčev laz). Die Tour ist vollständig gelungen, ich habe viel Erfahrung gesammelt und das Auge hat die wundervolle Natur der Julischen Alpen gesehen. Den Weg habe ich so gut wie möglich auf ein A4-Blatt zusammengefasst, also wenn jemand Details interessieren, einfach fragen. Freue mich über Kritik und Infos, die ich noch nicht kenne.
In den späten Abendstunden von Rateče vorbei an den Schanzen in Planica bis zur Hütte in Tamar auf 1106 m. Nächster Tag um 6 Uhr zur Nadiza-Quelle für 3 Liter klares Wasser unter Ponc, um 7 Uhr Start Richtung Jalovec durch Tamar-Tal durch Mali kot nach Veliki kot und Kotovo sedlo auf 2134 m. Im kalten Morgenwind vom Sattel auf gesicherter, nicht zu steiler Spur zum Gipfel Jalovec 2645 m nach 5 Stunden Aufstieg. Schönheit der Berge, das ist Slowenien, Jalovec König der Berge. Halbe Stunde Pause und Blick auf umliegende Gipfel, besonders den noch unbezwingbaren Mangart. Abstieg zum Biwak pod Špičkom auf 2064 m, auf wunderschöner Alm mit freundlichen Versorgungsstellen für Imbiss und Bier. Ich packe die Karte weg und mache mich auf 3,5-stündigen Weg durch Wald oberhalb Zadnja Trenta, in der Hitze und gelegentlichen Felsen zum berühmten Vršič auf 1738 m, voll Blech und Touristen. Besuch der Stempel aller drei Hütten, Tičarjeva, Erjavčeva und Poštarska in einer Stunde Ring, für Übernachtung siegt Erjavčeva Hütte mit Blick auf Prisojnik und Ajdova deklica. Vor dem Abendessen mit Gulasch und Knödeln kurzer Berglauf vorbei Quelle Zgornji žlebi nach frischem Wasser und zurück. Üppiges Abendessen, kurzer Schlaf, schneller Morgen und frühes Frühstück Tomaten, hausgemachte Salami und Brot, bei aufgehender Sonne Rucksack auf und über Hanzova pot zur Mala Mojstrovka. Leichterer Weg wird zu sehr anspruchsvollem gesichertem Klettern an Haken und Seilen der Wand, erstmals denke ich an Selbstsicherungsgurt, aber mit richtigem Ansatz und sicherem Schritt erreiche ich Gipfel Mala Mojstrovka 2364 m. Blick in Triglav-Massiv und schneller Abstieg über Grat und Schutt zurück zum Übergang Vršič. Unter sengender Sonne noch zur Quelle für kaltes Wasser und auf Weg vorbei Prisojnik und Razor zum Pogačnikov dom. Weg führt über Schutt und felsig-grasigen Südhängen Prisojnik vorbei zahlreichen Quellen zum Fuß Razor. Auf etwas anspruchsvollerem Weg hinauf vorbei Utrujeni stolp bis Sattel Planja auf 2349 m, Blick zu Razor der geschlossen ist, dann Abstieg über Felssturz Razor zum Pogačnikov dom auf Kriških podih auf 2050 m. Bei Sonnenuntergang, nach 11 Stunden Bergwandern verdiente Abendmahl Ričeta mit Wurst und Ruhe in Essraum auf Notlager. Nacht vergeht schnell, Uhr 5 Uhr morgens als ich Stiefel anziehe, Sonne noch weit hinter Julijce, erscheint direkt unter Gipfel Bovški Gamsovec auf 2392 m. Als ich etwas über Gamsovec-Gipfel klettere, posiert mir im Morgenlicht nach Süden die ewige Triglav-Nordwand in voller Größe. Unbezahlbar, furchteinflößend, Ehrfurcht gebietend. Dahin gehe ich! Beim Abstieg über grasige Hänge bis Luknja auf 1758 m treffe ich Gruppe Steinböcke die sich vor Linse auf unter 20 m stellen. In Luknja warten andere ungeduldig und bereiten sich auf Einstieg in Wand zu Plemenice vor, dann starte ich gleich mit Klettern auf sehr anspruchsvollem gesicherten Weg zum Triglav über Plemenice. Weg steigt steil an Haken und Seilen, Blick nach unten ziemlich furchteinflößend, Schritt zur Seite und weg bist du. An Abschnitten ungesichert und exponiert, daher große Vorsicht nötig und keine Höhenangst. Kurz vor Plemenice-Gipfel zeigt sich links Sphinx und Triglav-Pfeiler, dann Weg zu ebenerem Teil bei Zaplanja und Schneefeldern. Auf 2500 m bleibt letzter steilerer Teil bis Gipfel ovčak und schon um 12 Uhr stehe ich auf höchstem Punkt Sloweniens, Triglav 2864 m. Blick herrlich, Auge reicht bis Montasio in Italien, Adria, Karawanken und Kamnik-Savinja-Alpen. Gedränge auf Gipfel verhindert längere Pause schnell, daher Abstieg gleichen Weg durch Triglav-Škrbina auf 2500 m. Folgen gute zwei Stunden flotten Marschs über svet podov und Mulattenwege zur Tržaška koča na Doliču 2151 m. Stempel ins Buch, Laško trinken, nächsten Weg auf Karte prüfen, schon auf Dolič-Gipfel und Čez Hribarice auf 2358 m. Im Vorübergehenden fällt Entscheidung noch zu Kanjavec 2568 m zu springen, schon unter Vršaki und Dolina Triglavskih jezer öffnet sich. Weg im Tal wird flach, Felsen überwuchert von niedrigem Bewuchs, nach langer Zeit wieder alles grün. Ankunft bei Schutt unter Velika Zelnica und vor mir Ledvice-See 1831 m, wahres Paradies beginnt nach 13 Stunden Bergsteigen. Am See wähle richtigen Platz zum Faulenzen im Gras, Rucksack entleeren, umziehen, üppig mit Käse, Thunfisch, Brot und Kirschwasser essen, im See waschen und Durst löschen, schon Stunde vergeht und Sonne untergeht, weiter zur Koča pri Triglavskih jezerih auf 1685 m. Im Dämmerlicht schon Stimmen vor Hütte hören, Bier und Bett bestellen, sitzen und plaudern, schon 23 Uhr als ins Dorm gehe. Sonntag leicht, daher länger ausruhen und um 8 Abschied. Weg durch Lärchenwald und morgendewiges hohes Gewächs entlang österreichisch-ungarischer Versorgungsweg zur Koča pod Bogatinom und Dom na Komni auf 1520 m. Von hier Blick auf Bohinj-See öffnet und schon im Schatten Fichtenäste, durch Pekel-Tal und auf Weg mit 48 Kehren zur Koča pri Savici auf 653 m. Tal schnell zum See und Strand, baden und entlang rechter Ufer bis Dorf Ribčev Laz schlendern, wo mein Weg endet und Planung neuer beginnt.
5 Tage, 4 Nächte, 46 Stunden Gehen und Bergsteigen, 8000 Höhenmeter hoch und runter in 83 km Distanz.
Viel Erfolg.
