| IgorZlodej10. 01. 2012 17:01:07 |
Beim Denkmal im Jezerska-Tal steht ein Auto, den Besitzer kenne ich scheinbar, er ist aus Rabolj. Ich fahre noch etwas weiter. In der scharfen Kurve bei der Schranke parke ich, echt überrascht, wie schön verschneit die Straße ist. Sofort steige ich auf die Skier und gleite im schönen Morgen zur Viška-Alm. Die Spur ist gemacht, meist von Schneeschuhtrampelern. Bei der Ankunft auf der Viška-Alm überwältigt mich immer wieder der beeindruckende Blick auf die Vis-Gruppe, wie mächtig und schön sie ist. Gleichzeitig grüßt mich die Sonne, die über den Sattel zwischen Kleinem und Großem Schneegipfel auf der anderen Talseite lugt. Der zuvor genannte Italiener ist an der unteren Seilbahnstation, beobachtet offenbar Gämsen auf den Weiden, sodass er nicht mal grüßt. Ich gehe weiter über die Alm. Schneeunterlage hart, darüber ca. 25-30 cm trockener, pudriger Schnee. Ich folge dem Sommerweg zur Kapna-Wand. Verhältnisse ausgezeichnet, daher laufe ich mit Skiern, nur direkt unter dem Beljaški-Turm nehme ich sie für ein paar Meter ab und quere vorsichtig die exponierte Stelle. Ich schaue mir die schneereichsten Übergänge hoch unter Vis an, den Weg habe ich sowieso schon gewählt. Unter einer Wand lege ich die Skier ab und rüste mich für den Aufstieg. Zuerst ein kurzer Graben, Gefühl gut, wenn's so weitergeht, wird's super. Kanten ausgefegt, etwas harte Kruste und alter Schnee, gute Kombi, nur nicht zu tief einsinken. Ich gehe gerade hoch. Verhältnisse wirklich gut, folgt ein schneeig-felsiger Schritt, den ich schnell übersteige, dann noch ein kurzer Graben und schon bin ich bei den ersten Stahlseilen. Auch dort geht's gut rüber, dann etwas um die Kante herum und schon unter dem Pred Duh. Wie ich sehe, nicht zugeweht und der Weg weiter offen. Wenn mir das Glück hold ist, ist der Gipfel mein. Wieder halte ich mich am Sommerweg und nutze einige Seile, die aus dem Schnee ragen. Dazwischen bewölkt es sich, es fängt an zu schneien, Wind kommt auf. Wie nach Drehbuch. Bei Sonne hätte ich keine echte Winterstimmung, aber so. Bald friert der Bart zu, Wind trägt Schnee umher, ich stich mit dem Eispickel und der Gipfel rückt näher. Als ich fast unter dem Gipfel bin, lichtet es sich, es weht immer noch stark, daher vorsichtig zur "Madonna" und Kreuz, damit es mich nicht vom Grat pustet. Dort am Kreuz wie durch Zauber fast ganz windstill. Ich schaue runter nach Zajzera, zum Montaž, alle Berge ringsum, mache ein paar Fotos, dann schnell wieder runter. Obwohl ich weiß, dass morgen keiner hochgeht, wähle ich für den Abstieg einen anderen Weg und lasse die Skispuren unberührt. Ist auch richtig so, wenn's doch nur alle täten . Unten bei den Seilen absteigen natürlich vorsichtiger, am Pred Duh noch ein Selfie, dann runter zu den Skiern. Dort kurze Pause, etwas trinken und schon wieder auf Skiern. Queren unter Beljaški-Turm und Kapna-Wand auf Skiern. Von da quer rechts verlängern zum "Kanal", der von unter ŠPŠ runtergeht. Drin weiche Kruste, tiefer trockener Schnee, Kurven total genussvoll bis zur Alm, dann ju-hu-hu die Straße zum Auto. Der Aufstieg zum Vis im Winter gilt als alpinistisch, vollständige Ausrüstung und ausreichende Kenntnisse erforderlich. Weniger Erfahrene sollten mit Bergführer gehen.
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