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Geert Vanden Bossche promovierte an der Universität Gent in Belgien und anschließend in Virologie an der Universität Hohenheim in Stuttgart, Deutschland. Er war als Professor an Universitäten in Belgien und Deutschland beschäftigt. Nach Beendigung seiner akademischen Karriere schloss er sich mehreren Impfstoffherstellungsunternehmen an (GSK Biologicals, Novartis Vaccines, Solvay Biologicals) und übte verschiedene Funktionen im Bereich Impfstoff-Forschung und -Entwicklung sowie späte Impfstoffentwicklung aus. Danach trat er dem Global Health Discovery-Team der Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung in Seattle (USA) bei und dann dem Globalen Bündnis für Impfstoffe und Immunisierung (GAVI) in Genf als leitender Programmleiter für Ebola. Nach seiner Zeit bei GAVI trat er dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Köln als Leiter des Impfstoffentwicklungsbüros bei. Im Folgenden dieses Beitrags veröffentliche ich die Übersetzung seines öffentlichen Appells an die Weltgesundheitsorganisation (WHO).* „Liebe WHO-Kollegen, ich denke, es ist an der Zeit, anzuerkennen, dass das von Ihnen vorgeschlagene Massenimpfprogramm mit dem Ziel, die COVID-19-Pandemie zu beenden, vollständig gescheitert ist. Zu Beginn dieses Jahres habe ich Sie aufgefordert, eine wissenschaftliche Diskussion über die potenziellen Risiken einer Massenimpfung mit diesen Impfstoffen – mitten in einer Pandemie – zu beginnen. Auf diese Aufforderung habe ich keine Antwort erhalten. Kurz darauf schrieb mir einer der renommiertesten Impfstoffexperten auf diesem Planeten eine E-Mail, in der er schrieb: „Die Impfung mit diesen Impfstoffen würde nur neue Varianten hervorbringen, aber es ist sinnlos, ‚gegen den Strom zu schwimmen‘, weil mich sowieso niemand hören würde. Ich hoffe, dass Impfstoffe der zweiten Generation das Problem lösen.“ Deshalb wollte ich Ihnen mitteilen, dass Sie es sich nicht leisten können, die Meinungen von Menschen zu ignorieren, die jahrelange fachliche Expertise und Erfahrung aus verschiedenen relevanten Bereichen haben, die mit dieser Pandemie zusammenhängen: Virologie, Immunologie, Impfstoffkunde, Evolutionsbiologie, Epidemiologie, Zoonosen usw. Während einige von uns vorhersagten, dass eine Massenimpfung mit diesen Impfstoffen mitten in einer Pandemie zwangsläufig zur Verbreitung ansteckenderer Varianten führen würde, predigten Ihre führenden Wissenschaftler ein vereinfachtes Mantra, dass je mehr wir impfen, desto weniger wird sich das Virus vermehren und desto geringer die Wahrscheinlichkeit neuer Varianten. Die Folgen dieser vereinfachten und falschen Positionen sind, dass wir heute mit der vorherrschenden Zirkulation des Omicron-Virus zu tun haben, der ansteckendsten SARS-CoV-2-Variante, die wir bisher gesehen haben. Angesichts der Tatsache, dass wir es mit zahlreichen zirkulierenden Stämmen und zahlreichen Subvarianten zu tun haben, dass die Infektionsraten sehr hoch sind und wir wahrscheinlich bereits mehrere Tierpopulationen als Reservoir für das Virus haben, wird die Wahrscheinlichkeit, dass virale Varianten sich nun rekombinieren und Reassortments innerhalb desselben Wirts bilden, immer wahrscheinlicher. Das bedeutet, dass es immer schwieriger sein wird, den Ursprung neuer Stämme nachzuverfolgen und noch schwieriger, die Eigenschaften dieser neuen Stämme hinsichtlich Infektiosität, Virulenz, Pathogenität und auch hinsichtlich Resistenz gegen impfstoffinduzierte Antikörper oder Impfstoffe im Allgemeinen vorherzusagen. Klar ist jedoch, dass diese neuen Varianten ansteckender sein müssen als z. B. die Omicron-Variante, wenn sie in einer Umgebung mit hohem immunem Druck auf Bevölkerungsebene überleben wollen. Die Omicron-Variante bietet jedoch eine sehr gute Gelegenheit, da sie einen erheblichen Grad an Resistenz gegen impfstoffinduzierte Antikörper erworben hat, was bedeutet, dass es unwahrscheinlich ist, dass impfstoffinduzierte Antikörper angeborene Antikörper überwinden, was eine sehr gute Nachricht ist. Wir wissen nämlich, dass angeborene Antikörper vor SARS-CoV-2 schützen können. Darüber wurde mehrmals in der wissenschaftlichen Literatur berichtet. Wir wissen auch, dass angeborene Antikörper stimuliert werden können, sodass sie die Erkennung und den Schutz vor dem Virus sogar verbessern können. Angeborene Antikörper können trainiert werden, genau wie andere angeborene Immun-Effektoren, und zwar durch wiederholte Exposition gegenüber sogenannten pathogen-assoziierten molekularen Mustern.