Weiß nicht, in welche Gruppe ich diese Berg fachlich einordnen soll, am nächsten kommt nach Angabe auf
www.austrianmap.at/amap/ die Silvrettagruppe. Hier im Süden, an der Grenze zur Schweiz, thront Piz Buin (3312m), vielleicht bekannter bei "Braunbojen-Jägern" als Wanderern, Hohes Rad ist aber eine sympathische, nicht übermäßig anstrengende Spitze an der Grenze zwischen Tirol und Vorarlberg.
Ausgangspunkt ist der Bielerhöhe-Pass (2037m), erreichbar über Mautstraße aus dem Montafon-Tal und vom Tiroler Ende.
Ich habe eine Rundtour gemacht, zuerst entlang der Westküste des Silvretta-Sees zur Wiesbadener Hütte (2443m), über den Radsattel (2652m) zum Gipfel. Zurück zuerst zum Sattel unter dem Gipfel und dann unter den Ostwänden zurück zum Silvretta-See.
Westlicher Aufstieg zur Hütte ist fast eine Autobahn - breiter Weg, fast geeignet für Sandalen. Dorthin strömen massenhaft auch bergunerfahrene Wanderer, um vor allem die Gletscher unter Piz Buin sowie die Quelle und den schönen Anfang der Ill zu bewundern, die zuerst zum Silvretta-Stausee fließt, dann an Bludenz und Feldkirch vorbei in den Rhein, kurz vor dessen Mündung in den Bodensee. Wasserknappheit gibt's hier wirklich nicht - vielleicht kommt deshalb bald ein "Mangel" an Gletschern!
"Touristen" dünnen auf dem Weg zum Radsattel etwas aus, da der Anstieg konkreter ist, Natur und Weg ursprünglicher. Noch alpinistischer die Stimmung ab hier. Der Weg quert zuerst fast eben einige Schneefelder und steigt zum Sattel (ca. 2700m). Von dort noch dreiviertel Stunde steiler Anstieg, stellenweise leichtes Klettern. Ausblicke vom Gipfel, markiert mit Kreuz und großer Enzian in der Mitte, sind natürlich erwartungsgemäß großartig. Um den Teil des Sees mit Startpunkt zu sehen, noch paar Meter nach Norden, sonst thront südlich Piz Buin umgeben von Gletschern, ringsum herrlicher Blick auf Gipfel, Täler, wilde Wasser. Obwohl ich mich an slowenische Bergeshöhen gewöhnt fühlte als ob hoch über der Umgebung, schaute ich bei vielen Gipfeln doch noch etwas nach oben.
Abstieg zum Sattel weniger problematisch als bergauf schien. Hier bin ich direkt nach Norden gegangen, wo der Weg schwerer zu folgen und anspruchsvoller war. Schneefelder, Geröll, zersplitterte eisenreiche rote Schuttfelder (neben ganzer "Gemisch" anderer Gesteine - Granit, Marmor usw.) und unter Felsen hörbares Wasserbrausen jagen zumindest etwas Adrenalin durch die Adern - und alle Wanderer weg... ja, hier mehr Vorsicht geboten. Ansonsten scheint die Mehrheit trotz Umweg zum Radsattel zurückzukehren und ins Tal durch idyllischeres Seitental am Radsee vorbei absteigen.
Obwohl Höhenunterschied nicht riesig, geht der Weg etwas herum, also für Aufstieg zum Gipfel via Hütte ca. fünf Stunden gemütlichen Schritts rechnen. Abstieg auf beschriebener Route ca. zwei,5 Stunden.
Auf jeden Fall außergewöhnlich schöne Tour, empfehle sie jedem, der dort unterwegs ist.