Beim Rückschritt der Demokratie und der Einschränkung von Freiheiten und Medienunabhängigkeit in diesen guten zwei Jahren der Herrschaft von Janez Janša muss man bedenken, dass er in dem Regierungssystem seines damaligen Idols Josip Broz Tito aufgewachsen und politisch geformt wurde. Natürlich nennen ihn heute er und seine politische Option explizit Diktator, aber die Tatsache ist, dass auch viele von ihnen, mit Janez Janša an der Spitze, nach den Richtlinien der Ausbildung parteipolitischer Kader geformt wurden! Bei der Unabhängigkeit Sloweniens haben sie sich nach außen politisch um 180° gedreht und angefangen, das zu vergöttern, worauf sie vorher voll draufgehauen haben, meiner Meinung nach vor allem, weil sie ihren Platz unter der politischen Sonne suchten und bewusst die Option gewählt haben, wo sie am wenigsten Konkurrenz hatten. Aber die Tatsache ist: Was Janezek lernt, das kann Janezek! Der große Unterschied zwischen damals und heute liegt nur in der finalen Ausführung, denn physische Eliminierungen wurden durch viel raffiniertere und sophistiziertere Methoden ersetzt, die in nichts hinter der Wirksamkeit des Zwecks selbst zurückbleiben. Ähnliche Methoden hat zu Beginn seines Aufstiegs der Begründer der politischen Propaganda des nationalsozialistischen Deutschlands Joseph Goebbels durchgesetzt. Nach den Richtlinien der Goebbels-Doktrin hat sein aktueller Idol (obwohl 5 Jahre jünger) und Unterstützer Viktor Orban sich vor einigen Jahren schon den Medienraum in Ungarn unterworfen. Also sind Methoden zur Lahmlegung politischer Gegner und aktiver Zivilgesellschaft keineswegs neu, sie passen sich nur dem Grad der Demokratie an, in dem sie wirken! Es ist eine Tatsache, dass in jungen Demokratien, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs entstanden sind, viel mehr Möglichkeiten zur Missbrauch der Demokratie zum Vorteil von Individuen bestehen, die zu viel politische Macht erlangen, und deshalb ist es umso wichtiger, dass die Bedingungen, unter denen die Zivilgesellschaft wirkt, erweitert werden, nicht eingeschränkt, und aus dieser Sicht ist es am wichtigsten, dass möglichst breites Medienspektrum vollständig unabhängig von der aktuellen Politik agiert.