Da ich bemerke, dass das Wissen über Krankheiten eher mangelhaft ist, muss es ein bisschen aufgefrischt werden. Na los, schauen wir uns an, warum wir in Slowenien gegen alles impfen.
ERSTES LEBENSJAHR
3 Monate
Diphtherie (D), Tetanus (T), Keuchhusten (P), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung
(IPV) (1. Dosis DTPHibIPV), Pneumokokkeninfektionen (1.Dosis PCV)
4 bis 5 Monate
Diphtherie (D), Tetanus (T), Keuchhusten (P), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung
(IPV) (2. Dosis DTPHibIPV)
6 Monate
Diphtherie (D), Tetanus (T), Keuchhusten (P), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung
(IPV) (3. Dosis DTPHibIPV), Pneumokokkeninfektionen (2.Dosis PCV)
ZWEITES LEBENSJAHR
12 bis 18 Monate
Masern (O), Mumps (M), Röteln (R) (1. Dosis OMR), Pneumokokkeninfektionen
(3.Dosis PCV)
12 bis 24 Monate
Diphtherie (D), Tetanus (T), Keuchhusten (P), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Kinderlähmung
(IPV) (4. Dosis - Auffrischung DTPHibIPV)
VOR SCHULEINTRITT
5 bis 6 Jahre
Masern (O), Mumps (M), Röteln (R) (2. Dosis OMR) und Hepatitis B (1. und 2. Dosis
HBV)
SCHULZEIT
1. Klasse Grundschule
Hepatitis B (3. Dosis HBV)
3. Klasse Grundschule
Diphtherie (D), Tetanus (T), Keuchhusten (P) (5. Dosis - Auffrischung DTP)
6. Klasse Grundschule
Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) (1. und 2. Dosis)
bei systematischer
Untersuchung in HS Tetanus (T) (6. Dosis - Auffrischung T)
In Slowenien neben der obligatorischen Impfung von Vorschul- und Schulkindern auch andere
Impfungen, nämlich gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis A und B, Zecken-
Enzephalitis, Tollwut, Gelbfieber, Typhus, Haemophilus influenzae Typ b-Infektionen,
Pneumokokken- und Meningokokkeninfektionen, Kinderlähmung, Windpocken, Herpes zoster, Grippe,
Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) und gegen Rotavirusinfektionen.
DIPHTHERIE
In Slowenien nach 1967 kein Fall von Diphtherie mehr registriert. Die günstige epidemiologische Situation schreiben wir der Impfung zu, die schon 1937 eingeführt wurde. Trotz
dem besteht noch die Wahrscheinlichkeit, dass der Diphtherieerreger im Rachen gefunden wird, aber
aufgrund hoher Impfquote der Bevölkerung ist derzeit unwahrscheinlich, dass sich die Krankheit ausbreitet.
Neben der obligatorischen Impfung von Kindern gegen Diphtherie ist diese Impfung nach Programm obligatorisch für alle
Erwachsenen, die Infektionsrisiko ausgesetzt sein könnten, bei epidemiologischer Indikation von NIJZ.
Impfung gegen Diphtherie auch bei Personen/Mitarbeitern, die beruflich in
endemische Gebiete reisen (z.B. Soldaten, Geschäftsleute...) und bei Mitarbeitern, die im Labor
dem Diphtheriebasillus ausgesetzt sein können.
Impfung gegen Diphtherie obligatorisch auch für Reisende, die noch nicht geimpft wurden oder unvollständig geimpft
oder mehr als
zehn Jahre seit letzter Dosis vollständiger Impfung oder Auffrischung vergangen sind und in Gebiete mit Diphtherieepidemie reisen.
Impfung mit kombinatem Impfstoff gegen Diphtherie und Tetanus oder kombinatem
Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (trivalentes Impfstoff bei
Erwachsenen nur einmal als Auffrischungsdosis und nicht für Grundimmunisierung).
TETANUS
Ergebnisse der systematischen Impfung gegen Tetanus, begonnen 1951, sind gut, da seit Jahren
kein neonataler Tetanus oder Tetanus bei Kindern registriert. Problem ist
Impfung der Älteren, unter ihnen jährlich einzelne Tetanusfälle. Im
Jahr 2018 zwei Tetanusfälle in Slowenien.
