In diesem Frühling kam mir die Idee, 5000 Höhenmeter an einem Tag zu schaffen. Bisher habe ich mehrmals 3000 m an einem Tag geschafft und einmal vor ein paar Jahren 4000 m innerhalb von 24 Stunden (von 8:00 morgens bis 8:00 nächsten Tag).
Da ich weit entfernt von schnellen Bergläufern bin, musste ich gutes Gelände für so ein Unterfangen finden. Die Gesamtdistanz durfte nicht zu lang sein, auch wollte ich denselben Anstieg nicht mehrmals wiederholen. Zuerst habe ich überlegt, wo es etwas Passendes in den Julischen Alpen gibt. Vielleicht eine Kombi aus Vrata und Trenta mit Zwischengipfeln, aber am Ende nichts Geeignetes gefunden. Am Ende stellte ich fest, dass am besten 3 Anstiege in den Kamnik-Alpen zu kombinieren sind.
So bin ich diesen Mittwoch früh morgens nach Kamniška Bistrica gefahren, Wasser nachgefüllt und mit dem Auto weiter zur unteren Station der Bahn nach Kokrško sedlo. Dort war der Start. Um 2:10 ging's Richtung Grintavec. Vollmond schien und sobald ich aus dem Wald kam, konnte ich die Lampe ausschalten. Wundervoll. Kurze Pause am Sattel, dann zum Gipfel, den ich in 3 Stunden erreichte. Kurzer Blick auf die umliegenden Berge vor Sonnenaufgang, dann langsam zurück zum Auto. Dort Flasche wechseln, etwas Stärkung, zweiter Anstieg konnte beginnen.
Um 7:30 ging's zur Koroška Rinka. Ich war schon etwas müde, aber es ging. Noch früh genug, nicht heiß. Wie immer keine Massen über Žmavčarje. Wer ist so verrückt in diese Steilheit zu gehen? In 2 Stunden zum Biwak, dann noch 1 Stunde zur Rinka. Zweiter Anstieg erledigt, vom Gipfel sah ich auf einer Seite Grintavec, den ich Stunden zuvor verlassen hatte, auf der anderen mein letztes Ziel. Abstieg zum Auto folgte. Dort wieder Snack und Flaschenwechsel.
Um 13:25 fuhr ich den Abstieg zum Ursprung der Kamniška Bistrica fort, endete am Parkplatz oberhalb der Hütte am Ursprung. Um 13:50 Abstieg vorbei, Anstieg zum Kamniško sedlo begann. Im heißesten Teil des Tags im Wald, sonst wäre es schwer gewesen. War es aber doch, besonders der Anstieg unter Pastirci. Auf der Bank Pause, etwas gegessen, getrunken, ging leichter weiter. Hitze ließ nach, etwas Wind, schon saß ich auf der Bank am Sattel (16:30). Fragte mich, ob ich nach all dem noch zur Brana will. Aber nein. Wenn ich so weit gekommen bin, schaffe ich das auch. Langsam, Schritt für Schritt zum Gipfel. Um 17:30 war ich da.
Dann wieder Abstieg auf dem Aufstiegspfad. Am Parkplatz war die Sonne untergegangen, wieder sichtbar wie am Anfang. Noch eine halbe Stunde zum Auto. Bei Žagana peč war die 5000-Meter-Marke überschritten. Ich glaubte, dass ich so etwas schaffe, aber bis man es tut, ist man nicht ganz sicher. Ziel erreicht. Anstrengender und toller Tag, der mir lange im Gedächtnis bleibt, obwohl mir solche und andere Herausforderungen auch künftig nicht ausgehen werden.