Dass man in fragwürdigen Bedingungen besser nicht nach Kredarica drängt, schon gar nicht durch Kot und am allerwenigsten nachmittags ... ja, und wenn man doch drängt, gefährdet man nicht nur sich selbst sondern auch mögliche Retter ... man ängstigt die eigenen Angehörigen und die der Retter ... Das wissen wir jetzt. Wir wissen auch, dass wenn es passiert, was passiert, es gut ist, richtig ausgerüstet zu sein (für Bivak, ...) und klug zu reagieren (Anruf bei GRS und Warten in Sicherheit). Wenn GRS sagt, dass die Reaktion der Jungs und Mädels relativ angemessen war, glaube ich das - habe keine bessere Quelle. All das, mit unseren Kommentaren, kann eine (für uns) kostenlose Berglektion sein und nichts weiter.
Eine Ergänzung zu dieser Lektion wäre, wenn wir auch über mögliche finale finanzielle Folgen solcher Einsätze erfahren würden. Und es wäre gut, die Begründung für beide Fälle zu lesen: wenn die Rechnung für die Rettung gestellt wird oder auch (!) wenn keine Rechnung gestellt wird. Nämlich, die meisten Menschen richten sich letztlich nach den Erfahrungen anderer ... Ob gut oder schlecht.
Ich sehe das Dilemma, das entsteht, wenn der "Unglückliche" keine Rettung vom GRS will (nur Rat), GRS aber trotzdem eingreift und dann "abrechnet" (weiß, dass nicht GRS selbst!) den Einsatz (Helikopterteil). GRS steht natürlich unter Druck seiner Doktrin (geschrieben oder ungeschrieben), moralischen Drucks (auf sich selbst) des entscheidenden Einsatzleiters (ständiges Abwägen von Gefahr für Unglückliche gegen Gefahr für Retter) und sehr wahrscheinlich auch Druck von Verwandten der "Unglücklichen". Besonders bei Nicht-Handeln hängt ein schweres Schwert (noch schwereres) über GRS - für Fälle, wo das finale Ergebnis des (Nicht-)Handelns nicht glücklich ist.
Und noch eine egoistische (?) Meinung zum Überrest des Sozialismus, der das "kostenlose" (und freiwillige) Bergrettung ist. Ich unterstütze es. Warum? Weil ich nie wollen würde, dass ein paar Tausend Euro (oder eine Million jährlich, oder ein Euro aus meiner Tasche in die Luft) über irgendjemandes Leben entscheidet, auch wenn er selbst den Fehler gemacht hat! Klar, einige "Fehler" sind solche (die auch Versicherungen nicht abdecken würden), die im Voraus genau definiert und sanktioniert werden sollten - so gütig bin ich doch nicht.
VIEL GLÜCK 2010!