Neben Impfung von Kindern und Jugendlichen obligatorisch auch Präexpositionsimpfung
Erwachsener in Slowenien. Basisimpfung bei Personen, die noch nicht geimpft. Auffrischungsdosen
nach Programm bei Erwachsenen alle zehn Jahre.
Postexpositionsimpfung bei tetanusgefährdeten Wunden bei Verletzungen.
KEUCHHUSTEN
Keuchhusten ist Krankheit von Kindern und Erwachsenen und tritt auch in Ausbrüchen auf. Höchste
Sterblichkeit und schwerster Verlauf bei Kindern unter 6 Monaten. In letzter Zeit
tritt die Krankheit oft auch bei Jugendlichen und Erwachsenen auf, die Infektionsquelle für die am meisten
gefährdete Kindergruppe sein können. In Slowenien jährlich noch Fälle dieser Krankheit, aber Anzahl nach Beginn systematischer Impfung von Kindern gegen Keuchhusten 1959 stark gesunken.
Nach Impfprogramm und Schutz mit Medikamenten obligatorische Impfung von Kindern gegen
Keuchhusten in Slowenien. Zusätzlich empfohlen Impfung gegen Keuchhusten für
Erwachsene bei medizinischer Indikation (nach Stammzelltransplantation) und epidemiologischer
Indikation. Impfung gegen Keuchhusten mindestens einmal empfohlen für Personen, die im Erwachsenenalter noch keine Auffrischung gegen Keuchhusten erhalten haben, besonders empfohlen für Schwangere, so früh wie möglich nach 24. Schwangerschaftswoche und bei jeder Schwangerschaft.
MASERN, MUMPS UND RÖTELN
Um Elimination der Masern in Europa zu erreichen, Ziel der WHO, ist
Erhaltung hoher Impfquote essenziell, sonst Möglichkeit rascher Ausbreitung der Masern
bei Einfuhr der Krankheit ins Land und Wiederauftreten endogener Übertragung. In
letzten Jahren sinkender geschätzter Anteil Geimpfter unter Vorschulpflichtigen in Slowenien und nicht mehr
95% Impfquote, die noch Herdenimmunität sichert. Daher bei
Masernauftritt wichtig aktive Suche nach Ungeimpften bzw. nur ein Dosis Geimpften und möglichst frühe Impfung. Für vollständige Impfung zwei Dosen nötig.
Nach Impfprogramm erhalten Kinder im zweiten Lebensjahr erste
Dosis, zweite vor Schulanfang, nämlich kombiniertes Impfstoff gegen Masern,
Röteln und Mumps.
KINDERLÄHMUNG
Unter Leitung der WHO läuft globale Kampanje zur Ausrottung der Kinderlähmung. Seit Start um mehr als 99% weniger Erkrankte weltweit.
Kinderlähmung endemisch nur noch in wenigen Ländern. Obwohl WHO 21.6.2002 Elimination in Europa erklärte, systematisches Impfen nötig bis weltweite Ausrottung.
Impfdoktrin ändert sich, immer mehr Länder ersetzen lebendes orales Impfstoff durch inaktiviertes parenterales in Kombinationen.
Auch in Slowenien seit 2003 inaktiviertes Polio-Impfstoff. Letzte
neun Fälle 1978 in Slowenien.
TYPHUS
Impf- und Medikamentenschutzprogramm definiert, dass Impfung gegen Typhus obligatorisch für
Haushaltsmitglieder von Typhusträgern und Personen mit epidemiologischer Indikation.
Impfung gegen Typhus bei Beschäftigten, die beruflich mit
menschlichen Fäkalien und kommunalem Abfall in Kontakt kommen (z.B. Kommunalarbeiter). Auch für
dienstlich Reisende in Typhus-Risikogebiete.
Empfohlen für Reisende in Gebiete mit Risiko durch epidemiologische Lage.
2018 impfte 3381 Personen gegen Typhus in Slowenien, 2017 2585. Häufigste international Reisende, Alter 19-64 Jahre.