Ansonsten wäre es besser die Debatte abzuschließen, aber trotzdem... Ich stimme Zek voll und ganz zu (und einigen anderen). Die Kommerzialisierung des SVK und der glühenden Befürworter seiner Nutzung überall (fast schon beim Treppensteigen oder Kirschpflücken in den Goriška Brda), hat alle Grenzen überschritten. Nochmals wiederhole ich, ich sage nicht dass es eine schlechte Sache ist und rate keinesfalls davon ab, habe gar nichts gegen seine Nutzung (an manchen Stellen ist es sogar notwendig – Via della Vita, via Italiana usw.), aber das Aufzwingen der obligatorischen Nutzung überall und auf allen Wegen mit 5 m Seilen ist übertrieben. Dann wären alle gesicherten Wege hier maximal 15 Jahre alt. Wie schon geschrieben, denken heute viele Leute, dass man mit SVK-Nutzung alles kauft, aber natürlich geht das nicht so einfach. Die wichtigsten Faktoren für sicheres Gehen auf gesicherten Wegen sind Kondition, Armkraft, Erfahrung, Wissen, psychische Vorbereitung, Orientierung und Geschicklichkeit in der Bewegung auf felsigem Gelände bzw. Klettergeschicklichkeit. Nicht jeder ist für solche Wege. Was fallende Steine betrifft - die Tatsache ist, dass fallende Steine oft Folge von Mangel an Wissen und Erfahrung in der Bewegung in den Bergen sind. Wie man Steine nicht lostritt (bzw. dass es so selten wie möglich passiert) ist integraler Bestandteil von Wissen und Erfahrung, das Bergsteiger schon von klein auf lernen und das man nicht im Bergsportgeschäft kaufen kann. Da heute aber gilt, dass wenn du SVK kaufst, du bereit bist für alle anspruchsvollen Wege, ist das Bild ganz anders. Ich treffe oft Wanderinnen und Wanderer, die weder minimale Kenntnisse von Fähigkeiten in der Bewegung auf Felsen haben, noch Armkraft noch Erfahrung und schleppen sich wörtlich und hängen an der Leine, können keinen natürlichen Tritt oder Griff finden, und daneben lösen ganze Lawinen aus und gefährden andere. Was hilft SVK, wenn du dich selbst auf dem Weg tiefer auf schotterigem Untergrund über Abgrund befindest, wo keine Leine ist, und über dir eine Menge der vorher beschriebenen lostritt Salven? Ich sage nicht, dass das der einzige Grund für das Lostreten von Steinen ist, aber mit massenhaftem Besuch verschieden (un)erfahrener Bergsteiger hat sich dieses Phänomen wesentlich verstärkt.
Wie schon gesagt, passieren die meisten Unfälle bei Rutschern (und sicher nicht beim Fallen von der Leine), also auf steilen Schottergeländen, wo Erfahrung, Geschicklichkeit, Kondition und nüchterner Kopf am meisten zur Geltung kommen (und selbst das ist nicht immer genug). Auf keinem gesicherten Weg hat mir der schwierigste Teil je auf den Leinen vorgekommen, sondern auf den vorher beschriebenen, also Schotter über Abgründen (und fast jeder gesicherte Weg hat solche Abschnitte).
Zum Abschluss noch das: Dem durchschnittlichen Bergsteiger, der sich für erfahren hält (kein gelegentlicher Wanderer), und dem der slowenische Weg auf Mangart zu anspruchsvoll, zu wenig gesichert und zu luftig erscheint, und aus diesem Grund das Gehen auf diesem Weg ohne SVK von erfahrenen Bergsteigern verurteilt (fallen lassend Steine), hat in der Hochgebirgswelt nichts zu suchen. Unzählige Abschnitte auf allen gesicherten Wegen gibt es, wo die Luftigkeit ähnlich oder sogar größer ist, aber zuverlässiger Tritt (und gleichzeitig Griff) wegen des Untergrunds fehlt. Wie kommt dann jemand dahin, der sich 100% auf SVK verlässt und nicht das entsprechende Wissen und Erfahrung hat? SVK ist in vielen Fällen eine trügerische Sicherheit, dass Bergsteiger einen bestimmten Weg schaffen, aber tatsächlich sind sie für solche Stellen nicht gerüstet. Und um auf einige Kommentare zu antworten: Ich unterstelle keinerlei Weg, unabhängig von Länge oder Belegung. Gleichen Respekt habe ich vor Wegen, die 1 Stunde, 3 Stunden oder 8 Stunden dauern. Missachtung und Unterschätzung, was Mangart (und einige andere) betrifft, sehe ich bei Sonntagswanderern, die den Weg um 11 Uhr vormittags in der größten Hitze angehen, in Leinenschuhen, und möglichst noch einen Hund mitschleppen. Nach 15 Min keuchen sie, als hätten sie schon die Hälfte des Wegs zum Everest gemacht. Das ist für mich Missachtung ohnegleichen. Leider ist Mangart heute (wie primoza und redbull schon schrieben) wegen des Anstiegs fast bis zum Gipfel das anschaulichste Beispiel dessen, wovon ich spreche. Die Bemerkung zu Extremisten ist nach meiner Meinung ziemlich fehl am Platz.