Mala Martuljška Ponca, 14.6.2026
Heute war für mich einer dieser Tage, an denen sich Träume erfüllen. Auf diese Tour habe ich mich praktisch gute zwei Jahre „vorbereitet“. Ich habe meine Ziele schrittweise gesteigert, damit ich eines Tages auch auf einem Berg wie der Mala Martuljška Ponca stehen kann. Die Zeit war reif und der Berg hat mich heute freundlich aufgenommen.
Ich habe die Route über die Kotle gewählt, sowohl für den Aufstieg als auch für den Abstieg. Trotz leichter Unruhe vor der Tour gab es keine größeren Probleme. Na ja, außer dass die Eisaxt am Rucksack im Latschengestrüpp hängen blieb — aber bis zum Ende der Tour habe ich auch das gemeistert.

Ich muss allerdings zugeben, dass es ohne Steinmänner sehr schwer gewesen wäre, den Beginn des Pfads zu finden, der vom Wildbach abzweigt. Beim Übergang vom Unteren zum Mittleren Kotel bin ich die linke Variante gegangen. Während des Aufstiegs habe ich mir auch die Möglichkeit eines Übergangs von der Westseite angeschaut, aber schon von Weitem wirkt das ziemlich ernst.
Wenn sich beim Verlassen des Oberen Kotls der Blick auf die Schutthalden und die Martuljški-Gipfel öffnet, geht das Herz wirklich auf. Es ist schwer zu beschreiben, wie sehr ich genossen habe — ich glaube, ich bin einen Teil des Weges in einer Art Trance gegangen.

Von dort bin ich links am Grat weitergegangen, um die Schutthalden zu vermeiden, obwohl das gar nicht nötig gewesen wäre, weil unten noch schöne Schneefelder lagen. Die habe ich auf dem Rückweg gut genutzt. Am Grat gibt es eine interessante Stelle, wo man in eine Scharte absteigen und dann wieder ein Stück klettern muss. Von oben sieht das nicht gerade harmlos aus, aber größere Probleme gab es trotzdem nicht. Der Grat ist allerdings stellenweise sehr brüchig, daher ist große Vorsicht geboten.
Auf dem Schneefeld ist natürlich Winterausrüstung Pflicht. Ich habe mir zusätzlich mit einem Stock geholfen. Das Klettern vom Sattel zum Gipfel kam mir nicht allzu anspruchsvoll vor, auch beim Abstieg nicht. Natürlich, wenn man weiß, was man tut. Der Fels ist kompakt, es gibt genug Griffe und Tritte. Am Anfang hängt auch ein Seil, falls jemand es braucht. Persönlich habe ich das Bedürfnis nicht gespürt.
Auf dem Gipfel wehte es ziemlich stark. Am Špik habe ich etwa vier Personen gesehen. Das Gipfelbuch ist schön geführt und in gutem Zustand; der letzte Eintrag war um den 20. Mai.
Der Abstieg über die Kotle kommt mir (wenn es trocken ist, so wie heute!) nicht allzu schlimm vor — geduldig und langsam, dann geht’s. Zwischendurch habe ich mit dem Gedanken gespielt, den Abstieg vorbei an den Drei Lärchen zu versuchen, aber das bleibt für ein anderes Mal. Ich würde diese Route lieber zuerst beim Aufstieg kennenlernen.
Außer zwei Alpinisten, die morgens weiter in Richtung der Biwakschachtel unter dem Špik gegangen sind, habe ich auf der Tour keine Menschenseele getroffen und der Berg gehörte heute nur mir.

Zufriedenheit auf dem Höhepunkt.
Man muss auch sagen, dass es ohne die Beschreibungen und Bilder hier auf hribi.net nicht so reibungslos gegangen wäre, daher danke für die hilfreichen Beiträge.