Bisher habe ich mich zurückgehalten, mich nicht zu Wort gemeldet, aber ich kann nicht mehr. Ich weiß nicht, ob allen langweilig geworden ist oder wenigstens den meisten. Seht ihr wirklich nicht, wie schädlich diese Maßnahmen für die Mehrheit der Bevölkerung sind?? Könnt ihr so blind sein? Am meisten hat mich Primož' Kommentar geärgert, dass die Wirtschaft überleben wird. Ja, klar wird sie, aber in welchem Maße. Fragt doch mal Ana Roš und noch irgendwelche anderen Unternehmer/SP, wie ihnen die Maßnahmen vorkommen und wie sie sich fühlen, weil sie wegen Regierungsmaßnahmen alle Angestellten entlassen mussten. Stellt euch in die Schuhe derer, die wegen Maßnahmen alles verloren haben und nicht wissen, wie sie überleben, wie sie die Kinder füttern sollen. Pro Tag sterben ca. 50 an Covid, aber Tausende sind ohne Job geblieben. Wie sollen die überleben, interessiert offenbar niemanden. Ist das wirklich ok für euch? Ich glaube, dass diejenigen, die versorgt sind und sichere Jobs haben, sich damit nicht beschäftigen und in diesen Maßnahmen nichts Schlechtes sehen. Blind sein könnt ihr, dumm aber nicht.
Vielleicht hat jemand von euch den Beitrag einer Mutter von zwei Kindern auf FB gesehen, die sagt, sie sieht einfach keinen Ausweg mehr und will so ein Leben trotz zwei Kindern nicht. Lieber an Covid sterben als leben, denn so ein Leben ist nicht lebenswert. Beide mit Partner haben Jobs wegen Regierungsmaßnahmen verloren, wissen jetzt nicht, wie sie überleben, wie sie die Kinder füttern, Rechnungen bezahlen, die sich trotz Maßnahmen anhäufen. Und das ist sicher kein Einzelfall, Leute sind depressiv, niedergeschlagen, weil sie für etwas zahlen, wofür sie nicht schuld sind, niemand hilft ihnen. Ist das normal für euch? Von den Feiertagen vor uns, wo Leute noch depressiver sein werden, rede ich gar nicht.
Versteht mich nicht falsch, ich unterstütze bestimmte Maßnahmen wie Maskentragen wo nötig (draußen im Freien und in Bergen definitiv nicht), und nicht sozialisieren und Abstand halten, weil ich weiß, was sie erreichen wollen und dass das Gesundheitssystem einen größeren Ansturm Kranker nicht aushält. Verstehe und befolge. Aber alles bis zu einem gewissen Grad.
Mehrheit geschädigt wegen Minderheit. Das ist nicht richtig und sollte nicht so sein. Ältere könnte man anders schützen. Und kreuzigt mich jetzt nicht wieder, weil ich geschrieben habe, was ich habe. Meine Oma hat mit 86 im März dieses Jahres die Hüfte gebrochen und hat kein Covid bekommen, ist aber trotzdem daran gestorben. Von März bis Juni war sie im Krankenhaus ohne persönlichen Kontakt mit uns, also war sie tagelang allein, Kontakte nur per Telefon. Als sie sahen, dass sie wegen Einsamkeit apathisch und unresponsiv wurde, schickten sie sie nach Hause. Tatsächlich nach Hause zum Sterben geschickt, da drei Monate Einsamkeit ihr schwere, vor allem irreversible Folgen hinterließen. Sie hatte keinen Lebenswillen mehr, was wegen unlogischer Regierungsmaßnahmen gerade jetzt vielen Alten und Jungen passiert. Meine Oma verstarb Ende Juli, andere Großeltern habe ich keine. Auch "gut gemeinte" Maßnahmen, die zum Allgemeinwohl sein sollen, können für jemanden tödlich sein. Nur zum Nachdenken.