Samstag, 10.8.24, sind wir aufgebrochen, um zu prüfen, ob das wirklich der schönste slowenische Grat ist. Start um 6 Uhr in Bavšica, von wo aus wir über pl. Bale zum Gipfel Osojnik, wo uns nach etwas Kampf mit Spinnen die Sonne erwartet. Hier kurze Pause zum Anlegen der Ausrüstung und dann Vollgas auf den Grat. Meistens halten wir uns am Grat, ab und zu umgehen wir einen zu schwierigen Teil. Auf Veliki Pihavec nach ca. 1h. Abstieg zum Stand für Abseilen, wo jemand eine Schlinge zurückgelassen hat. Statik wäre bessere Wahl gewesen.
Beim Abseilen schaue ich mir die glatte Wand für Klettern in entgegengesetzter Richtung an. Gefühl V, ca. 4-5m, aber in diesem Abschnitt schon mindestens vier Haken zum Sichern.
Auf Mali Pihavec wieder streng am Grat, obwohl die Gräser rechts nicht so undurchdringlich aussehen wie auf den Bildern.
Nach noch etwas Gratgehen über einige Zwischenhöhen erreichen wir Obljak nach etwas Kampf mit Gestrüpp. Nun wartet nur noch angeblich sehr kniffliger Abstieg. Direkt südlich durch das Gestrüpp, was sich als gute Entscheidung erwies, da wir tiefer gute Übergänge finden, die sich quasi von selbst öffnen. Als das Gras endet (Pickel nicht benutzt

) und erste Bäume kommen, dachten wir schon aus dem Schlimmsten raus zu sein, aber wir haben uns gewaltig geirrt. Persönlich war für mich der schwierigste und orientierungssechtigste Teil der mittlere Abschnitt nach Grasende vor dem Buchenwald. Wir versuchen rechts zu bleiben, aber (steile) Übergänge im lichten Wald zwingen uns links. Etwas tiefer ab durch grasigen Graben und noch tiefer erwischen wir Umrisse eines Pfades, der uns weit rechts führt und schon sind wir im Buchenwald. Von hier an können wir aufatmen, praktisch keine Schwierigkeiten mehr, obwohl noch reichlich Abstieg. Raus bei der Jagdhütte und dann tiefer vorbei an Seilbahn und PUS Bavšica.
Grat einzigartig, aussichtsreich und schön. Abstieg total überflüssig. Weiß nicht ob schönster in Slowenien, aber stimme Prle zu, dass Bavški-Ende Traum-Gratgebiet ist.