Okey, mit allem gebührenden Respekt gegenüber Igor, hier würde ich mich auch nicht mit ihm einig erklären. Zuerst bezüglich Gola NE - ich war noch nicht drin, aber soweit ich weiß handelt es sich tatsächlich um einen Weg, der grundsätzlich den Spuren aus dem Ersten Weltkrieg folgt, dann haben sie in dieser Richtung im Grunde nur den Übergang als einfachsten Durchgang durch die Wand markiert und nur an den schwierigsten Stellen gesichert, damit man trotz allem durchkommt ohne besondere Alpinkletterfähigkeiten, die Sache ist teilweise auch als Abstiegsroute für Alpinisten gedacht, und gleichzeitig laufen auch normale Wanderer darauf. Nun, wie das mit der Wartung dieses Weges zusammenhängt und ob da noch was in der Mitte ist, weiß ich nicht. Weiß aber, dass noch vor Kurzem der Zustand auch am Schlüsselpunkte sehr schlecht war und man dort jahrelang eine 4 klettern musste, bevor sie die Sache repariert haben.
Was den allgemeinen Zustand markierter und gesicherter Wege in Italien angeht, besonders in ihren Julischen Alpen, muss ich leider eher Urbančeks Meinung zustimmen als Igors. Ich gebe ein Beispiel, das mich persönlich ziemlich stört (weil es mich dorthin zieht, aber in solchen Bedingungen traue ich mich irgendwie nicht): Sentiero Battaglione Gemona entlang des Grats der Naborje-Berge über Dunja. Das aber - im Unterschied zu Gola NE - ist kein bloßer markierter Übergang, sondern ein markierter und nummerierter Weg unter CAI (ich glaube CAI Pontebba, aber nicht wörtlich nehmen), der einen schönen Grat mit historischer Bedeutung quert, auf dem auch zwei Biwaks stehen, und der eine sehr schöne Verbindungsroute darstellen kann. Nun, auf diesem Weg gab es einen Erdrutsch, wenn ich mich recht erinnere 2005, und seitdem ist der Weg gesperrt, und soweit ich weiß verfällt er schon an mehreren Stellen, aber niemand hat sich drum gekümmert, ihn zu erneuern. Und ja, ich wage zu sagen, dass auf slowenischer Seite so etwas deutlich schneller gemacht worden wäre.
Ich habe das meist mit der Lage erklärt - einfache Tatsache ist, dass die Julischen Alpen für Italiener totale Peripherie sind, für uns aber Schlüsselberggruppe. Und das sieht man auch am Besuch - wenn du irgendwo in die Julischen Alpen über die Grenze gehst, triffst du größtenteils nur Slowenen. Wir Slowenen sind einfach stärker an diese Berge gebunden, italienische Bergliebhaber fahren lieber weiter westwärts. Und dort sind die Wege besser gepflegt ...
Also, das ist nur meine Meinung, aber ich denke wirklich, dass in Italien, zumindest in den Julischen Alpen, die Wegpflege oft nicht auf dem Niveau ist wie in Slowenien. Vielleicht täuscht mich mein Gefühl ...